Außenhandel: USA könnten 2024 China als größten Handelspartner Deutschlands ablösen

Laut einer Studie von Germany Trade & Invest gingen im Jahr 2023 die deutschen Exporte nach China um neun Prozent zurück, die Importe der Bundesrepublik aus dem Reich der Mitte reduzierten sich sogar um 19 Prozent.

Die USA könnten 2024 laut einer Studie von GTAI China als größten Außenhandelspartner Deutschlands ersetzen. (Bild: AdobeStock, THANANIT)
Die USA könnten 2024 laut einer Studie von GTAI China als größten Außenhandelspartner Deutschlands ersetzen. (Bild: AdobeStock, THANANIT)
Gunnar Knüpffer

Die USA könnten im Jahr 2024 der größte Außenhandelspartner Deutschlands werden und damit China ablösen, das seit 2016 eine führende Stellung im Handel mit der Bundesrepublik innehatte. Zu dieser Einschätzung kommt Germany Trade & Invest (GTAI) in einer Studie vom 27. Januar. Demnach gingen im Jahr 2023 sowohl die Importe aus China nach Deutschland um rund 19 Prozent zurück und die heimischen Exporte in das Reich der Mitte reduzierten sich um rund neun Prozent.

Laut GTAI gibt es in den USA und China gegenläufige Entwicklungen: Investitionsprogramme und Ausgaben im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen im November 2024 dürften weiter für eine Nachfrage in den USA sorgen. Dagegen bleibe eine Erholung in China aus: Die Stimmung der deutschen Wirtschaft in China ist dem Business Confidence Survey der AHK Greater China zufolge verhalten.

Die deutschen Ex- und Importe mit China betragen den Berechnungen von GTAI zufolge im Jahr 2023 rund 254 Milliarden Euro. Die USA liegen nur rund ein bis zwei Milliarden dahinter. Für diese Berechnungen nutzte die deutsche Außenhandelsorganisation vorläufige Exportdaten des Statistischen Bundesamtes. Importdaten lagen dabei noch nicht vor.

„Bei nachträglichen Revisionen der Handelsdaten könnte es ein noch knapperes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen China und den Vereinigten Staaten werden, sodass die USA möglicherweise schon 2023 vorne landen“, schreibt Autorin Katharina Viklenko.

Die Importe aus China nahmen 2023 so stark ab, dass der Anteil der Einfuhren aus der Volksrepublik am deutschen Gesamtimport auf 11,4 Prozent sank. Das entspricht dem Niveau des ersten Coronajahres 2020. Bei den Importen aus China verzeichneten viele wichtige Handelspositionen Rückgänge: Vor allem chemische Erzeugnisse waren betroffen (-70 Prozent), Möbel (-31,3 Prozent) sowie Textilien (-25,6 Prozent). Dagegen stiegen Einfuhren von chinesischen Kraftfahrzeugen um 35,6 Prozent.

Bei der Bedeutung als Abnehmermarkt Deutschlands lag China zuvor schon auf Platz vier. Und der Anteil Chinas an den deutschen Gesamtausfuhren ging 2023 laut GTAI nochmals auf 6,2 Prozent zurück. Vor allem beim Export von Kfz (-18,2 Prozent) und bei chemischen Erzeugnissen (-13,7 Prozent) gab es große Rückgänge. Während China somit seine Exporte von Kraftfahrzeugen stark erhöhen konnte, reduzierten sich die Kraftfahrzeug-Warenströme in umgekehrter Richtung.

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