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Augmented und Virtual Reality: Neue Möglichkeiten für die Logistik

CeMAT-Fachforum drehte sich um Potenziale von AR- und VR-Lösungen.
Diskutierten auf der CeMAT 2018 über Augmented- und Virtual-Reality-Lösungen für die Logistik (von links): Johanna Bellenberg (Picavi), Benedikt Mättig (Fraunhofer IML), Gerald Müller (Schenker Deutschland AG), Dr. Christian Schwede (Fraunhofer IML), Dr. Vinzent Rudtsch (Audi) und Moderator Matthias Pieringer (LOGISTIK HEUTE). (Foto: Sandra Lehmann)
Diskutierten auf der CeMAT 2018 über Augmented- und Virtual-Reality-Lösungen für die Logistik (von links): Johanna Bellenberg (Picavi), Benedikt Mättig (Fraunhofer IML), Gerald Müller (Schenker Deutschland AG), Dr. Christian Schwede (Fraunhofer IML), Dr. Vinzent Rudtsch (Audi) und Moderator Matthias Pieringer (LOGISTIK HEUTE). (Foto: Sandra Lehmann)
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Matthias Pieringer

Mit neuen Lösungen für die Mensch-Maschine-Interaktion hat sich ein Fachforum zu Augmented Reality und Virtual Reality in der Logistik auf der Messe CeMAT 2018 in Hannover auseinandergesetzt. Die Experten aus Industrie, Wissenschaft und Logistikdienstleistung beschäftigten sich in ihren Vorträgen und einer Gesprächsrunde mit Augmented-Reality-Lösungen (AR), die operative Prozesse unterstützen, sowie mit Virtual-Reality-Lösungen (VR) für Planung und Training.

VR-Lernspiel für Logistikmitarbeiter

„Das Holodeck wird langsam Realität“, sagte Dr. Christian Schwede, Abteilungsleiter Informationslogistik und Assistenzsysteme am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, Dortmund, in Hinblick auf die virtuelle Realität. Als Beispiel für ein mittels VR umgesetztes „Serious Game“ erläuterte der Forschungsexperte das am Fraunhofer IML entwickelte „PickNick“. Das Lernspiel soll neuen Logistikmitarbeitern in der „Ich-Perspektive“ realitätsnah Abläufe und Wissen vermitteln – ohne den laufenden Betrieb zu beeinträchtigen.

Augmented Reality: reale und virtuelle Objekte in einer Darstellung

Benedikt Mättig, Leiter Anwendungszentrum des Innovationslabors am Fraunhofer IML, erklärte den CeMAT-Forumsbesuchern, dass Augmented Reality als die Verschmelzung realer und virtueller Objekte in einer gemeinsamen Darstellung zu verstehen sei. Mättig differenzierte zwischen „Assisted Reality“ mit monokularen Datenbrillen (kurze Informationen im Sichtfeld; Hände frei beim Betrieb) und „echtem“ Augmented Reality mit binokularen Brillen (Information abhängig von Blickrichtung und Fokus; Brille wird bei Bedarf aufgesetzt; nicht auf Dauerbetrieb ausgelegt). Datenbrillen könnten, so Mättig, zum Beispiel für die Verpackungsoptimierung genutzt werden: Über die Brille wird dem Logistikmitarbeiter die empfohlene Position der zu verpackenden Objekte im Karton angezeigt. „Die Datenbrille erkennt, ob ein Objekt korrekt platziert wurde und gibt dem Anwender eine entsprechende Rückmeldung.“

DenMenschen unterstützen

Über den „Erfolgsfaktor Datenbrille in der Logistik“ und die intuitive Unterstützung des Menschen referierte Johanna Bellenberg, Director Marketing & Communications beim Lösungsanbieter Picavi GmbH. „Rund 80 Prozent der Informationen verarbeitet der Mensch visuell“, sagte Bellenberg. Durch die visuelle Prozessführung und die damit verbundene kognitive Entlastung erreiche man maximale Produktivität, nannte sie als einen Vorteil von Datenbrillen-Anwendungen. Die Ergonomie (Balance, sicherer Sitz, Gewicht, Handling) ist laut der Picavi-Fachfrau ein „extrem wichtiger Punkt“, der zur Akzeptanz führt.

Gamification bei Schenker

„Wie wir sicher mit digitalen Möglichkeiten Prozesse besser lernen und verstehen können“ – das erläuterte Gerald Müller, Vice President Prozess- und Effizienzmanagement, Schenker Deutschland AG. Müller ging dabei auf die Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IML im Rahmen des in Dortmund eingerichteten „DB Schenker Enterprise Lab für Logistik und Digitalisierung“ ein: Der Experte erläuterte, dass sich das Logistikdienstleistungs-Unternehmen mit Gamification als innovativem Trainingskonzept für die Mitarbeitergewinnung und die Weiterentwicklung bestehender Mitarbeiter beschäftige. „In Implementierungsphasen von Logistikprojekten haben wir die Möglichkeit, Mitarbeiter bereits virtuell an ihre Umgebung zu gewöhnen“, sagte Müller über einen der Vorteile.

VR-Planung in der Automobillogistik

Dr. Vinzent Rudtsch, der in der Logistikplanung Zentralfunktionen der Audi AG tätig ist, sprach über Virtual-Reality-Planung in der Automobillogistik. Virtual Reality sei eine vielversprechende Technologie zur Unterstützung von Planungsprozessen und Workshop-Abstimmungen. Der Einsatz als eigenständiges Planungstool sei aus aktueller Sicht noch nicht sinnvoll, da die Interaktionsmöglichkeiten in der Virtual Reality noch intuitiver werden müssten. Der Audi-Experte wies auch darauf hin, dass der Umgang mit vertraulichen oder geheimen Daten – Prototypen- und Vorserienteile – die Anforderungen an die IT-Infrastruktur erheblich erhöhe. „Ein wesentlicher Hebel zur nachhaltigen Effizienzsteigerung durch Virtual Reality ist die einfache Zugänglichkeit aus dem bisherigen Logistikplanungsprozess“, fasste Rudtsch zusammen.

Das Forum wurde vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML in Kooperation mit dem Fachmagazin LOGISTIK HEUTE organisiert. Durch die Veranstaltung führte Matthias Pieringer, stellvertretender Chefredakteur LOGISTIK HEUTE, als Moderator.

Die Intralogistik-Fachmesse CeMAT 2018 findet vom 23. bis 27. April parallel zur HANNOVER MESSE in der niedersächsischen Landeshauptstadt statt.

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