5G: Ortungssysteme für die vernetzte Industrie

In einem Gemeinschaftsprojekt verbinden Trumpf und die Deutsche Telekom Ortungssysteme über ein 5G-Campusnetz.

Trumpf und die Deutsche Telekom machen gemeinsame Sache in Sachen Ortung. (Foto: Deutsche Telekom)
Trumpf und die Deutsche Telekom machen gemeinsame Sache in Sachen Ortung. (Foto: Deutsche Telekom)
Therese Meitinger

Die Indoor-Lokalisierungslösung des Technologieunternehmens Trumpf ermöglichen es nach Firmenangaben in Echtzeit die Position von Objekten in Produktions- und Lagerhallen zu ermitteln.  Im Rahmen eines gemeinsamen Projekts ist es der Deutschen Telekom und Trumpf laut einer Pressemitteilung vom Oktober nun gelungen, die Ortungstechnologie-Lösung in einem 5G Campus-Netz zu betreiben. Unternehmen können ihre Lokalisierungssysteme demnach mit dieser 5G-gestützten Ultrabreitband-Technologie künftig flexibel und kostengünstig einrichten und an ihre Fertigung anpassen. Geplant ist, das Produkt im nächsten Jahr gemeinsam zu vermarkten.

„Der Industriestandort Deutschland nimmt im Maschinen- und Anlagenbau weltweit eine Führungsposition ein. Als Leitanwender und Leitanbieter für digital vernetzte Lösungen können wir diese Rolle weiter ausbauen. Starke, branchenübergreifende Partnerschaften wie diese sind der Schlüssel dazu“, sagt Peter Leibinger, Chief Technology Officer und stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung bei Trumpf.

5G-gestützte Ortungslösung für flexible Fertigung

Für die Echtzeit-Ortung von Objekten in einer Fabrikhalle werden bewegliche Gegenstände wie Paletten oder Flurförderfahrzeuge mit Tags versehen, die Ultrabreitband (UWB)-Funkwellen aussenden. Empfänger, auch Satelliten genannt, orten durch diese Funkwellen die Position bis auf zehn bis 30 Zentimeter genau. Der Technologie liegt der Omlox-Standard zu Grunde. Damit lassen sich nach Herstellerangaben die Endgeräte von verschiedenen Herstellern miteinander kombinieren und gemeinsam nutzen. Die UWB-Ortungslösung ist Trumpf zufolge besonders für den anspruchsvollen Einsatz in der Industrie geeignet.

Die Daten der Omlox-Satelliten wurden bisher über eine feste Verkabelung übermittelt. Eine flexible Produktion, insbesondere bei Kleinserien- und Prototypenfertigung, erfordere jedoch regelmäßige Änderungen in den Fertigungs- und Montagekonzepten, heißt es in der Mitteilung. Entsprechend müsse auch die IT-Infrastruktur inklusive des Lokalisierungssystems angepasst werden können. Doch bisher behinderte die feste Verkabelung eine solche kurzfristige Anpassung. Die nun von Telekom und Trumpf erprobte Lösung nutzt nach Firmenangaben stattdessen ein mobiles 5G Campus-Netz zur Datenübertragung der Satelliten – bei gleich guter Leistung. Das ermögliche es, die Lokalisierungs-Infrastruktur zu geringeren Kosten und mit weniger Aufwand innerhalb einer Werkshalle einzubauen und neu zu positionieren, heißt es.

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