Automatisierung: Würth modernisiert vier europäische Logistikstandorte mithilfe von Knapp

Würth setzt in seinem Headquarter in Künzelsau verstärkt auf Robotik des Automatisierer Knapp. In der italienischen und französischen Auslandsniederlassung des Befestigungsspezialisten wird der Einsatz des Lagersystems „OSR Shuttle Evo“ ausgebaut.

Neue „Pick-it-Easy“-Robots von Knapp kommen in den Auslandsniederlassungen von Würth in Italien und Frankreich zum Einsatz. (Bild: Knapp)
Neue „Pick-it-Easy“-Robots von Knapp kommen in den Auslandsniederlassungen von Würth in Italien und Frankreich zum Einsatz. (Bild: Knapp)
Gunnar Knüpffer

Würth nutzt beim Ausbau seiner Zentrale in Künzelsau sowie bei neuen Projekten in Italien, Frankreich und Ungarn erneut die Automatisierungskompetenz von Knapp aus Österreich. Die größten Auslandsniederlassungen in Frankreich und Italien führen dabei erstmalig auch das SAP EWM zusammen mit dem Technologiepartner ein, ist einer Pressemitteilung von Knapp vom 24. Mai zu entnehmen.

Das Headquarter der Adolf Würth GmbH & Co. wird mit einem Robotik-Schwerpunkt erweitert, wodurch die Leistung der bestehenden Anlage von Knapp in zwei Ausbaustufen verdoppelt wird. Zwei „Pick-it-Easy“-Robots, sechs „Pick-it-Easy“-Arbeitsplätze und zwei Versandroboter für die Karton- und Behälter-Palettierung (in der ersten Ausbaustufe) modernisieren das europäische Zentrallager für Industriekunden. Das zentrale Lagersystem „OSR Shuttle Evo“ wird ebenso erweitert und eine „Fastbox“ als schneller Lager- und Pufferturm bildet eine Ergänzung. Die Softwaremodule von Knapp runden das Automatisierungskonzept ab und sollen für einen reibungslosen Ablauf innerhalb des Lagers sorgen. Würth kann in der ersten Ausbaustufe künftig rund 24.000 Auftragszeilen aus dem Shuttle abwickeln, in einer zweiten Ausbaustufe können die Auftragszeilen durch weitere „Pick-it-Easy“-Robots und zusätzliche Arbeitsplätze auf 50.000 Auftragszeilen pro Tag erhöht werden.

Im italienischen Egna (deutsch: Neumarkt, Südtirol) nimmt Würth eine große Erweiterung mit der Technologie von Knapp vor. Von dort beliefert der Weltmarktführer in der Entwicklung und dem Vertrieb von Montage- und Befestigungsmaterial künftig Betriebe in ganz Norditalien bis nach Rom. Drei Palettierroboter, zwei Pick-it-Easy“-Robots und acht Pick-it-Easy-Arbeitsplätze kommen dort in der Intralogistik zum Einsatz. Der Automatisierer gestaltet den Umbau der bestehenden Anlage so, dass während der gesamten Projektlaufzeit die Lieferfähigkeit gewährleistet wird.

Einer der Hauptgründe für die Entscheidung für Knapp sei das sauerstoffreduzierte „OSR Shuttle Evo“, ließ der Anbieter verlautbaren. Durch diese Anpassung kann Würth beinahe sein gesamtes Artikelspektrum im Shuttlesystem lagern, auch leicht entzündliche Artikel. Das geht laut Knapp mit einer deutlichen Kostenreduktion für Würth einher, da andernfalls ein eigener Abschnitt mit speziellen Brandschutzvorkehrungen nötig wäre. In Egna nutzt Würth erstmalig auch auf das Know-how des Technologiepartners im Bereich „SAP EWM“. Dabei wird das bestehende SAP-WM System (Warehouse Management System) durch ein SAP EWM abgelöst. Ab dem Go-Live der Anlage, der für Anfang 2024 geplant ist, soll Würth in Spitzenzeiten täglich bis zu 27.000 Auftragszeilen abwickeln können.

In Erstein (Frankreich) arbeiten Knapp und der Befestigungsspezialist erstmals bei einer Erweiterung des bestehenden Lagers zusammen. Herzstück ist auch dort das „OSR Shuttle Evo“. Die angeschlossenen Ware-zu-Person-Arbeitsplätze der „Pick-it-Easy“-Serie runden das Konzept ab. Auch der Wareneingangs- und der Versandbereich werden um Technologie von Knapp ergänzt und sämtliche Lagerbereiche miteinander verbunden. Auch dort kommt „SAP EWM“ als WMS erstmalig zum Einsatz. Den Ausgangspunkt für die Projekte in Italien und Frankreich bildet ein dabei ein „SAP EWM“-Template. Dieses Master-Warehouse bildet bereits sämtliche Standardprozesse von Würth ab. Knapp setzt auf diesem auf, konzipiert standortspezifische Ausprägungen und implementiert „SAP EWM“ für diese Standorte. Die Anlage in Erstein soll 2024 live gehen und 50.000 geplante Auftragszeilen pro Tag abwickeln.

Würth und Knapp haben gemeinsam 18 Automatisierungslösungen in elf Ländern realisiert, die erneuert und erweitert werden. Die Grundlage für diese Partnerschaft ist ein für Würth eingerichtetes, strategisches Key Account Management bei Knapp. Der gemeinsame Innovationsgedanke lässt dabei laut Technologiepartner immer wieder neue zukunftsorientierte Lösungen entstehen.