Ampel-Koalitionsvertrag: BME begrüßt Fokus auf Nachhaltigkeit

Der Verband lobt unter anderem das angekündigte Engagement der Koalitionäre für ein europäisches Lieferkettengesetz.

BME-Vorstandsvorsitzende Gundula Ullah hob hervor, dass die Koalitionäre ein EU-Importverbot von Produkten aus Zwangsarbeit unterstützten. (Foto: TheVisualsYouBeed / Adobe Stock)
BME-Vorstandsvorsitzende Gundula Ullah hob hervor, dass die Koalitionäre ein EU-Importverbot von Produkten aus Zwangsarbeit unterstützten. (Foto: TheVisualsYouBeed / Adobe Stock)
Therese Meitinger

Der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) hat Stellung zum Koalitionsvertrag der künftigen „Ampel“ bezogen, den SPD, Grüne und FDP am 24. November vorgestellt haben. Das 177 Seiten umfassende Dossier steht unter dem Titel „Mehr Fortschritt wagen – Bündnis für Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit“.  Der BME begrüße es, dass die „Ampel-Koalition“ dem Themenkomplex Nachhaltigkeit im Koalitionsvertrag eine besondere Bedeutung beimesse, so BME-Vorstandsvorsitzende Gundula Ullah in einer Pressemitteilung vom 25. November.

Auf Ankündigungen müssen nun Taten folgen

Ullah hob heraus, dass die Koalitionsparteien das von der EU vorgeschlagene Importverbot von Produkten aus Zwangsarbeit unterstützten. Darüber hinaus wollten sie ein wirksames EU-Lieferkettengesetz forcieren, das auf den UN-Leitprinzipien Wirtschaft und Menschenrechte basiert, KMU bei der Umsetzung aber nicht überfordere.

„Das ist ein wichtiges Signal: Die Koalitionäre zeigen Weitsicht und gehen mit dem notwendigen Augenmaß vor“, so Ullah weiter. „Um Menschenrechte in den Lieferketten von Unternehmen effizient zu schützen, braucht es zweifelsfrei europaweite Regelungen. Die Gesetzesvorhaben müssen aber auch für den Mittelstand praktikabel bleiben.“

Ullah sieht bei der Umsetzung von Nachhaltigkeit in den Lieferketten beim Gros der deutschen Unternehmen noch Luft nach oben. Auch hier gelte es mit Augenmaß vorzugehen – und zwar branchenübergreifend sowohl für Global Player als auch für Mittelständler.

Auch die im Koalitionsvertrag geplanten Maßnahmen zur Stärkung der E-Mobilität, des öffentlichen Personennahverkehrs und des Verkehrsträgers Schiene stimmen den BME optimistisch. So wolle das Dreierbündnis die 2020er-Jahre zu einem Aufbruch in der Mobilitätspolitik nutzen und eine innovative, effiziente und bezahlbare Mobilität ermöglichen.

„Entscheidend ist, dass die ‚Ampel‘ ihren Worten nun Taten folgen lässt und die eigene Agenda möglichst zeitnah und praxisgerecht umsetzt. Positiv sehen wir, dass Wirtschaft und Klima in einem Ressort gebündelt sind“, sagte Ullah. „Denn aus unserer Sicht sind Ökonomie und Ökologie künftig stets zusammen zu denken. Der BME freut sich auf die Zusammenarbeit.“

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