Analyse: Mehr Stau in deutschen Städten

Köln löst Stuttgart als Metropole mit höchstem Verkehrsaufkommen ab.
Mehr Stau auf deutschen Straßen: Im Vergleich zu 2013 steckten Bundesbürger im vergangenen Jahr vier Stunden länger im Verkehr fest. (Foto: T. Pietsch)
Mehr Stau auf deutschen Straßen: Im Vergleich zu 2013 steckten Bundesbürger im vergangenen Jahr vier Stunden länger im Verkehr fest. (Foto: T. Pietsch)
Sandra Lehmann

Einer Analyse des Verkehrsdaten-Experten von Inrix, Kirkland (USA), zufolge hat das Stauaufkommen in Deutschland im vergangenen Jahr wieder zugenommen. Der jährlich erscheinenden Erhebung „Traffic Scoreboard Reports“ nach standen Autofahrer auf deutschen Straßen 2014 im Schnitt 39 Stunden im Stau, etwa vier Stunden mehr als noch 2013. Damit liegt Deutschland im europäischen Vergleich auf Platz drei. Spitzenreiter ist Belgien – hier liegt das Stauaufkommen bei 51 Stunden pro Kopf.

Mehr Städte betroffen

Die Analyse zeige außerdem, dass nicht nur die Wartezeiten im Verkehr zugenommen haben, sondern auch mehr Städte vom Stau betroffen sind. Von den 22 untersuchten deutschen Ballungsräumen hatten 17 im vergangenen Jahr mit erhöhtem Verkehrsaufkommen zu kämpfen. 2013 war dies nur in acht Ballungsräumen der Fall.

Größter Stauanstieg in Mitteldeutschland

Den größten Anstieg beim Stauvolumen haben laut Inrex die Städte Karlsruhe (21 Prozent) und Magdeburg (50 Prozent) zu verzeichnen, was auch mit den verkehrsgünstigen Lagen der beiden Städte zu tun habe. Magdeburg beispielsweise liegt an den Bundesautobahnen A2 und A14 sowie an der Elbe, dem Mittelland- und Elbe-Havel-Kanal – dementsprechend habe dort der Güterverkehr insgesamt einen großen Einfluss auf das Verkehrsaufkommen.

Die staureichste Stadt 2014 liegt laut Erhebung jedoch im Rheinland. Mit 65 Stunden Stau pro Kopf löst Köln die schwäbische Metropole Stuttgart ab, wo Autofahrer 2013 noch am häufigsten mit verstopften Straßen zu kämpfen hatten.

Stau durch steigende Urbanisierung

Als allgemeine Gründe für das erhöhte Verkehrsaufkommen nennen Experten von Inrex das steigende Bevölkerungswachstum sowie die zunehmende Urbanisierung. So sei die Gesamtbevölkerung in Deutschland im vergangenen Jahr das erste Mal seit 2011 wieder gestiegen – um 330.000 Menschen.

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