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Analyse: Transaktionen nehmen in Logistik & Transport 2019 deutlich zu

Auch der Gesamtwert der Transaktionen fällt im ersten Halbjahr 2019 höher als im Vorgängerhalbjahr aus.

Mehrere Mega-Deals machten sich im ersten Halbjahr 2019 in Transport und Logistik bemerkbar. (Foto: Worawut, Fotolia)
Mehrere Mega-Deals machten sich im ersten Halbjahr 2019 in Transport und Logistik bemerkbar. (Foto: Worawut, Fotolia)
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Therese Meitinger

Das Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers (PwC) hat am 16. Juli die Ergebnisse seiner halbjährlichen Analyse der weltweiten M&A-Aktivitäten in den Wirtschaftsfeldern Transport und Logistik veröffentlicht. Laut der Untersuchung wurden im ersten Halbjahr 2019 in diesen Feldern 123 Fusionen und Übernahmen angekündigt – 23 Transaktionen mehr als im besonders schwachen zweiten Halbjahr 2018. Auch der Gesamtwert der Transaktionen hat sich, so PwC, im Vergleich zum 2. Halbjahr 2018 von 41,6 auf 63,4 Milliarden US-Dollar deutlich verbessert und erreicht den Durchschnittswert der letzten fünf Jahre.

Vor allem der Mega-Deal von Blackstone falle ins Gewicht: Der US-Investor will für 18,7 Milliarden US-Dollar ein Immobilienportfolio mit dem Schwerpunkt „Urban Warehousing“ übernehmen. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr zwölf Mega-Deals angekündigt – allein fünf im Infrastrukturbereich. Als „Mega-Deal“ bezeichnet PwC Transaktionen von einem Volumen von über einer Milliarde US-Dollar.

„Das Transaktionsgeschehen im Transport- und Logistiksektor konnte sich in der ersten Jahreshälfte 2019 erholen – und das trotz zahlreicher Unsicherheiten“, erklärt Ingo Bauer, Leiter des Bereichs Transport & Logistik bei PwC Deutschland. Die Käufer konzentrieren sich laut der Analyse nach wie vor auf wenige hochpreisige Objekte vor allem bei Lagerhaus-, Bahn- und Hafengesellschaften. In anderen Subsektoren seien die Preise auf das Niveau von 2010 gesunken; der Umsatzmultiplikator liege bei nur noch 1,1.

Hafenterminals bleiben attraktive Ziele

Drei der zwölf angekündigten Mega-Deals des ersten Halbjahres 2019 betrafen die Schifffahrt, so PwC. Der australische Infrastrukturinvestor Macquarie war gleich an zwei Mega-Deals beteiligt, die laut des Unternehmens repräsentativ für die Entwicklung in der Branche stehen: Er verkaufte sein Containerterminal DCT Gdansk in Polen für 1,32 Milliarden US-Dollar – und verlagerte seine Hafenaktivitäten strategisch in die USA, indem er dort den Long Beach Container Terminal (LBCT) für 1,78 Milliarden US-Dollar erwarb.

Gemessen an der Anzahl der Mergers & Acquisitions (45) war der Bereich „Logistik und Trucking“ mit einem Anteil von 37 Prozent wie so oft der aktivste Sektor in der ersten Jahreshälfte, so die Analyse. Haupttreiber seien weiterhin die hohen Anforderungen des E-Commerce an die Logistik, die zu Konsolidierungen und grenzüberschreitenden Maßnahmen führen. Und auch der größte Deal des Halbjahres – der Kauf eines Logistikimmobilienportfolios durch Finanzinvestor Blackstone – fand in diesem Segment statt.

Transaktionen in China brechen ein 

Mit nur 23 Deals in Europa verlief laut der Untersuchung das erste Halbjahr besonders ruhig (H1 2018: 38), auch wenn das Deal-Volumen mit 54 Milliarden US-Dollar relativ hoch bleibt. Die Unsicherheiten über den bevorstehenden Brexit hätten dazu beigetragen, dass in Europa derzeit nur wenige Transaktionen stattfänden, argumentiert das Beratungsunternehmen.

Auch in China seien die Anzahl der Deals (23 vs. 40) wie das Volumen (8,6 vs. 11,8 Milliarden US-Dollar) im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2018 eingebrochen. Das schwankende Exportvolumen in den ersten Monaten 2019 könne diese Entwicklung nur bedingt erklären, so PwC; weitere Ursachen seien der Handelskonflikt zwischen China und den USA sowie strengere Investitionsregeln. Der staatlich verordnete Schuldenabbau und die in diesem Zusammenhang zunehmende regulatorische Kontrolle hätten die Mittelbeschaffung für Private Equity und Risikokapital erschwert, was zu Finanzierungsengpässen bei chinesischen Unternehmen führe.

Die USA halten sich nach Maßgabe der Studie trotz gemischter Signale aus dem eigenen Logistikmarkt und extrem gestiegenen Logistikkosten auf einem soliden Level von 24 Deals, vier Deals mehr als im letzten Halbjahr.

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