Alternative Kraftstoffe: Netto setzt auf grünen Wasserstoff

Das Unternehmen plant, bei erfolgreicher Realisierung des Projektes weitere Lkw in seinem Fuhrpark auf Basis von Wasserstoff umzurüsten oder anzuschaffen.

Netto forciert nach dem Abbiegeassistenten in Lkw 2019 jetzt einen Feldversuch mit Wasserstoff-Lkw. (Foto: Netto)
Netto forciert nach dem Abbiegeassistenten in Lkw 2019 jetzt einen Feldversuch mit Wasserstoff-Lkw. (Foto: Netto)
Therese Meitinger
(erschienen bei LOGISTRA von Johannes Reichel)

In Neumünster plant der Discounter Netto einen Feldversuch zum Einsatz von grünem Wasserstoff im Schwerlastverkehr und der Filialbelieferung, inklusive Tankstelleninfrastruktur. Laut einer Pressemitteilung der Handelskette vom 17. September wurde die Absichtserklärung für den Start des Feldversuchs gemeinsam mit Partnern unterzeichnet. Ziel sei, so heißt es darin, grünen Wasserstoff, hergestellt aus erneuerbaren Energien, zu nutzen. Damit wollen die Projektbeteiligten einen CO2-neutralen Antriebsstoff in der Schwerlastlogistik etablieren. Der Testlauf findet demnach in Neumünster statt, einem Transport-Knotenpunkt in Schleswig-Holstein. Im Zuge des Feldversuchs wird hier auch eine Tankstelle für die Betankung von Lkw mit grünem Wasserstoff eingerichtet.

Mit der Unterzeichnung der Absichtserklärung, zu denen auch Edeka gehört, will Netto aktiv das Ziel der Bundesregierung unterstützen, die Verkehrsemissionen in Deutschland bis 2030 um mindestens 40 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Neben der Handelskette sind neun weitere Unternehmen an dem Feldversuch beteiligt. Wie Christina Stylianou, Leiterin der Unternehmenskommunikation bei Netto Marken-Discount, betont, will das Unternehmen damit sein bisheriges Engagement im Umwelt- und Klimaschutz ausweiten:

„Durch die Nutzung und Etablierung innovativer Technologien leistet Netto schon jetzt einen Beitrag dazu, die CO2-Emissionen dauerhaft zu reduzieren. Wir freuen uns darauf, dieses Engagement mit der Nutzung von grünem Wasserstoff in unserer Logistik noch weiter auszuweiten. Zukünftig können dadurch gemeinsam circa 1,5 Millionen Kilogramm CO2 pro Jahr eingespart werden.“

Projektpartner übernehmen unterschiedliche Aufgaben

An dem Projekt beteiligen sich neben Netto Marken-Discount weitere Partner aus der Region. Um das gemeinsame Ziel zu erreichen, investieren laut Netto alle beteiligten Unternehmen in das Projekt und übernehmen verschiedene Projektschwerpunkte. So wird der Aufbau einer umfassenden Wertschöpfungskette gesichert, die die Wasserstoff-Produktion, Logistik, Verteilung und Anwendung in 20 eigens umgerüsteten Fahrzeugen umfasst.

Netto will den Feldversuch mit mindestens zwei Lkw unterstützen. Das Unternehmen plant bei erfolgreicher Realisierung des Projektes weitere Lkw in seinem Fuhrpark auf Basis von Wasserstoff umzurüsten oder anzuschaffen.

Grüner Wasserstoff wird durch Elektrolyse von Wasser hergestellt, wobei für die Elektrolyse nur Strom aus erneuerbaren Energien, wie der Windkraft, zum Einsatz kommt. Dadurch ist er klimafreundlich und eignet sich für die langfristige Reduktion von CO2-Emissionen.

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