Automobillogistik: Polestar setzt auf erneuerbare Kraftstoffe auf Seefrachtrouten

Zudem betreibt Polestar nach Firmenangaben nun auch sein Vehicle Processing Center (VPC) in Belgien mit 100 Prozent erneuerbarer Energie.

Mit dem Hochfahren der Produktion der Modelle „Polestar 3“ und „Polestar 4“ soll zunächst erneuerbarer Kraftstoff für etwa 65 Prozent der ausgehenden Seefracht der produzierten Fahrzeuge aus Asien zum VPC von Polestar in Zeebrugge, Belgien, verwendet werden. (Bild: Polestar)
Mit dem Hochfahren der Produktion der Modelle „Polestar 3“ und „Polestar 4“ soll zunächst erneuerbarer Kraftstoff für etwa 65 Prozent der ausgehenden Seefracht der produzierten Fahrzeuge aus Asien zum VPC von Polestar in Zeebrugge, Belgien, verwendet werden. (Bild: Polestar)
Therese Meitinger

Der schwedische Elektro-Automobilhersteller Polestar unternimmt die nächsten Schritte zur Verringerung der Emissionen in seiner Lieferkette. Zukünftig sollen erneuerbare Kraftstoffe auf den Seefrachtrouten eingesetzt werden, die rund 75 Prozent der gesamten Transportemissionen von Polestar ausmachen, so eine Pressemitteilung vom 5. Juni.

Zudem betreibt Polestar nach Firmenangaben nun auch sein Vehicle Processing Center (VPC) in Belgien mit 100 Prozent erneuerbarer Energie. Das VPC dient demnach als Endbearbeitungs- und Vorbereitungsstelle für Fahrzeuge vor der Auslieferung an europäische Kundinnen und Kunden. Fahrzeuge werden hier nun mit Strom aus erneuerbarer Energie geladen.

Biokraftstoffe sollen Emissionen senken

Mit dem Hochfahren der Produktion der Modelle „Polestar 3“ und „Polestar 4“ soll zunächst erneuerbarer Kraftstoff für etwa 65 Prozent der ausgehenden Seefracht der produzierten Fahrzeuge aus Asien zum VPC von Polestar in Zeebrugge, Belgien, verwendet werden. Polestar plant der Pressemitteilung zufolge außerdem, in der zweiten Jahreshälfte für die Fracht von Nordamerika erneuerbare Kraftstoffe zu verwenden. Das Unternehmen hatte bereits angekündigt, die Produktion des Polestar 3 nach South Carolina auszuweiten. Durch die Verwendung von B30-Biokraftstoff, der 30 Prozent Fettsäuremethylester (FAME) enthält, können nach Firmenangaben die Emissionen auf diesen Schifffahrtsrouten im Vergleich zu herkömmlichen schwefelhaltigen Brennstoffen um etwa 20 bis 25 Prozent gesenkt werden.

Polestar habe Maßnahmen ergriffen, um den interkontinentalen Seetransport für Produktionsmaterialien und den Vertrieb von Ersatzteilen zu dekarbonisieren, heißt es. Diese sollen nun mit 100 Prozent FAME-Kraftstoff betrieben werden, wodurch die Treibhausgasemissionen im Vergleich zu fossilen Brennstoffen laut Polestar um 84 Prozent reduziert werden. Der FAME-Kraftstoff basiert auf erneuerbaren Quellen, einschließlich Altspeiseöl. Es werden keine Rohstoffe verwendet, die mit Palmöl oder der Palmölproduktion in Verbindung stehen.

Jonas Engström, Head of Operations bei Polestar:

„Für Polestars Ziel, bis 2040 klimaneutral zu werden, ist dies ein wichtiger Schritt. Dazu müssen wir alle Treibhausgasemissionen in unseren Produktionsstätten und in allen Phasen des Lebenszyklus unserer Fahrzeuge eliminieren, einschließlich der Emissionen in der Lieferkette. Da wir mit der Ausweitung unserer Modellpalette und unserer Produktionsstandorte in eine beschleunigte Wachstumsphase eintreten, wird der Bedarf an nachhaltigen Logistiklösungen noch größer.“