AMR: Oceaneering und Zeiss testen Manövrierfähigkeit und Hindernisvermeidung

Ein Pilotprojekt, an dem Oceaneering, Zeiss und Ingenics Consulting beteiligt waren, sollte erste Erfahrungen mit mobilen Robotern in einem dynamischen Umfeld mit automatisiertem wie manuellem Transport sammeln.

Der Einsatz der Unterfahrroboter UniMover wurde bei Carl Zeiss im Realbetrieb im bestehenden Logistik-Hub getestet. (Bild: Oceaneering)
Der Einsatz der Unterfahrroboter UniMover wurde bei Carl Zeiss im Realbetrieb im bestehenden Logistik-Hub getestet. (Bild: Oceaneering)
Therese Meitinger

Das US-amerikanische Technologieunternehmen Oceaneering International hat am 4. Oktober bekanntgegeben, dass sein Unternehmensbereich Oceaneering Mobile Robotics (OMR) ein Pilotprojekt mit seinen omnidirektionalen Unterfahrrobotern „UniMover O 600“ und „UniMover D 100“ bei der auf Optik und Optoelektronik spezialisierten Carl Zeiss AG in Jena in Zusammenarbeit mit Ingenics Consulting erfolgreich abgeschlossen hat.

Im Pilotprojekt wurden laut einer Pressemitteilung insbesondere die Manövrierfähigkeit der mobilen Robotersysteme, die Fähigkeit zur Hindernisvermeidung und das spezifische Verhalten an den Brandschutztüren des Erprobungsgebäudes getestet. Das Projekt habe die Fähigkeiten der mobilen Unterfahrroboter von OMR demonstriert und es Ingenics Consulting und Zeiss ermöglicht, ihre Eignung für den Einsatz in dem neuen Zeiss-Hightech-Standort Jena, welcher derzeit gebaut wird, zu überprüfen, heißt es vonseiten der Unternehmen.

Mit dem Neubau soll der Gründungsstandort und weltweit zweitgrößte Standort von Zeiss weiter ausgebaut werden. Dazu errichtet Zeiss auf 80.000 Quadratmetern ein Gebäude, in dem alle Entwicklungseinheiten sowie ein Großteil der lokal ansässigen Produktions- und Verwaltungsabteilungen angesiedelt werden sollen.

Testbetrieb neben manuellen Logistikprozessen

Installation, Integration und Inbetriebnahme der mobilen Unterfahrroboter erfolgten in dem Pilotprojekt nach Unternehmensangaben innerhalb von drei Tagen bei laufender Produktion im Logistikhub des Bestandsgebäudes am derzeitigen Standort der Carl Zeiss AG in Jena. Der Testbetrieb lief demnach eine Woche lang nahtlos neben den bestehenden manuellen Logistikprozessen.

Zeiss wollte der Mitteilung zufolge hiermit erste Erfahrungen mit mobilen Robotern in einem dynamischen Umfeld mit automatisiertem wie auch manuellem Transport sammeln. Ingenics Consulting, verantwortlich für die Entwicklung der logistischen Prozesse im neuen Zeiss Hightech-Standort Jena, wandte sich im Auftrag der Carl Zeiss AG an OMR. 

Benjamin Lehnort, Senior Project Engineer Ingenics Consulting, hierzu:

„In der Planung des neuen Hightech-Standortes Jena war es uns als Projektteam Logistik wichtig, die geplanten Veränderungen und Innovationen für Zeiss frühzeitig zu adressieren und die relevanten Partner mit einzubinden.“

 Durch die fortlaufende Kommunikation mit OMR und dem jetzt – über zwei Jahre vor Go-Live des neuen Standorts – durchgeführten Piloten konnte man den Mitarbeitern bei Zeiss in Jena einen Eindruck eines Fahrerlosen Transportsystems ermöglichen und als Projektteam wertvolle Informationen für die weitere Planung des Gebäudes und des Innerbetrieblichen Transportes gewinnen, so Lehnort weiter.

Lutz Lippmann, Projektleiter Carl Zeiss AG, sagte:

„Wir verfolgten zwei umfassende Projektziele. Wir wollten die mobile Robotik in unseren verschiedenen Unternehmensbereichen einführen und die Unterfahrroboter in einer dynamischen Umgebung mit umfangreichen manuellen Transporten testen, um so die optimale Funktionalität des mobilen Robotersystems zu beurteilen.“ 

Hendrik Hörisch, Niederlassungsleiter, Oceaneering Mobile Robotics GmbH:

„Die Umsetzung des Pilotprojektes bei Zeiss in Jena war für OMR ein voller Erfolg, da wir zeigen konnten, dass sich unsere autonomen Transportroboter aufgrund unserer Infrastrukturfreien Navigationstechnologie innerhalb kürzester Zeit in einen laufenden Logistikprozess einbinden lassen, ohne hierfür die Produktion zu unterbrechen oder bauliche Veränderungen am Gebäude vornehmen zu müssen.”