Auszeichnung: GS1 Healthcare Award 2022 für Sterilgut-Tracking

Prämiert wurde außerdem ein Stammdatenportal für das Beschaffungswesen in der Gesundheitswirtschaft.

Ausgezeichnet für ihr Projekt Sterilgutaufbereitung (von links): Ingo Hönig, Holger Tomann (beide Dedalus HealthCare GmbH), Michael Gwozdz, Marco Bergmann (beide Evangelisches Klinikum Niederrhein GmbH), Christiaan Mijer (Instruclean GmbH). (Bild: GS1 Germany)
Ausgezeichnet für ihr Projekt Sterilgutaufbereitung (von links): Ingo Hönig, Holger Tomann (beide Dedalus HealthCare GmbH), Michael Gwozdz, Marco Bergmann (beide Evangelisches Klinikum Niederrhein GmbH), Christiaan Mijer (Instruclean GmbH). (Bild: GS1 Germany)
Therese Meitinger

Der diesjährige „GS1 Healthcare Award“ geht an den Klinikverbund des Evangelischen Krankenhauses Niederrhein sowie die Macher des „Healthcare Content Data Portal“. Das berichtet eine Pressemitteilung vom 15. September.  Der Preis, der seit 2015 jährlich im Rahmen der Konferenz „Healthcare live!“ verliehen wird, soll nach Auskunft der Normierungsorganisation Leistungen würdigen, die dank kollaborativer Tatkraft in der Prozessgestaltung zwischen medizinischen Leistungserbringern und der Industrie Sicherheit und Effizienz erzielen.

Alle Marktteilnehmer aus dem Gesundheitswesen können sich laut dem Ausrichter für den GS1 Healthcare Award in der Kategorie Kooperation bewerben – Hersteller von Medizinprodukten, pharmazeutische Unternehmen, Krankenhäuser, logistische Dienstleister oder auch Apotheken. Die zwei diesjährigen Preisträger-Projekte hätten die Jury durch Innovationskraft verbunden mit dem Fokus auf die Sicherheit für die Patienten überzeugt, heißt es. Der Erfolg dieser Projekte liege in den effizienteren Prozessen unter Nutzung der GS1 Standards. Beide Projekte sind GS1 zufolge umgesetzt und haben flächendeckende Rollout-Fähigkeit.

Die Preisträger des GS1 Healthcare Awards 2022

Der Healthcare Award 2022 würdigt die Dokumentation und Transparenz der Sterilgutaufbereitung (AEMP) im Klinikverbund des Evangelischen Krankenhauses Niederrhein (EvKLN), realisiert gemeinsam mit Instruclean und Dedalus.

Wie kann eine lückenlose Rückverfolgbarkeit des Sterilguts gewährleistet werden? Der Klinikverbund EvKLN und das Unternehmen Instruclean haben dafür in Zusammenarbeit mit Dedalus (DACH) eine umfassende Lösung gefunden. Die unterschiedlichen Softwaresysteme der Kliniken und von Instruclean wurden der Pressemitteilung zufolge mithilfe von GS1 Standards synchronisiert und ein gemeinsamer Datenpool für eine neue automatisierte Dokumentation der kompletten Sterilgutaufbereitung geschaffen. Die GTIN – Global Trade Item Number – sei das verbindende Element zwischen der Klinik und der externen AEMP, so die Mitteilung. Jedes Sterilgut können nun durch eine GTIN gekennzeichnet und mit Angaben, beispielsweise zum Produktionsdatum, zur Sterilität und Haltbarkeit verknüpft werden. Mittels GS1 Barcode-Etiketten lässt sich der Mitteilung zufolge jedes Sieb im Sterilgutkreislauf eindeutig nachverfolgen, termingerecht planen und automatisiert erfassen – auch in der elektronischen Patientenakte.

Der GS1 Healthcare Award 2022 würdigt außerdem das HCDP, „Healthcare Content Data Portal“ als Branchenlösung – eine digitale Lösung statt Katalog, ermöglicht durch Sana Einkauf & Logistik, Prospitalia, EKKplus, P.E.G., EK Unico und Bayard Consulting.

Einen weiteren Baustein zur Digitalisierung in medizinischen Einrichtungen liefert nach Überzeugung der Jury ein auf die gesamte Branche ausgerichtetes Stammdatenportal für das Beschaffungswesen der Gesundheitswirtschaft. Hier liege der Schlüssel des Erfolgs in einheitlichen Branchenstandards, so GS1 Germany. Ziel sei der Aufbau eines unabhängigen Branchenstammdatenpools als Non-Profit-Initiative, um quantitativ und qualitativ hochwertige Daten für die Healthcare-Branche und deren Prozesse bereitzustellen. Einkaufsgemeinschaften aus dem Gesundheitssektor entwickelten laut der Mitteilung mit dem HCDP einen Pool für elektronische Artikelstammdaten. Es ist demnach die erste Branchenlösung dieser Art. Das Healthcare Content Data Portal versetze angeschlossene Gesundheitseinrichtungen und ihre Geschäftspartner in die Lage, effizientere Prozesse in Einkauf und Logistik miteinander zu generieren. Konkret ist nach Überzeugung der Jury eine zentrale Stelle für Lieferanten, auch für kleine KMU, mit geringer Einstiegshürde für elektronische Datenlieferung entstanden.