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Nachhaltigkeit: Mauereidechsen willkommen

Klima- und Umweltschutz spielen bei Logistikimmobilien eine immer wichtigere Rolle. Bei der Realisierung des Gewerbe- und Logistikparks GG Rhein-Main setzte Four Parx umfangreiche Maßnahmen zur Sicherung der Nachhaltigkeit um.

Der 40.000 Quadratmeter große Landschaftspark ist Teil des Logistikparks in Groß Gerau – Erholungsflächen, Rad- und Wanderwege inklusive. Bild: Four Parx
Der 40.000 Quadratmeter große Landschaftspark ist Teil des Logistikparks in Groß Gerau – Erholungsflächen, Rad- und Wanderwege inklusive. Bild: Four Parx
Therese Meitinger
Infrastruktur

Nach wie vor genießt das Thema Nachhaltigkeit gesellschaftspolitisch einen besonderen Status. Bereits Anfang 2020 hatte die Europäische Union (EU) mit dem „Green New Deal“ hierfür die Richtung vorgegeben. Sowohl das Klimapaket als auch das jüngst von der Bundesregierung verabschiedete milliardenschwere Corona-Konjunkturprogramm, das unter anderem Milliardeninvestitionen in Zukunftstechnologien vorsieht, schließen sich dieser Entwicklung an.

Der Wirtschaftsbereich Logistik hat Klimaschutzmaßnahmen bisher unter anderem im Bereich Verkehr und Transport umgesetzt. Nun gewinnt Nachhaltigkeit auch in der Logistikimmobilienwirtschaft zunehmend an Bedeutung. Davon zeugte allem voran der 2019 von der Initiative Logistikimmobilien (Logix) vergebene „Logix Award“, der im Zweijahresrhythmus an herausragende Logistikimmobilienentwicklungen verliehen wird. Im vergangenen Jahr stand er ganz im Zeichen von Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz. Unter den Finalisten des Awards rangierte auch der Gewerbepark GG Rhein-Main, den der auf Gewerbe- und Logistikflächen spezialisierte Projektentwickler Four Parx aus Dreieich realisiert hatte. Bei der Entwicklung der Immobilie hatte Four Parx einen besonderen Fokus auf den Nachhaltigkeitsaspekt gelegt.

Für Mensch, Natur und Umwelt

Auf dem knapp 30 Hektar großen ehemaligen Areal der Südzucker AG in der hessischen Gemeinde Groß-Gerau ließ Four Parx insgesamt rund 120.000 Quadratmeter Gewerbe- und Logistikflächen für Nutzer aus den Bereichen E-Commerce, Light Industrial sowie Logistik entstehen. Darunter fanden sich etwa TB International, Gorilla Sports, Müller Lila Logistik und Lufthansa Cargo. Der Projektentwickler hatte das Gelände bereits 2013 erworben und setzte mit dem Revitalisierungsverfahren nach eigenen Angaben eines der größten Brownfield-Projekte in Deutschland um.

„Mit seiner herausragenden Lage und Anbindung sowie seiner hochmodernen Ausstattung ist der Gewerbepark nicht nur für seine Nutzer ein Gewinn, sondern stellt aufgrund umfangreicher Maßnahmen zum Schutz von Mensch, Tier und Umwelt einen ganzheitlichen Mehrwert für die Kommunen und die Bevölkerung dar“, beschreibt Oliver Schmitt, Geschäftsführender Gesellschafter bei Four Parx, das Vorhaben.

So beinhaltete das Projekt die Entwicklung eines 40.000 Quadratmeter großen Landschaftsparks inklusive Erholungsflächen, Rad- und Wanderwegen sowie eines Spielplatzes mit öffentlicher Widmung. Außerdem übergab Four Parx kostenlos ein 779 Quadratmeter großes Areal für die Erweiterung eines örtlichen Kindergartens.

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Besondere Sorgfalt verwandte das Unternehmen auf die Durchführung diverser ökologischer Kompensationsmaßnahmen des zum Teil kontaminierten Südzucker-Grundstücks. So schuf der Projektentwickler ein 13.500 Quadratmeter großes Eidechsenhabitat für die rund 1.200 Exemplare der örtlich angesiedelten Mauereidechse (Podacis muralis) und renaturierte eine 17 Hektar umfassende Teichanlage. Wurden die ehemaligen Engel- und Zuckerteiche vormals als Sedimentationsfläche für das Wasser aus dem Produktionsprozess genutzt, sind sie nun Teil eines Vogelschutzgebietes. Damit leisten diese einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Biodiversität und dem Erhalt der örtlichen Flora- und Faunabestände.

Neben den aufwendigen Revitalisierungsarbeiten lag ein weiterer wichtiger Schwerpunkt bei der Entwicklung des Gewerbeparks in der aktiven Einbeziehung der Bevölkerung sowie in der Schaffung eines konkreten Mehrwerts für die Kommune. „Trotz eines nach wie vor wachsenden Marktes haben Gewerbe- und Logistikimmobilien seit Jahren mit einem schlechten Image in der breiten Öffentlichkeit zu kämpfen, Projektentwickler sind mit einem zunehmenden Maß an Widerstand seitens der Bürger konfrontiert“, sagt Schmitt. „Diese Entwicklung nehmen wir sehr ernst und haben von Anfang an eine proaktive Kommunikationsstrategie eingesetzt, die darauf abzielte, die Anliegen der Bürger ernst zu nehmen“, so der Manager.Neben einem intensiven Austausch habe man deshalb bei der Projektentwicklung stets den Schutz und die Entlastung der Anwohner im Blick gehabt.

Dafür realisierte Four Parx nicht nur ein eigenes Verkehrskonzept zur Verbesserung der bestehenden Infrastruktur, sondern linderte auch die Lärmbelästigung angrenzender Wohngebiete durch bestehende Verkehrsaufkommen sowie den Betrieb des Gewerbeparks selbst. Die sogenannte Wagenburg-Konzeption der Immobilie soll Lärmemissionen verringern und als aktiver Lärmschutz gegen die angrenzende Bahnstrecke fungieren. „Ein Wechsel der kommunalen Perspektive auf Logistikimmobilien kann nicht erwartet werden, ohne dass Projektentwickler selber aktiv werden“, sagt Schmitt. „Als Projektentwickler müssen wir dazu bereit sein, uns mehr mit den Themen Ökologie, Nachhaltigkeit und Klimaschutz auseinanderzusetzen und entsprechende Konzepte vorzulegen.“ Mit dem Projekt in Groß-Gerau habe man aufzeigen können, wie komplex und umfangreich Four Parx diese Themen umsetzen könne.

So kann Four Parx die Entwicklung als Erfolg verbuchen: Nicht nur konnte kurz nach der Fertigstellung des Gewerbeparks eine Vollvermietung erreicht werden;auch auf die proaktive Kommunikation mit den Bürgern wurde besonderer Wert gelegt, sodass deren Belange frühzeitig berücksichtigt werden konnten. „Anlass zu einer möglichen Bürgerinitiative gab es daher nicht“, erläutert Schmitt. „Damit zeigt Four Parx eindrucksvoll, dass der Fokus auf Nachhaltigkeit und ein offenes Ohr für die Kommunen kein Hindernis für eine erfolgreiche Projektrealisierung darstellen. Es sind im Gegenteil die Erfolgsfaktoren für die gelungenen Ansiedlungsvorhaben der Zukunft.“ tm

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Seite 22 bis 23 | Rubrik PROGNOSEN