Autonome Fahrzeuge: VDMA empfiehlt standardisierte Signalgebung bei mobilen Robotern

Eine Initiative des VDMA will die Akzeptanz bei Mitarbeitern in Lager- und Produktionsumgebungen erhöhen und die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine standardisieren.

Basierend auf der Norm EN ISO 3691-4:2022 entwickelte eine Arbeitsgruppe des VDMA einheitliche Vorschläge für optische und akustische Signale von mobilen Robotern. (Symbolbild: Gorodenkoff / AdobeStock)
Basierend auf der Norm EN ISO 3691-4:2022 entwickelte eine Arbeitsgruppe des VDMA einheitliche Vorschläge für optische und akustische Signale von mobilen Robotern. (Symbolbild: Gorodenkoff / AdobeStock)
Therese Meitinger
(erschienen bei LOGISTRA von Tobias Schweikl)

Der VDMA Fachverband Fördertechnik und Intralogistik hat laut einer Pressemitteilung vom 22. November eine neue Handlungsempfehlung für einheitliche Signale mobiler Roboter herausgegeben. Ziel sei es, die Sicherheit und Akzeptanz bei Mitarbeitern im Umgang mit fahrerlosen Fahrzeugen in Lager und Produktionsumgebungen zu erhöhen. Bisher führte die individuelle Signalgebung verschiedener Hersteller oft zu Unsicherheit und mangelnder Akzeptanz unter den Mitarbeitern.

„Für ein sicheres und reibungsloses Miteinander von Fahrzeugen und Menschen, sind eindeutige und einheitliche Signale wichtig. Die nun erarbeiteten Vorschläge sind ein erster Schritt und geben Fahrzeugherstellern validierte Empfehlungen“, sagt Andreas Scherb, Fachabteilung Fahrerlose Transportsysteme im VDMA-Fachverband Fördertechnik und Intralogistik.

Eine Arbeitsgruppe der Fachabteilung Fahrerlose Transportsysteme analysierte hierfür am Markt gängige Signale. Die Analyse umfasste sowohl fahrerlose Fahrzeuge für Transportaufgaben als auch andere selbstfahrende Geräte, wie Reinigungsmaschinen, aus dem In- und Ausland. Basierend auf der Norm EN ISO 3691-4:2022 (Flurförderzeuge - Sicherheitstechnische Anforderungen und Verifizierung - Teil 4: Fahrerlose Flurförderzeuge und ihre Systeme) entwickelte die Arbeitsgruppe einheitliche Vorschläge für optische und akustische Signale. Bei der Entwicklung der Vorschläge wurde die Arbeitsgruppe durch den Lehrstuhl für Ergonomie der Technischen Universität München unterstützt.

Laborversuche und Praxistest zeigen höhere Akzeptanz

Die entwickelten Vorschläge wurden sowohl in praktischen als auch in Labor-Versuchen evaluiert. Diese Untersuchungen zeigten ein deutlich verbessertes Verständnis und eine höhere Akzeptanz der Signale unter den Versuchspersonen.

Die Handlungsempfehlungen beinhalten unter anderem einheitliche optische Signale, wie orangefarbenes Blinken beim Abbiegen und ein türkises LED-Licht im Normalzustand der Fahrzeuge. Bei den akustischen Signalen wurde vorgeschlagen, dass sich das akustische Signal für die Fahrt den Umgebungsgeräuschen anpasst und somit in seiner Lautstärke variabel ist. Diese Anpassung soll eine klare Unterscheidung zu warnenden Signalen ermöglichen.

Die Broschüre, die diese Empfehlungen enthält, richtet sich an Fahrzeughersteller, Betreiber und Systemintegratoren. Für Hersteller bietet sie eine Grundlage für konsensbasierte Signalgebung und vereinfacht deren Entwicklungsprozesse. Betreiber erhalten durch die Empfehlungen mehr Sicherheit bei der Einführung der Fahrzeuge. Systemintegratoren können beim Einkauf und bei der Integration auf die vorgeschlagene einheitliche Signalgebung achten, was sich positiv auf die Risikoanalyse auswirken kann.