Ausbildung: Still setzt auf zweimonatiges Onboarding zur Mitarbeiterbindung

Bei dem Hamburger Staplerhersteller werden Auszubildende bereits frühzeitig in Unternehmensabläufe eingebunden.

Beim Staplerhersteller Still sind aktuell mehr als 200 Auszubildende und duale Studenten beschäftigt, die in einem zweimonatigen Onboarding-Programm auf ihre neuen Aufgaben vorbereitet werden. (Foto: Still)
Beim Staplerhersteller Still sind aktuell mehr als 200 Auszubildende und duale Studenten beschäftigt, die in einem zweimonatigen Onboarding-Programm auf ihre neuen Aufgaben vorbereitet werden. (Foto: Still)
Sandra Lehmann

Mehr als 200 junge Erwachsene in sieben unterschiedlichen Ausbildungsberufen und neun dualen Studiengängen durchlaufen derzeit deutschlandweit ihre Ausbildungs- und Studienzeit beim Flurförderzeugspezialisten Still. Um die Nachwuchskräfte von Beginn an ins Unternehmen zu integrieren, setzt der Hersteller auf eine fast zweimonatige Onboarding-Phase. Im Rahmen dieser lernen die Nachwuchskräfte das Unternehmen und dessen Werte kennen, heißt es vonseiten Still.

Das Onboarding soll dem Unternehmen zufolge auch dazu dienen, neben fachlichen Qualifikationen und Verständnis für den Wirtschaftszweig Logistik, organisatorische und soziale Kompetenzen sowie Leidenschaft und Begeisterung für die Lösungen des Unternehmens zu entwickeln. Gleichzeitig sieht Still sein Ausbildungs- und Studienprogramm als Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb um kompetenten Nachwuchs für die Intralogistikwirtschaft.

„Wir lassen unsere Auszubildenden und Studierenden vom ersten Tag an spüren, dass sie Teil der Still Familie sind und ihre Ausbildung einen hohen Stellenwert für uns hat“, erklärt Still Ausbildungsleiter Jan Wehlen. „Neben den fachlichen Inhalten spielen dabei die persönliche Wertschätzung und vertrauensvolle Begleitung eine entscheidende Rolle.“

Wie still berichtet, werden die Nachwuchskräfte bereits ab Vertragsunterzeichnung – teilweise bis zu ein Jahr im Voraus – in die Aktivitäten des Unternehmens, wie firmeninterne Events, eingebunden. Beim traditionellen Welcome Day begrüße die Unternehmensführung dann persönlich deutschlandweit alle neuen Auszubildenden und dual Studierenden an ihrem ersten Tag bei Still. Der Welcome Day findet in der Hamburger Unternehmenszentrale statt und wird von dort live in alle Niederlassungen übertragen.

„Der Welcome Day ist immer ein toller Start für unseren neuen Ausbildungs- und Studienjahrgang“, erklärt Wehlen. „Die neuen Kolleginnen und Kollegen werden mit viel Wertschätzung und Herzlichkeit begrüßt, erleben direkt das Zusammengehörigkeitsgefühl ihres Jahrgangs und den besonderen Still Spirit.“

Der Willkommenstag sei zugleich der Startschuss für einen fast zweimonatigen Onboarding-Prozess: Neben fachlichen Grundlagen, IT- und Sicherheitseinweisungen, Schulungen im Umgang mit den neuen Arbeitsmaterialien sowie einem mehrtägigen praktischen Sicherheits- und Arbeitsschutzseminar bei der Berufsgenossenschaft sollen die Azubis und Studierenden lernen, sich aufeinander zu verlassen sowie selbstreflektiert und eigenständig zu arbeiten. Berufsübergreifende Teambuildings, Workshops und gemeinsame Freizeitaktivitäten sind still zufolge ebenso Teil des Programms wie ein professionelles Kampagnen-Shooting und das jahrgangsübergreifende Sommerfest, bei dem Meister und Betreuer persönlich am Grill stehen und für das leibliche Wohl des Intralogistiknachwuchses sorgen.

Abschluss des Onboarding-Prozesses ist das viertägige Staplerbauseminar, das bereits seit mehr als 20 Jahren fester Bestandteil der Still Ausbildung ist. Hier gründen die Berufseinsteiger in Kleingruppen ein eigenes Intralogistikunternehmen – inklusive der Konstruktion eines eigenen Gabelstaplers. Die Modelle werden abschließend vor einer Jury aus dem Still Management präsentiert, ausgiebig getestet und Probe gefahren.

„Unser Staplerbauseminar ist inzwischen legendär und jedes Jahr ein Highlight – für die Azubis und Studierenden ebenso wie für die Ausbildenden und die Jury“, erläutert Wehlen. „Es ist immer wieder faszinierend, das Engagement der Teilnehmenden, aber auch die vielen innovativen und smarten Ideen zu beobachten, die im Zuge der Staplerkonstruktion entstehen. Das ist auch für die Fachjury ein spannender Einblick in die Intralogistikgeneration von morgen.“