Automatisches Kleinteilelager: Geis Gruppe beschleunigt die Produktionsversorgung von Siemens Healthineers

Mit Hilfe von zwei AutoStore-Anlagen verkürzt Geis die Bereitstellungszeiten der Aufträge für das neue Werk von Siemens Healthineers in Forchheim um bis zu 70 Prozent. 

Die Gleis Gruppe hat zwei AutoStore-Systeme in ihrem Logistik- und Technologiezentrum Forchheim installieren lassen, um die Produktonsversorgung von Siemens Healthineers zu beschleunigen. (Bild: Geis Gruppe)
Die Gleis Gruppe hat zwei AutoStore-Systeme in ihrem Logistik- und Technologiezentrum Forchheim installieren lassen, um die Produktonsversorgung von Siemens Healthineers zu beschleunigen. (Bild: Geis Gruppe)
Gunnar Knüpffer

Die Geis Gruppe hat in ihrem Logistik- und Technologiezentrum Forchheim ein automatisches Kleinteilelager in Betrieb genommen. Es besteht aus zwei AutoStore-Anlagen, die für eine schnelle, effiziente und sichere Kommissionierung sorgen sollen – bei vergleichsweise geringem Platzbedarf. Rund acht Millionen Euro wurden in das Automatisierungsprojekt investiert, ist einer Pressemitteilung des Logistikdienstleisters vom 14. März zu entnehmen.

Mit dem Lager verkürzt Geis eigenen Angaben zufolge die Bereitstellungszeiten der Aufträge um bis zu 70 Prozent. Davon soll vor allem der langjährige Geis-Kunde Siemens Healthineers AG profitieren.

„Bislang versorgen wir von Forchheim aus deren Werk in Erlangen“, erklärt der bei Geis für die Region verantwortliche Bereichsleiter Maximilian Dörr. „In Zukunft übernehmen wir auch die Produktionsversorgung für das neue, hochmoderne Werk von Siemens Healthineers in Forchheim und werden dann auch vermehrt Fertigungs- und Kanban-Aufträge erhalten.“

Um den veränderten Anforderungen gerecht zu werden, hat Geis frühzeitig drei Konzepte auf den Prüfstand gestellt: das klassische automatische Kleinteilelager, die Fachbodenregal-Anlage und das automatische Lager- und Bereitstellungssystem AutoStore. Letzteres habe sich als die geeignetste Lösung erwiesen und wurde in Abstimmung mit Siemens Healthineers in den vergangenen zwei Jahren umgesetzt.

Das neue Lagersystem besteht aus zwei Anlagen in zwei Hallenschiffen. Durch diese Trennung könne Geis flexibel auf zukünftige Entwicklungen reagieren, teilte der Dienstleister mit. Zudem sind beide Anlagen über so genannte Gateways durch die Wand miteinander verbunden und bilden derzeit eine gemeinsame Einheit.

„Mit diesem innovativen System wird die Kommissionierung deutlich effizienter“, sagte Marco Weißensel, Geschäftsführer der Geis Industrie-Service GmbH. „Für unseren Kunden Siemens Healthineers können wir die Bereitstellungszeiten der Aufträge nicht nur um bis zu 70 Prozent verkürzen, sondern gleichzeitig auch die Pickqualität optimieren, weil die Fehlermöglichkeiten gegenüber herkömmlichen Kommissioniermethoden extrem reduziert wurden.“

Das System nutzt regenerative Energie und hat nach Unternehmensangaben eine hohe Energieeffizienz. Es wird nur eine minimale Beleuchtung benötigt und die Roboter gewinnen beim Bremsen Energie zurück. Die erste, rund 600 Quadratmeter große Ausbaustufe ist nach fünfmonatiger Bau- und Einrichtungszeit seit genau einem Jahr in Betrieb. Sie besteht aus fünf Ports für die Ein- und Auslagerung sowie elf Robotern, die insgesamt 20.000 Behälter, so genannte Bins, bewegen. Die zweite Ausbaustufe umfasst eine Fläche von rund 1.800 Quadratmetern und wurde jetzt in Betrieb genommen. Sie verfügt derzeit über sieben Ports, 19 Roboter und 70.000 Bins.

„Mit Siemens Healthineers verbindet uns seit vielen Jahren eine sehr erfolgreiche Zusammenarbeit“, sagte Erik Lassen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Geis Industrie-Service GmbH. „Mit der kompletten Neustrukturierung und Teilautomatisierung haben wir nun einen Quantensprung hinsichtlich Effizienz und flexiblem Wachstum erreicht.“

Mit dieser Lösung könnten sie sich optimal in die Expansions- und Automatisierungsstrategie von Siemens Healthineers integrieren.