Automobillogistik: Tesla will für Schienen-Logistik in Grünheide roden

(dpa) Der Tesla-Werksleiter in Grünheide wirbt für die Rodungen, die den Abtransport von Autos per Schiene erlauben sollen, so die dpa. 

Brandenburg, Grünheide: Tesla-Modelle stehen vor dem Werk in Grünheide. (Foto: Patrick Pleul/dpa)
Brandenburg, Grünheide: Tesla-Modelle stehen vor dem Werk in Grünheide. (Foto: Patrick Pleul/dpa)
Therese Meitinger

(dpa/bb) Tesla plant Erweiterungen an seinem Werk in Grünheide. Der dortige Weksleiter hat angesichts einer aktuell stattfindenden Bürgerbefragung nun für Rodungen geworben, damit vom Werk künftig auch über die Schiene Autos abtransportiert werden können, wie die Presseagentur dpa berichtet. Sollten sich die Menschen in Grünheide für die Erweiterung des Werkes entscheiden, müssten weniger Lastwagen auf den Straßen fahren, sagte André Thierig dem „Tagesspiegel“ (Mittwoch). Die Werkserweiterung sei erforderlich, um das Werk logistisch besser aufzustellen.

Bebauungsplan ist noch nicht beschlossen

Derzeit findet eine Bürgerbefragung zu den Erweiterungsplänen statt, die am 16. Februar endet. Sie soll eine Grundlage für Entscheidungen der Gemeindevertretung sein. Der Bebauungsplan für die Erweiterung des Geländes ist bisher nicht beschlossen. Die Entscheidung der Gemeindevertretung wird im zweiten Quartal erwartet. Vor rund einem Jahr gab es eine Mehrheit für die Aufstellung eines neuen Bebauungsplans.

„Wir wickeln momentan unseren gesamten Güterverkehr über die Straße ab, sowohl die Zulieferung von Produktionsteilen als auch den Abtransport der Neufahrzeuge. Wir wollen das weitgehend auf die Schiene verlagern“, sagte Thierig. „Dafür benötigen wir den Güterbahnhof. Wir planen dort weitere Logistikflächen, um mehr Teile zu bevorraten, aber auch Sozialeinrichtungen.“

Bauteilmangel lässt Produktion von Tesla ruhen

Die Produktion in Grünheide ist im Moment weitgehend gestoppt. Grund ist nach Tesla-Angaben eine Lücke in der Lieferkette von Bauteilen als Folge der Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz im Roten Meer auf Schiffe. Laut Thierig werden derzeit unter anderem Instandhaltungsarbeiten vorgenommen. Zudem werden Mitarbeiter geschult. Ab Montag soll die Produktion in vollem Umfang fortgesetzt werden. Die Lieferketten sind wieder intakt, sagte Thierig. Wir haben die Zusagen, wir haben die nötige Sicherheit, dass alle notwendigen Produktionsteile in ausreichender Stückzahl zur Verfügung stehen, um komplett wieder anlaufen zu können. Zuletzt seien mehr als 6.000 Autos in der Woche gebaut worden. Geplant sind in einer ersten Phase 10.000 Autos pro Woche. Derzeit arbeiten laut Thierig 12.500 Menschen bei Tesla in Grünheide.