Automatisierung: Vahle nimmt neues Wabenlager in Betrieb

Die Anlage ist ein Kernbestandteil des neuen Fertigungskonzepts am Standort Kamen.

330 Lagerplätze, in denen vor allem Aluminium, Kupfer und Kunststoff gelagert werden, stehen in dem hochmodernen Wabenlager der Paul Vahle GmbH & Co. KG zur Verfügung. (Foto: Vahle)
330 Lagerplätze, in denen vor allem Aluminium, Kupfer und Kunststoff gelagert werden, stehen in dem hochmodernen Wabenlager der Paul Vahle GmbH & Co. KG zur Verfügung. (Foto: Vahle)
Melanie Wack

Die Paul Vahle GmbH & Co. KG hat am 26. November bekanntgegeben, dass Produktion und Intralogistik im Kamener Headquarter modernisiert sind. Mit der Installation eines Wabenlagers der schweizerischen Fehr Lagerlogistik AG stellt der Systemanbieter für mobile Industrieanwendungen der Pressemitteilung zufolge sein Fertigungskonzept grundlegend um. In den 330 Waben lagert demnach das flexible „honeycomb“-System Güter mit einer Länge von über sechs Metern und einem Gewicht von bis zu drei Tonnen pro Wechselkassette. Der optimierte Materialfluss erfolge über ein automatisches Eintisch-Regalbediengerät direkt zu den Montagestationen. Sämtliche Komponenten für die Energie- und Datenübertragung sowie Positionierung lieferte Vahle nach Eigenangaben selbst.

„Dieser innovative Fertigungsstandort ist Ausdruck der Leistungsfähigkeit von Vahle. So können wir die individuellen Wünscheund Anforderungen unserer Kunden noch besser bedienen“, erklärt Henning Stelte, Leiter Operations bei der Paul Vahle GmbH & Co. KG, die Umstrukturierung im Kamener Headquarter. Dafür hat das Unternehmen nach der Inbetriebnahme des automatischen Kleinteilelagers im vergangenen Jahr nun einen siebenstelligen Betrag in das neue Langgut-Wabenlager investiert: „Mit dem implementierten LEAN-Konzept digitalisieren, vernetzen und verschlanken wir unsere Prozesse und können so unseren Materialfluss und die Warenströme zu unseren Kunden effizienter gestalten“, so Stelte.

Vollautomatische Lagerung

Das System der Fehr Lagerlogistik AG verfügt laut Mitteilung über 330 Lagerplätze mit einer Wabenlänge von bis zu 6,4 Metern, in denen jeweils bis zu drei Tonnen gelagert werden können. Herzstück ist das automatische Regalbediengerät (RBG), welches die Waren nach ihrer Einlagerung mit bis zu 120 Metern pro Minute zu ihrer jeweiligen Wabe bringt, so die Pressemeldung. Sobald ein Mitarbeiter Fertigungsmaterial anfordert, fährt das RBG die gesamte Lagerkassette heraus und transportiert sie zur Montagestation. Dort wird die benötige Menge entnommen, bevor das Warengestell zurück an seinen Lagerplatz befördert wird. Die vollautomatische auftragsbasierte Steuerung erfolgt durch die Anbindung an das ERP-System von Vahle.

Holger von der Heyde, verantwortlicher Projektleiter und zuständig für Kaizen und Prozessverbesserung bei Vahle, skizziert den Nutzen: „Wir verschlanken so unsere Arbeitsprozesse und erhöhen die Materialverfügbarkeit in der Produktion. Ganz nach dem Prinzip „Material zu Mensch“ können sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf rein wertschöpfende Schritte konzentrieren.“

Nachhaltigkeit im Fokus

Um die neue Anlage in die bestehende Infrastruktur zu integrieren, wurden der Mitteilung zufolge in der bestehenden, 2.500 Quadratmeter großen Produktionshalle weitreichende Fundamentarbeiten vorgenommen und eine auf Nachhaltigkeit ausgelegte technische Infrastruktur installiert. Innovative Betriebsmittel inklusive robotergestützter Fertigungslinien sollen einen effizienten Materialfluss ermöglichen. Dafür sei auch der Hallenboden farbig markiert, um Transportwege und Produktionsbereiche gut sichtbar voneinander abzuheben. Die Warenanlieferung erfolge über einen neu errichteten Anbau mit rund 100 Quadratmetern.

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