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Allianz Risk Barometer: Steigende Bedrohung durch Cyberkriminalität

Durch die Vernetzung der Wirtschaft steigen die Risiken - und neue kommen hinzu.
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Nadine Bradl

In einer zunehmend vernetzten Wirtschaft werden Unternehmen immer anfälliger für Störungen in ihren Betriebsabläufen. Zugleich sind sie unverändert gefährdet durch traditionelle Sorgenfaktoren wie etwa Betriebs- und Lieferkettenunterbrechungen (46 Prozent der Antworten), Naturkatastrophen (30 Prozent) und Feuer & Explosion (27 Prozent). Sie stehen in der Rangliste der größten Unternehmensrisiken weiterhin ganz oben, so das Ergebnis des vierten Allianz Risk Barometer 2015. Für die Studie wurden mehr als 500 Risikomanager und Experten aus der Unternehmensversicherung der Allianz Gruppe sowie aus globalen Unternehmen aus 47 Ländern befragt.

Störfaktoren nehmen zu

Laut Chris Fischer Hirs, CEO von Allianz Global Corporate & Specialty SE (AGCS), dem Unternehmens- und Spezialversicherer der Münchner Allianz SE, ist die zunehmende Verflechtung zwischen Industriesektoren und Prozessen der Grund dafür, dass „Unternehmen heute mit einer wachsenden Zahl von Störfaktoren konfrontiert“ sind, die zu Betriebsunterbrechungen führen können. „Naturkatastrophen und Cyberangriffe zum Beispiel können den Betrieb nicht nur in einem einzigen Unternehmen unterbrechen, sondern eine ganze Branche oder kritische Infrastruktur betreffen”, sagt er. Das Risikomanagement müsse diese neue Realität widerspiegeln. Unternehmen, die frühzeitig die Folgen von Wechselwirkungen erkennen, könnten Schäden minimieren oder bestenfalls sogar komplett vermeiden. Um moderne Risiken zu beherrschen, müssten Firmen allerdings auch die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Unternehmensfunktionen stärken.

Das sind die zehn größten globalen Risiken:

  • 1. Das dritte Jahr in Folge stehen Betriebs- und Lieferkettenunterbrechungen in der Allianz Studie an erster Stelle (46 Prozent der Nennungen mit einer Steigerung um 3 Prozentpunkte). Dennoch spiele ein spezifisches Lieferketten-Risikomanagement in den Programmen vieler multinationaler Unternehmen weiterhin eine untergeordnete Rolle, und nur wenige Unternehmen hätten Ersatzlieferanten.
  • 2. Als zweitgrößtes Risiko werden die Auswirkungen von Naturkatastrophen (30 Prozent) betrachtet. (2014: 33 Prozent)
  • 3. Nur knapp dahinter reihen sich die Gefahren durch Feuer und Explosion (27 Prozent) ein. Hier stieg die Risikobewertung um 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
  • 4. Rechtliche Veränderungen nennen 18 Prozent als Risikofaktor (2014: 21 Prozent).
  • 5. Eine zunehmende Gefahr sehen Unternehmen in der Cyberkriminalität. 17 Prozent sehen hier Risiken. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 waren es noch 12 Prozent. Cyberkriminalität und IT-Ausfälle tauchen somit erstmals unter den fünf größten globalen Risiken auf.
  • 6. Kaum Veränderung sehen die Firmen hingegen bei Reputationsrisiken (16 Prozent). Das bedeutet eine Steigerung von einem Prozent.
  • 7. Auf Platz 7 folgen die Gefahren durch Marktstagnation oder -rückgang: 15 Prozent werteten das als Risiko (2014: 19 Prozent).
  • 8. Knapp dahinter rangiert der verschärfte Wettbewerb (13 Prozent) als Risikofaktor. Hier liegt die Einschätzung der Unternehmen fast auf Vorjahresniveau (14 Prozent).
  • 9. Deutlich risikobehafteter als noch im Vorjahr bewerten die Firmen die Bedrohung durch politische und soziale Unruhen. Während 2014 nur 4 Prozent dafür ihre Stimme abgaben, steigt der Wert nun auf 11 Prozent. Auch in Deutschland und Brasilien ist dieses Risiko erstmals unter die Top 10 aufgerückt, in Russland und der Schweiz unter die Top 3 und in der Ukraine auf Platz 1. Darüber hinaus gelten politische Risiken nach Naturkatastrophen (53 Prozent) als zweitwichtigste Ursache von Lieferkettenunterbrechungen. Die Abwehr von politischen Risiken und Terrorismus ist laut der Befragung eine der wichtigsten Aufgaben für das Risikomanagement in den kommenden fünf Jahren.
  • 10. Die Top-Ten werden von Diebstahl, Betrug und Korruption komplettiert. Hier sinkt die Risikobewertung um 1 Prozent auf 9 Prozent.

Langfristig gesehen kommen allerdings neue Herausforderungen auf die Unternehmen zu, meint Axel Theis, Mitglied des Vorstands der Allianz SE. Unter anderem seien der Klimawandel und Naturkatastrophen sowie technologische Innovationen wie der 3D-Druck oder die Nanotechnologie zu nennen.

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