Automotive: Neues Fertigungsverfahren für Porsche Taycan

Automobilhersteller hat gemeinsam mit Tesa eine Lösung entwickelt, die auf dem Einsatz von Klebepads basiert.

Porsche setzt in seinem Werk in Zuffenhausen ein neues Klebeverfahren ein, das der Autobauer gemeinsam mit Tesa entwickelt hat. (Foto: Porsche)
Porsche setzt in seinem Werk in Zuffenhausen ein neues Klebeverfahren ein, das der Autobauer gemeinsam mit Tesa entwickelt hat. (Foto: Porsche)
Sandra Lehmann

Die Porsche AG hat in Kooperation mit der Tesa SE ein neues Produktionsverfahren am Stammsitz in Zuffenhausen entwickelt. Das gab der Automobilhersteller am 14. April 2021 in Stuttgart bekannt. Demnach können die für den Korrosionsschutz erforderlichen Löcher in der Karosserie jetzt deutlich effektiver verschlossen werden. Diese sind nötig, damit in der Lackiererei alle Hohlräume erfasst werden. Die neue Lösung: Klebepads statt Kunststoff-Stopfen. Der vollelektrische Porsche Taycan ist nach Unternehmensangaben das erste Fahrzeug weltweit, bei dem dieses neue Verfahren zum Einsatz kommt. Automatisiert positioniert ein Roboter mehr als 100 Klebepads, schließt die Löcher in der Karosserie und optimiert so die Effizienz in der Porsche-Produktion.

„Innovationen waren schon immer der Motor für unseren wirtschaftlichen Erfolg“, sagt Albrecht Reimold, Vorstand Produktion und Logistik der Porsche AG. „Neuerungen müssen erobert werden. Dafür sind Mut und kreative Freiräume notwendig. Diese Atmosphäre im betrieblichen Alltag sicherzustellen ist Führungsaufgabe.“

Das Porsche Innovationsmanagement hat sich eigenen Aussagen zufolge der Klebepads angenommen, und schon im Juli 2020 wurden mehr als zwei Drittel der rund 150 Stopfen in der Taycan-Lackiererei abgeschafft. Bis zum Sommer 2021 werde auch die Lackiererei im Werk Leipzig umgestellt.

„Wir dürfen unsere Klebelösung nicht mit dem Tesafilm verwechseln, den alle aus dem Büro kennen“, sagt Dirk Paffe, der als Leiter Planung Lackierereiprozesse für die Einführung von Innovationen zuständig ist. „Die speziellen Tesa-Klebepads sind nach dem Aufbringen nur mit viel Aufwand wieder abzulösen. Sie stellen eine dauerhafte Lösung dar, die auch die Belastungen durch die Bewegungen des Fahrzeugs vertragen und länger als ein Autoleben halten.“

Mit der Lösung sollten vor allem die Mitarbeiter stark entlastet werden: Denn mit der Einführung der Tesa-Pads entfalle ein anstrengender Arbeitsgang, bei dem pro Schicht bis zu 3.600 Stopfen in die Öffnungen gedrückt wurden. Dabei musste über Kopf gearbeitet werden. Zusätzlich brächten die neuen Pads logistische Vorteile und verringerten die Komplexität, weil man für alle vier Lochtypen mit nur einer Pad-Größe auskomme. Die nur einen Millimeter dünnen Pads tragen zudem kaum auf, während Stopfen bis zu sechs Millimeter weit aus der Karosserie ragen, heißt es vonseiten Porsches.

„Wir als Tesa haben in die Entwicklung des Tesa-Applikators für den automatisierten Lochverschluss die Erfahrung von mehr als 20 Jahren im manuellen Verkleben von Klebepads in der Montage einfließen lassen“, sagt Dr. Ute Ellringmann als Marktsegmentmanager verantwortlich für den Lochverschluss bei Tesa. „Dadurch können wir eine perfekte Applikation unserer Klebepads sicherstellen für höchste Qualität und Prozesseffizienz.“

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