Automobillogistik: Audi liefert Batteriemodule per Bahn an

Dadurch, dass Bauteile für Audis Batteriefertigung in Brüssel künftig per Schiene ankommen, sollen jährlich rund 2.600 Tonnen CO2 eingespart werden.

Audi hat den Anlieferungsprozess für die Batteriemodule aus Ungarn für die Fertigung in Brüssel optimiert. (Foto: Audi)
Audi hat den Anlieferungsprozess für die Batteriemodule aus Ungarn für die Fertigung in Brüssel optimiert. (Foto: Audi)
Therese Meitinger

Batteriemodule und -zellen aus Ungarn werden bei Audi künftig mit DB Cargo auf der Schiene statt wie bisher per Lkw nach Brüssel transportiert. Das berichtet eine Pressemitteilung vom 3. Juni. Dieser Umstieg soll etwa 2.600 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen – und als Vorbild für die Umstellung möglichst aller Transporte von Batteriebauteilen des Autoherstellers fungieren. Die Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks sei zentrales Ziel des standortübergreifenden Umweltprogramms „Mission:Zero“, gibt der Automobilist an. Die Umstellung der Transporte zwischen Ungarn und Brüssel ist laut Audi im Mai gestartet und soll Anfang 2023 abgeschlossen sein.

„Brüssel hat eine Vorreiterrolle inne, doch wir haben dieses nachhaltige Logistikkonzept für Batteriemodule und -zellen für das gesamte Produktionsnetzwerk von Audi entwickelt“, sagt Dieter Braun, Leiter Supply Chain bei der Audi AG.

Perspektivisch sollen ihm zufolge möglichst alle Produktionsstandorte diese Lösung umsetzen.

Klimaneutraler Transport der Batteriezellen

Mit dem Projekt in Brüssel sieht der Hersteller das Potenzial des Supply-Chain-Konzepts verdeutlicht: Die in Belgien für die Modelle „Audi e-tron“ und „Audi e-tron Sportback“ benötigten Batteriemodule und -zellen werden laut dem Hersteller bisher per Lkw über die ungefähr 1.300 Kilometer lange Strecke vom Zulieferer in Ungarn transportiert. Dafür machen sich täglich zwölf bis 15 vollbeladene Fahrzeuge quer durch Europa auf den Weg. Diese Lkw ersetze nun der Schienenverkehr, heißt es.  

Wo es möglich ist, nutzt Audi nach Eigenangaben das Angebot „DBeco“ plus von DB Cargo – aktuell für die Streckenabschnitte in Österreich und Deutschland: Hier wird nach Anbieterangaben die verbrauchte Strommenge ausschließlich aus erneuerbaren Quellen wie Wind-, Wasser- oder Sonnenenergie bezogen, der Transport erfolgt also CO2-frei. In Ungarn und Belgien nutzt Audi das Produkt „DBeco neutral“, das heißt, das Unternehmen kompensiert die verbrauchte Strommenge mit Klimazertifikaten. Das beim Transport produzierte CO2 wird damit an anderer Stelle wieder eingespart.

Die Prozesskosten bei der Anlieferung der Batteriemodule aus Ungarn reduzieren sich Audi zufolge jährlich um eine Summe im Millionenbereich. Die Einsparungen resultierten nicht nur aus dem Umstieg auf die Schiene, vielmehr sei der gesamte Anlieferungsprozess bis ins Werk Brüssel optimiert worden, heißt es.

Der Zulieferer der Batteriemodule in Ungarn verfügt über keinen eigenen Gleisanschluss. DB Cargo, Projektpartner der Audi AG, hat daher kürzlich am Standort Győr ein Logistics Center (LC) in Betrieb genommen. Hier findet der witterungsgeschützte Umschlag der Batteriemodule von der Straße auf die Schiene statt.

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