Automatisierung: Schaltbau versorgt AKL von Servus Intralogistics mit Gleichstrom

Bei dem neuen Werk NExT Factory“ von Schaltbau, das neben der Versorgung mit Wechselstrom auch eine Gleichstromversorgungsanlage erhält, spielt ein automatisches Kleinteilelager ein besondere Rolle. Dieses AKL von Servus Intralogistics wird als Erstes mit Gleichstrom betrieben.

Schaltbau realisiert eine neues Montagewerk, das schrittweise mit Gleichstrom betrieben werden soll. Als Erstes angeschlossen wird ein automatisches Kleinteilelager. (Bild: Schaltbau GmbH)
Schaltbau realisiert eine neues Montagewerk, das schrittweise mit Gleichstrom betrieben werden soll. Als Erstes angeschlossen wird ein automatisches Kleinteilelager. (Bild: Schaltbau GmbH)
Gunnar Knüpffer

Die Schaltbau GmbH plant ein neues Montagewerk in Velden an der Vils namens NExT Factory mit Logistik, Entwicklung, Prüflabor sowie Betriebsmittel- und Anlagenbau, wobei der Fabrikbetrieb CO2-frei erfolgen soll. Dabei will der Hersteller von elektromagnetischen Schaltgeräten neben einem klassischen Wechselstromnetz auch eine Gleichstromversorgungsanlage im Bereich der energetischen Infrastruktur errichten. Diese Gleichstromverteilanlage soll im Oktober dieses Jahres als Erstes im geplanten automatischen Kleinteilelager (AKL) von Servus Intralogistics zum Einsatz kommen, teilte Schaltbau jetzt LOGISTIK HEUTE mit.

Den Kern des Energiesystems bilden dabei eine PV-Anlage auf dem Dach mit circa 1,4 MWp installierter Leistung sowie ein thermischer Energiespeicher und ein stationäres Batteriespeichersystem. Diese PV-Anlage soll tagsüber das Batteriespeichersystem gänzlich laden. Überschüssige Energie wird zur Energieversorgung der NExT Factory genutzt beziehungsweise in das Versorgernetz zurückgespeist.

Während zum Start der Fabrik im Jahr 2022 erst ein gewisser Teil mit Gleichstrom versorgt wird, soll die NExT Factory langfristig zur DC Factory aus- respektive umgebaut werden. Schaltbau bedient sich der Vorzüge der Gleichstromtechnologie und bindet auf der Erzeugungsseite mehrere Fotovoltaik-Stränge (drei Stränge á 200 kWp), welche bereits gleichstrombasiert arbeiten, direkt ein und spart dadurch die sonst auftretenden Umwandlungsverluste ein. Hier stellt die Verfügbarkeit einer galvanischen Trennung der PV-Wandlungssysteme die aktuell größte Herausforderung dar. Der ebenfalls DC-seitig angebundene Batteriespeicher (Start: 350 kW / 350 kWh) arbeitet aus Prinzip gleichstrombasiert und so können auch hier potenzielle Umwandlungsverluste entfallen.

Neben dem automatischen Kleinteilelager sollen in der DC-basierten Energieinfrastruktur Komponenten wie die Außenbeleuchtung, DC-Ladesäulen für Elektrofahrzeuge, das schaltbauinterne Prüflabor (Shaker) mit Gleichstromapplikationen sowie vereinzelt Lüftungsgeräte und Produktionsanlagen direkt an das DC Netz eingebunden werden.