Automotive: Audi-Werk erhält Roboter-Mitarbeiter

Mensch-Roboter-Kooperation direkt an der Fertigungslinie.
Neue Mitarbeiter: Die beiden Roboter sind seit März in Györ im Einsatz. (Foto: Audi)
Neue Mitarbeiter: Die beiden Roboter sind seit März in Györ im Einsatz. (Foto: Audi)
Nadine Bradl
Im Zeichen der „Smart Factory“ stellt Audi Hungaria zwei neue „Mitarbeiter“ in der Automobilproduktion ein: Ádám und Éva – zwei „KUKA iiwa R820“ Roboter. Künftig unterstützen sie ihre Kollegen bei der Erfassung von Fugen und Bündigkeiten aller im ungarischen Werk Győr produzierten Automobile, teilt der Autobauer am 1. Juni mit. Ádám und Éva seien dabei für schwer erreichbare Stellen zuständig.

Peter Kössler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Audi Hungaria Motor Kft. sagt: „Digitalisierung und Vernetzung prägen unsere Zukunft. Dafür bereiten wir uns mit der Umsetzung von 'Smart Factory'- Lösungen und der kontinuierlichen Weiterbildung unserer Mitarbeiter vor. Die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter spielt im Audi-Konzern eine bedeutende Rolle in der Auslegung neuer Fertigungsstrukturen. Wir sind stolz, die ersten Roboterkollegen bei Audi Hungaria im Einsatz zu sehen.“

Die beiden Roboter sind laut Audi direkt in die Linie integriert und arbeiten Hand in Hand mit den Mitarbeitern. Mensch und Roboter messen in Teamarbeit fest definierte Messpunkte an den in Győr produzierten Modellen Audi A3 Limousine und Cabriolet sowie TT Coupé und Roadster. Diese Ergebnisse werden anschließend mit den Abgabemessungen aus dem Karosseriebau verglichen und sorgen nach Unternehmensangaben für eine Prozessoptimierung in der Produktion.

Bislang führten die Mitarbeiter die Spalterfassung in der Montage mit Hilfe analoger Handmessgeräte durch. Dennoch wird auch künftig die Hauptarbeit bei den Mitarbeitern liegen. Sie erhalten außerdem neue Erfassungsgeräte, die noch präzisere Ergebnisse liefern.

Seit März sind Ádám und Eva im Einsatz – und das rund um die Uhr. Sie übernehmen die Messungen an den Seitenwänden der Automobile und hier insbesondere die tiefsten Punkte an den Türen. Diese wären mit der neuen schwenkbaren Messtechnik für die Mitarbeiter nur umständlich zu erreichen. Insgesamt entlasten die beiden Roboter ihre Kollegen bei mehr als 14.000 Messvorgängen pro Tag.

Ádám und Éva arbeiten synchronisiert mit der Geschwindigkeit der Fertigungslinie und sind auf die individuelle Fahrzeugposition eingestellt. Dadurch finden sie ihre Messpunkte millimetergenau. Die beiden Roboter arbeiten in unmittelbarer Nähe ihrer menschlichen Kollegen: Sicherheitsfeatures erlauben laut Audi den Einsatz ohne Schutzzaun. Kommt es doch einmal zum Kontakt, erfassen die beiden Roboter die Berührung über Drehmomentsensoren und halten an.

Wie der Autobauer mitteilt, eröffnet die Mensch-Roboter-Kooperation neue Perspektiven für die Produktion. Audi Hungaria habe bereits mehrere „Smart Factory“-Projekte umgesetzt und plant weitere Einsatzgebiete.

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