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3D-Druck: Deutsche Firmen haben die Nase vorn

Kein anderes Land erzielt so hohe Umsätze mit additiver Fertigung wie Deutschland.
Ab September haben Kunden bei Daimler die Option, 30 Ersatzteiltypen für Lkw aus dem 3D-Drucker zu bestellen. Foto: Daimler
Ab September haben Kunden bei Daimler die Option, 30 Ersatzteiltypen für Lkw aus dem 3D-Drucker zu bestellen. Foto: Daimler
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Thilo Jörgl

Ob Autoersatzteile, Zahnersatz oder Flugzeugteile: Deutsche Firmen sind weltweit führend beim Einsatz von 3D-Druckern. Das geht aus einer neuen Studie des Beratungsunternehmens Ernst & Young hervor. Die Berater hatten 900 Firmen aus zwölf Branchen in Europa, China, Südkorea und den USA zu dem Thema befragt. Hierzulande beteiligten sich 200 Personen an der Umfrage. Resultat: 37 Prozent der Befragten nutzen die neue Technik. In China und Südkorea waren es rund 24 Prozent, in den Vereinigten Staaten 16 Prozent der befragten Unternehmensvertreter. Die Berater haben hochgerechnet, dass hierzulande fast eine Milliarde Euro Umsatz mit Produkten aus 3D-Druckern gemacht werden. Weltweit schätzen sie den Umsatz auf rund zehn Milliarden Euro. Am weitesten fortgeschritten ist laut der Studie in der additiven Fertigung die Plastikbranche. 38 Prozent der Unternehmen über alle untersuchten Länder hinweg hätten bereits Erfahrungen mit 3D-Druck gemacht.

Kleine Stückzahlen

„3D-Druck ist wie gemacht für die innovative deutsche Wirtschaft“, betont Andreas Müller, Partner bei EY, die Ergebnisse. „Die Technologie erlaubt den Unternehmen die Herstellung kleiner Stückzahlen, kostengünstiger Prototypen und die Anwendung neuer Materialien. Der hohe Anteil der deutschen Unternehmen, die 3D-Druck bereits nutzen, zeigt: Die hiesige Wirtschaft ist neuen Technologien gegenüber offen.“ Viele Mittelständler hielten sich jedoch beim Thema 3D-Druck zurück, weil sie die hohen Anschaffungskosten für die Drucker abschrecken und ihnen das Know-how fehle.

Ersatzteile von Daimler

Zahlreiche Logistiker beschäftigen sich vor allem im Ersatzteilgeschäft mit dem Thema 3D-Druck. Wie LOGISTIK HEUTE berichtete, hat vor Kurzem Daimler angekündigt, im Lkw-Geschäft die additive Fertigung von Ersatzteilen anzubieten. Ab September 2016 sei es für Kunden möglich, 30 verschiedene Ersatzteile aus dem 3D-Drucker „on demand“, in beliebiger Stückzahl und in Originalteilequalität zu bestellen. So möchten die Schwaben die Versorgung mit Ersatzteilen sicherstellen, die aus älteren Baureihen stammen und nicht mehr hergestellt werden. Auch der Münchner Wettbewerber MAN arbeitet bereits seit einiger Zeit im Bereich 3D-Druck.

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