Werbung
Werbung
Werbung

Arbeit 4.0: Attraktivität bestimmt das Handeln

Deutscher Logistik-Kongress zeigte, wie Unternehmen Strukturen anpassen können.
Line Jehle erklärte während der Session „Arbeit 4.0“, warum Attraktivität in der Unternehmenswelt zukünftig eine wichtige Rolle spielen könnte. (Foto: BVL/Kai Bublitz)
Line Jehle erklärte während der Session „Arbeit 4.0“, warum Attraktivität in der Unternehmenswelt zukünftig eine wichtige Rolle spielen könnte. (Foto: BVL/Kai Bublitz)
Werbung
Werbung
Sandra Lehmann

Unsere Arbeitswelt wird in Zeiten des digitalen Wandels zunehmend durch die Attraktivität von Angeboten bestimmt. Je anziehender Offerten auch in der Unternehmenswelt seien, desto wahrscheinlicher sei es, dass sie Gehör finden. So könnten auch etablierte Firmen flexibler werden und ihre Werte einer neuen Arbeitsgeneration anpassen. Das war die Kernaussage der Session „Arbeit 4.0“, die am 20. Oktober im Rahmen des 33. Deutschen Logistik-Kongresses in Berlin stattfand.

Spontanität statt Planung

Laut Line Jehle, Geschäftsführende Gesellschafterin der Perform-globally.com GmbH ist damit vor allem gemeint, dass Unternehmen zukünftig weniger vorstrukturieren und planen und dafür häufiger spontan Entscheidungen fällen müssten. „Wir wählen bereits heute bei Kleinigkeiten sehr oft danach aus, was uns attraktiv, interessant und erstrebenswert erscheint. Dieses Verhalten wird auch bei Unternehmensentscheidungen zukünftig wichtiger, weil es Organisationen Agilität verleiht“, so die Expertin. Besonders häufig könne man dieses Verhalten bei Start-ups beobachten. Damit würden etablierte Strukturen und geplante Prozesse jedoch nicht grundsätzlich abgeschafft. „Es geht vielmehr darum, diese Handlungsebene zusätzlich ins Unternehmen zu integrieren“, so Jehle.

Mehrere Rollen einnehmen

Bereits erfolgreich umgesetzt hat diese Strategie die Allsafe Jungfalk GmbH & Co. KG aus Engen. Das Maschinenbauunternehmen hatte vor Kurzem einen Veränderungsprozess eingeleitet und seine Unternehmensstrukturen damit deutlich verschlankt, wie der Geschäftsführende Gesellschafter Detlef Lohmann in seinem Vortrag erläuterte. „Wir sind durch in der Veränderungsphase zu dem Schluss gekommen, dass es keine festen Aufgabenverteilungen mehr in den Teams geben sollte. Unsere Mitarbeiter erfüllen heute mehrere Rollen, je nach dem welches Projekt gerade bearbeitet wird“, sagte der Unternehmer. Das habe auch damit zu tun, dass sich die Anforderungen, die der Markt an den Maschinenbauer stelle, viel schneller veränderten als noch vor wenigen Jahren. „Dadurch steht immer etwas anderes im Vordergrund. Unsere Struktur, die in strategische Projekte, Kundenprojekte und Tagesgeschäft aufgeteilt ist, muss dieser Flexibilität gewachsen sein“, so Lohmann.

Vertrauen verschlankt Prozesse

Um ein solches Konzept gewinnbringend umzusetzen, ist nach Aussagen des Geschäftsführers nicht nur ein schlüssiges Konzept und eine Portion Mut nötig, sondern vor allem Vertrauen in die eigene Belegschaft. „Ich kann jedem nur raten, den eigenen Mitarbeitern mehr Zutrauen zu schenken und nicht jeden Prozess doppelt und dreifach abzustimmen. So gewinnt man als Unternehmen sehr schnell an Agilität.“

Printer Friendly, PDF & Email
Werbung