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Amazon: Streik könnte verlängert werden

Mitarbeiter an fünf Standorten bestreiken weiterhin Logistikzentren.
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Nadine Bradl

Seit Montag, 27. Oktober 2014, werden die Logistikzentren an den fünf Standorten Leipzig, Bad Hersfeld, Graben, Rheinberg und Werne des amerikanischen Onlinehändlers Amazon bestreikt – und es könnte diese Woche noch weitergehen. Denn Ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft bleibt bei der Forderung nach einem Tarifvertrag nach den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels für die bundesweit rund 9.000 Amazon-Mitarbeiter. Denn nur dieser garantiert laut der Gewerkschaft existenzsichernde Einkommen, Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld und weitere Schutzbestimmungen. Der Druck auf Amazon werde aufrechterhalten, teilt Ver.di mit. Aus diesem Grund soll noch am heutigen Mittwoch über eine Streikverlängerung abgestimmt werden.

Der Onlinehändler sieht das auf Anfrage von LOGISTIK HEUTE anders: „Amazon zahlt seinen Mitarbeitern Löhne, die sich am oberen Ende dessen orientieren, was für vergleichbare Tätigkeiten gezahlt wird." Umgerechnet verdiene ein Mitarbeiter im zweiten Jahr mindestens 10,69 Euro brutto pro Stunde; im ersten Jahr seien es mindestens 9,75 Euro brutto. Hinzu kämen flexible Leistungen wie Weihnachtsgeld oder Bonuszahlungen. Ver.di fordere allerdings Löhne auf Basis des Einzelhandelstarifs. „Amazons Logistikzentren sind aber keine Läden, in die Kunden kommen und beraten werden, sondern Lager; die Mitarbeiter dort sind Logistiker, nicht Einzelhandelsmitarbeiter." Schließlich würden die Mitarbeiter der Logistikzentren typische Logistikarbeit verrichten, vermeldet das Unternehmen.

An den Arbeitsniederlegungen hatten sich am Dienstag nach Gewerkschaftsangaben rund 2.000 Beschäftigte beteiligt. Der Onlinehändler selbst spricht davon, dass „die große Mehrheit der Mitarbeiter" regulär gearbeitet hätte. Wie Ver.di mitteilt, hätten die Mitarbeiter gestern beschlossen, den Streik zunächst auf heute auszuweiten. Die Mitarbeiter in Graben hätten außerdem einstimmig entschieden, dass sie am heutigen Mittwoch vor der Amazon-Zentrale in München streiken wollen. Dort soll am Vormittag auch eine Kundgebung mit Ver.di-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger stattfinden.

Laut Amazon werden die Kunden den Streik allerdings nicht spüren, da das europäische Logistiknetzwerk aus insgesamt 28 Zentren in sieben Ländern einschließlich Großbritannien, Frankreich, Polen und der Tschechischen Republik besteht.

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