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Automotive: Wenn Konkurrenten gemeinsame Sache machen

BMW, Daimler und Audi übernehmen Here um automatisiertes Fahren voranzutreiben.
Auf den Straßen von Berlin: Here erstellt digitales Kartenmaterial wie auch die Firmen Google und TomTom. (Foto: Here)
Auf den Straßen von Berlin: Here erstellt digitales Kartenmaterial wie auch die Firmen Google und TomTom. (Foto: Here)
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Nadine Bradl

Wie das Bundeskartellamt am 6. Oktober mitgeteilt hat, wurde die Übernahme des Kartendienstes Here durch ein Konsortium der deutschen Automobilhersteller BMW AG, München, Daimler AG, Stuttgart, und Audi AG, Ingolstadt, freigegeben. Laut einer gemeinsamen Pressemitteilung der Autobauer übernehmen die drei Partner Here zu gleichen Teilen. Das bedeutet einen weiteren Schritt der Autobauer in Richtung automatisiertes Fahren.

Voraussetzung für automatisiertes Fahren

Denn der bislang zum finnischen Nokia-Konzern gehörende Dienst erstellt digitale Kartendatenbanken, die bisher vor allem bei Navigationsanwendungen eingesetzt werden. Der Dienst beliefert derzeit schwerpunktmäßig Abnehmer der Automobil- und Zulieferindustrie mit seinem Kartenmaterial. Zu den Kunden gehören zudem Smartphone- und Tablethersteller sowie Unternehmen mit Flottenmanagement. Künftig sollen die digitalen Karten allerdings in Zusammenspiel mit den in den Fahrzeugen verbauten Sensoren, die eine Echtzeit-Aktualisierung der Karten erlauben werden, eine wesentliche Voraussetzung für das automatisierte Fahren sein. Denn „unser Umfeld ändert sich ständig. Deswegen müssen auch die Informationen in digitalen Karten laufend aktualisiert werden, um den höchsten Nutzen zu bieten“, sagt Rupert Stadler, Vorstandsvorsitzender der Audi AG.

Baustein für Mobilität der Zukunft

Here schaffe die Grundlage für die nächste Generation der Mobilität und ortsbezogener Dienste, so diee gemeinsame Pressemitteilung. Für die Autoindustrie sei das die Basis für neue Assistenzsysteme bis hin zum vollautomatisierten Fahren. Für Harald Krüger, Vorsitzender des Vorstands der BMW AG, wird Here sogar „eine Schlüsselrolle bei der digitalen Revolution der Mobilität spielen und dabei hochpräzise Karten mit Daten aus dem Fahrzeugumfeld kombinieren, um das Fahren für alle sicherer und einfacher zu machen“. Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, ist sich ebenfalls sicher: „Hochpräzise digitale Karten sind ein entscheidender Baustein für die Mobilität der Zukunft.“

Nur drei Unternehmen weltweit

Mit der Übernahme von Here schaffen sich die Autobauer eine gute Ausgangslage. Denn wie das Bundeskartellamt berichtet, sind Here, das niederländische Unternehmen TomTom N.V. sowie die amerikanische Firma Google Inc. die einzigen Unternehmen, die digitale navigationsfähige Daten mit geografischer Abdeckung des Europäischen Wirtschaftsraums herstellen. Aufgrund seiner eigenen Strategie zur Entwicklung selbstfahrender Fahrzeuge, stehe Google den Automobilherstellern allerdings bislang nicht als potentieller Lieferant von digitalem Kartenmaterial zur Verfügung. Auch bei dem amerikanischen Konzern Apple Inc. seien die in diesem Bereich verfolgten Pläne noch nicht genau absehbar.

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