5G-Netz: Continental verbindet 1.000 Geräte und Sensoren in digitaler Fabrik

Smarte Vernetzung soll im Continental-Werk im tschechischen Brandýs nad Labem Herausforderungen in der Displayfertigung meistern helfen.

Mit Augmented Reality angeleitete Wartung von Produktionstechnologie dank 5G. (Bild: Continental)
Mit Augmented Reality angeleitete Wartung von Produktionstechnologie dank 5G. (Bild: Continental)
Therese Meitinger

Das Technologieunternehmen Continental hat in seinem Werk für Displaylösungen im tschechischen Brandýs nad Labem das erste private 5G-Netzwerk an einem seiner europäischen Fertigungsstandorte eingeführt.  Das gab das Unternehmen am 24. August bekannt. Das speziell für die Anforderungen der Hightech-Fertigung von Continental eingerichtete 5G-Netz der tschechischen T-Mobile soll die Digitalisierung der Fertigung weiter vorantreiben. Es beschleunige die Kommunikation zwischen Mitarbeitenden, Geräten und Maschinen wie Sensoren, Fertigungsrobotern und autonomen Transportfahrzeugen am Standort, so der Automobilzulieferer.

Zudem verbessere es die Vernetzung zwischen den Continental-Werken im globalen Fertigungsverbund. Dafür soll die private mobile Vernetzung ein homogenes und sicheres Umfeld mit geringeren Latenzzeiten bieten. Insgesamt plant Continental nach Eigenangaben im Werk in Brandýs nad Labem, mehr als 1.000 Geräte und Sensoren in das Netzwerk zu integrieren. Auf einer Fläche von 5.000 Quadratmetern liefern demnach acht Netzwerkzugangspunkte das Signal für das 5G-Netzwerk.

„Die Produktion komplexer Displaylösungen für Fahrzeugcockpits verlangt schon heute nach innovativen Fertigungstechnologien. Die Herausforderungen, Hightech-Produkte in höchster Qualität und großen Stückzahlen zu fertigen, werden künftig noch weiterwachsen. Im Einklang mit unserer Megafactory-Strategie setzen wir deswegen konsequent auf eine hochmoderne Fertigung“, sagt Thomas Ebenhöch, Leiter Operations im Geschäftsfeld User Experience bei Continental Automotive.

Mit der Einführung eines privaten 5G-Netzwerks am Standort in Brandýs nad Labem habe man nun einen bedeutenden Meilenstein auf dem Weg zur digitalen Fabrik erreicht, so Ebenhöch weiter.

Ortsübergreifende Zusammenarbeit dank Augmented Reality

Die mobile Vernetzung erhöht nach Überzeugung von Continental das Potenzial für die Vernetzung von Geräten, autonomen Transportfahrzeugen und Maschinen. Zudem biete sie auch den Mitarbeitern in der Fertigung des Autozulieferers ein Plus an Flexibilität, heißt es. So könnten Techniker dank umfassender und schneller Vernetzung von zu Hause aus mit ihren Kollegen in der Produktion zusammenarbeiten. Die Techniker leiten nach Firmenangaben ihre Kollegen im Werk beispielsweise bei Wartungsarbeiten an Fertigungsmaschinen mithilfe von Augmented Reality an, ohne dass sie dafür extra in die Fabrik kommen müssen.

Auch die Zusammenarbeit verschiedener Werke im globalen Produktionsverbunds soll Continetal zufolge mit intelligenter Vernetzung weitaus effizienter, schneller und effektiver funktionieren. Dazu sammelt das Unternehmen Daten aus dem Produktionsablauf und leitet daraus Erkenntnisse und Verbesserungsmöglichkeiten für das gesamte Fertigungsnetzwerk ab.

„Bereits heute nutzen wir die Daten aus unseren vernetzten Werken, um Verbesserungspotenziale zu entdecken und Lösungen zu entwickeln und zu implementieren. Mit der 5G-Vernetzung von über 1.000 Sensoren und Geräten wird unser Werk in Brandýs nad Labem dabei eine Vorreiterrolle einnehmen“, so Ebenhöch.

Mittelfristig soll so ein immenses Datenvolumen entstehen, den Continental beispielsweise dazu nutzen will, Fertigungsabläufe zu optimieren und Vorhersagen treffen zu können, welche Wartungsarbeiten wann durchgeführt werden müssen.