Automatisierung: Kaufland entscheidet sich für Roboter-Kommissioniersystem

Vanderlande ist der Generalunternehmer für die Automatisierung.

Das neue STOREPICK-System von Vanderlande soll für eine effiziente Abfertigung sowohl eingehender als auch ausgehender Waren sorgen. (Foto: Vanderlande)
Das neue STOREPICK-System von Vanderlande soll für eine effiziente Abfertigung sowohl eingehender als auch ausgehender Waren sorgen. (Foto: Vanderlande)
Melanie Endres

Das internationale Handelsunternehmen Kaufland hat Vanderlande, einen Generalunternehmer für vollautomatisierte Systeme, mit der Planung und Implementierung eines Logistiksystems am Standort Geisenfeld nahe Ingolstadt beauftragt, das hat Vanderlande am 7. September vermeldet. Diese neue Anlage soll das bestehende Distributionszentrum sowie die vorhandene Automation erweitern. Dort sollen zukünftig die Filialpaletten sowie die neue Kaufland-Klapppalette vollautomatisch durch Roboter kommissioniert werden.

Steigerung der Automatisierung

Mit der gemeinsamen Unterzeichnung des Vertrages im Juni hat Kaufland entschieden, mit Vanderlande den nächsten Schritt zur Steigerung des Automatisierungsgrades in seinen Distributionszentren zu gehen, so die Angaben in der Mitteilung. Vanderlande werde als Generalunternehmer das Gesamtsystem, ein automatisches Kleinteilelager (AKL) und eine automatische Kommissionieranlage (AKA) für schnelldrehende Artikel, errichten. Die Anlage werde in mehreren Bauabschnitten entstehen, die Fertigstellung sei für 2023 geplant. Von dem Standort Geisenfeld aus werden laut Mitteilung über 100 Kaufland-Märkte in Bayern und Baden-Württemberg beliefert.

„Wir hatten zunächst die Befürchtung, dass es bei einem Projekt in dieser Größenordnung aufgrund der unerwarteten Umstände zu Verzögerungen in der Projektausarbeitung kommen würde. Umso mehr freut es mich, dass wir gemeinsam mit dem Projektteam von Kaufland in dieser Phase trotz der räumlichen Trennung weiterhin eng, vertrauensvoll und zielgerichtet zusammenarbeiten konnten“, erläutert Vanderlande Deutschland Geschäftsführer Dr. Markus Ehrmann.

Schwere körperliche Tätigkeiten ersetzen

Eine der größten körperlichen Herausforderungen im Logistikbereich ist laut Vanderlande die konventionelle, das heißt manuelle Kommissionierung. Durch Automation sollen schwere körperliche Tätigkeiten ersetzt und erleichtert werden. Die automatische Kommissionierung gewährleiste zudem einen optimierten Aufbau der Paletten. Die Anlagen sind beispielsweise so programmiert, dass schwere Kolli unten und leichtere oben platziert werden. Zudem sollen die Artikel so zusammengestellt werden, dass die Mitarbeiter in den Filialen möglichst optimale Wege beim Einräumen der Ware haben.

Bauarbeiten haben begonnen

Am Standort Geisenfeld haben die Bauarbeiten bereits begonnen, um die Grundlage für die neu zu errichtenden Hallen zu schaffen. Auf über 16.000 Quadratmetern, aufgeteilt auf mehreren Ebenen, werden nach Fertigstellung zukünftig Artikel aus dem Trockensortiment von Kaufland gelagert und kommissioniert, so die Angaben. Unter anderem entsteht dazu laut Vanderlande ein Hochregallager für die Nachschubsteuerung von AKL und AKA. Im AKL werden die langsam drehenden Artikel semiautomatisiert, durch Mitarbeiter an ergonomischen Arbeitsstationen, eingelagert und kommissioniert. Hier erfolge der Einsatz von Shuttle-Systemen. Insgesamt werden nach Vanderlande-Angaben am Standort über 200 Shuttle-Fahrzeuge von Vanderlande für die Einlagerung und Robotertechnik beim AKA für die Kommissionierung genutzt.

Neu entwickelt

Das eigentliche Kernstück dieser Anlage ist laut Mitteilung das von Vanderlande neu entwickelte „STOREPICK-System“, das Kaufland zum ersten Mal an einem seiner Standorte einsetzen wird. STOREPICK sei eine durchgängige, robotergestützte Lagerlösung der nächsten Generation zur automatisierten Kolli-Kommissionierung, die eine Prozessoptimierung in der gesamten Wertschöpfungskette ermöglichen soll. Das System sorge durch optimierte Prozesse im Lager wie auch in den Filialen für eine effiziente Abfertigung sowohl eingehender als auch ausgehender Waren und gewährleistet eine filialfreundliche Belieferung.

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