Erfolgsfaktor für Wettbewerbsfähigkeit in der Logistik: Kunden und Lieferanten integrieren

Erfolgsfaktor für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit von mittelständischen Logistikdienstleistern ist der integrierte Informationsaustausch mit Kunden, Interessenten, Lieferanten und den eigenen Mitarbeitern. Die optimale Bewältigung der Schnittstellen ist dafür notwendige Voraussetzung. Welche Chancen bieten hier webbasierte Lösungen?

 Bild: Herzig-Marketing
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Redaktion (allg.)
Wettbewerbsfähigkeit

Der Auf- und Ausbau einer starken Marktposition wird besonders für mittelständische Logistikdienstleister zunehmend schwieriger. Der Kunde setzt die perfekte Bewältigung des physischen Güterstroms heute standardmäßig voraus, die eigene Kompetenz in diesem Bereich genügt nicht mehr als Verkaufsargument in umkämpften Märkten. Wettbewerbsvorteile manifestieren sich zukünftig bei der Qualität des Informationsaustausches zwischen Herstellern und Lieferanten. Und dies muss der Dienstleister durch Professionalität im Vertrieb, bei der Kundenbindung und beim eigenen Marktauftritt unterstützen.

Die Kommunikationsqualität wird zum Erfolgsfaktor in der Logistikkette. Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Teilnahme an den prozess- und flussorientierten Netzwerken von morgen ist die Informationstechnologie. Immer mehr Auftraggeber verlangen spezialisierte IT-Anbindungen, um weiterhin überhaupt zum Anbieterkreis gezählt zu werden.

IT-Investitionsstau im Mittelstand

In der deutschen Industrie sind Großkonzerne und Zulieferer stark vernetzt. Bedenklich stimmt, dass es gerade im logistischen Mittelstand erheblichen Nachholbedarf bei den IT-Investitionen geben soll. Viele Lösungen, die von Großunternehmen längst eingesetzt werden, sind für kleinere Unternehmen nicht finanzierbar oder stellen zu hohe Anforderungen an die Implementierung.

Und diese Situation wird sich verschärfen. Gemeinsamer Nebeneffekt von SCM- und den so genannten Collaborative-Network-Management-Lösungen ist beispielsweise die Steigerung der Anzahl der erforderlichen Schnittstellen. Je mehr Lösungen auf dem Gebiet Supply Chain Collaboration (SCC) - und damit Efficient Consumer Response (ECR) bzw. Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment (CPFR) - umgesetzt werden, desto höher werden die Anforderungen an das Schnittstellenmanagement steigen. Technisch gesehen verlangt jede weitere Schnittstelle meist nach aufwändig individuell angepassten Softwarelösungen. Mit ein Grund für die Tatsache, dass im Mittelstand ein IT-Investitionsstau von fünf bis sieben Jahren gesehen wird.

Wettbewerbsvorteile über integrierte IT-Schnittstellen

Informationstechnologie in der Logistik darf sich zukünftig nicht mehr allein auf die operativen Prozesse konzentrieren. Nutzenpotenziale sahen die Dienstleister zu lange fast ausschließlich im Bereich der internetbasierten Sendungsverfolgung, Kundeninformationssysteme und Purchase Order Steuerung. Nun wächst die Einsicht, dass Informationstechnik nicht nur die Logistik unterstützt, sondern auch entscheidend zur Optimierung der betriebswirtschaftlichen Geschäftsprozesse beitragen kann.

Gelingt es einem Unternehmen zukünftig, vertriebsorientierte Geschäftsprozesse und operative Logistikprozesse kostengünstig zu kombinieren, so schafft dies einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz. Die Frage "Wie viel Web braucht die Logistik wirklich" muss also unter dem Gesichtspunkt der Integration aller anfallenden Daten beantwortet werden.

Steigt nicht nur die Bedeutung, sondern auch die Zahl der Schnittstellen zwischen operativen Logistik- und vertriebsorientierten Geschäftsprozessen, stellt sich die Frage nach der richtigen Lösung für den erhöhten Datenaustausch. Wie soll der integrierte Informationsaustausch mit Kunden, Interessenten, Lieferanten und den eigenen Mitarbeitern funktionieren? Oder besser gefragt, wo sollen die wichtigen Synergien zwischen operativen und vertrieblichen Abläufen dargestellt werden?

Welche Chancen bieten webbasierte Lösungen? Dies ist Hintergrund der gemeinsam von LOGISTIK HEUTE und drei spezialisierter IT- und Kommunikationsexperten initiierten Trendstudie. Ziel der Studie, die sich an Entscheider und Strategen dieser Branche wendet, ist es, den aktuellen Stand bei der Nutzung moderner Online-Lösungen zu erkennen. Wie weit nutzen Logistikdienstleister die echten Chancen des Web beim Vertrieb, der Kundenakquisition und -bindung, der internen Kommunikation und der eigenen betriebswirtschaftlichen Steuerung.

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Große IT-Hersteller entdecken Mittelstand

Konkrete Konzepte, Lösungen und Best Practices der integrierten Nutzung aller Daten sind unter dem Begriff ECMS (Enterprise Content Mangement Systeme) erfolgreich im Einsatz. Es fehlt dem logistischen Mittelstand oft noch an der Zeit und den Ressourcen, diese neuen Systeme an ihre häufig über viele Jahre gewachsene, sehr heterogene Logistik-IT-Struktur anzupassen. Dadurch bleibt es beim alten Dilemma: wichtige Vertriebsdaten werden nicht genutzt, Integration nicht umgesetzt, wertvolle Marktchancen nicht realisiert.

Die Diskussionen über beispielsweise so innovative Techniken wie RFID-Funketiketten können über diese Versäumnisse nicht hinwegtäuschen. Erhebungen sprechen davon, dass rund 60 Prozent der deutschen Mittelständler bis heute keine computergestützte Ressourcenplanung nutzen. Aber natürlich schreckt selbst der investitionswilligste Unternehmer vor dem kaum überschaubaren Anbietermarkt zurück. Und nun haben auch noch die großen IT-Hersteller den Mittelstand entdeckt, das Angebot an so genannter Mittelstandssoftware wächst täglich.

Standardisierte Systemangebote konkurrieren mit komplexen Individuallösungen. Um so wichtiger, dass Mittelständler sich bei der Auswahl beraten lassen und bereits im Vorfeld neben technischen Aspekten insbesondere auf eine professionelle Kommunikation zur späteren reibungslosen Implementierung setzen. Echte "Collaboration" bezieht die eigenen Mitarbeiter und Lieferanten in die partnerschaftliche, vertrauensbasierte Zusammenarbeit innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette mit ein.

Aus wissenschaftlicher Seite werden zunehmend Supply Chains als mikrologistische Systeme definiert. In der Praxis sind Netzwerke bereits heute nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Der Wandel in der Logistik zwingt Unternehmen, sich in solch komplexen Unternehmensnetzwerken zu behaupten. Die webbasierte Integration von operativen und vertriebsorientierten Prozessen plus die professionelle Kommunikation mit Kunden, Interessenten, Lieferanten und Mitarbeitern bietet dabei große Erfolgschancen.

Autor: Werner Geilenkirchen, Geschäftsleitung, Herzig Marketing Kommunikation, Köln.

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