Automotive: Kollege Roboter hilft ohne Schutzzaun

Audi startet Mensch-Roboter-Kooperation für Fabrik der Zukunft.
Redaktion (allg.)

Die Audi AG macht einen weiteren Schritt hin zur Industrie 4.0: Im Stammwerk Ingolstadt arbeitet jetzt erstmals ein Roboter ohne Sicherheitsabsperrung Hand in Hand mit dem Menschen – angepasst an den Arbeitstakt des Mitarbeiters. Es ist die erste Mensch-Roboter-Kooperation im Volkswagen-Konzern, die in der Endmontage zum Einsatz kommt, teilt das Unternehmen mit.

Bessere Ergonomie

Der Roboter, intern als „PART4you“ (Produktions Assistent reicht Teil) bezeichnet, holt Kühlmittelausgleichsbehälter aus Materialboxen und reicht sie den Audi-Mitarbeitern der A4/A5/Q5-Montage in einer ergonomisch optimalen Position. Dazu ist er mit einer Kamera sowie einem integrierten Saugnapf ausgestattet.

„Der Roboter wird zum Fertigungsassistenten, der sich dem Takt des Menschen anpasst – und nicht umgekehrt“, erklärt Johann Hegel, Leiter Technologieentwicklung Montagen. Dank einer weichen Schutzhaut mit integrierter Sicherheitssensorik bestehe keine Gefahr für den Mitarbeiter. Weil PART4you die speziellen Sicherheitsvorgaben für kooperierende Robotersysteme erfüllt, hat das System das entsprechende Zertifikat der Berufsgenossenschaft erhalten.

Weitere Einsätze geplant

Mit einem baugleichen Roboter, der mit einer Klebedüse statt mit einem Saugnapf ausgestattet ist, arbeiten die Ingolstädter Audi-Mitarbeiter im A4-Karosseriebau bereits seit 2013 zusammen – jedoch taktungebunden und ohne Anreichen eines Materials. Dort unterstützt der Roboter den Mitarbeiter beim Auftragen von Klebenähten. Statt den Kleber selbst auf die Karosserieteile aufzutragen, muss der Mitarbeiter diese nur noch bereitlegen und den Vorgang starten.

Audi plant nach eigenen Angaben bereits weitere Einsatzmöglichkeiten von Mensch-Roboter-Kooperationen, auch an den internationalen Produktionsstandorten.

(akw)
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