Strategic Diamond: Komplexität einfach abbilden

Mit dem Konzept des „Strategic Diamond“ zog Siemens ins Finale um den Supply Chain Management Award 2023 ein: Was sich hinter dem Modell verbirgt und welche Rolle der Gedanke des Teilens spielt.

Siemens als Finalist beim Supply Chain Management Award 2023: Alexander Tschentscher (l.) und Dr. Udo Mayer präsentierten am Finaltag in Frankfurt das Konzept des „Strategic Diamond“. Bild: Mario Andreya
Siemens als Finalist beim Supply Chain Management Award 2023: Alexander Tschentscher (l.) und Dr. Udo Mayer präsentierten am Finaltag in Frankfurt das Konzept des „Strategic Diamond“. Bild: Mario Andreya
Matthias Pieringer
Strategien

Eine Strategie erfolgreich umzusetzen, ist kein leichtes Unterfangen. Unterstützung soll der „Strategic Diamond“ liefern. Mit diesem Konzept qualifizierte sich der Technologiekonzern Siemens im Rahmen der Supply Chain Awards 2023 für die Finalrunde um den Supply Chain Management Award. Der Preis zeichnet herausragende industrielle Wertschöpfungsketten und damit Unternehmen aus, die ihre Lieferketten auf konsequente oder ungewöhnliche Art optimieren. Der Supply Chain Management Award wurde 2023 zum 18. Mal von LOGISTIK HEUTE sowie Strategy& und PwC vergeben.

Der „Strategic Diamond“ bildet die konzeptionelle Grundlage, um eine Struktur zu schaffen, die es Siemens ermöglicht, Veränderungen als Risiken und Chancen des Marktes zu identifizieren und, falls erforderlich, in die Strategie zu integrieren. Das Modell verfügt über fünf Hauptfacetten: Trends und Indikatoren, Fokusbereiche, strategische Aktivitäten, strategische Bereiche sowie strategische Schlüsselelemente.

Interne und externe Sichtweise

„Sobald eine Supply-Chain-Strategie entworfen ist, muss sie auch während der Umsetzung kontinuierlich mit einer internen und externen Sichtweise gepflegt werden. Das Diamantmodell ist unser Weg, um dies zu gewährleisten“, sagt Alexander Tschentscher, Head of Supply Chain Excellence & Strategy – Smart Infrastructure, Siemens AG. Gemeinsam mit Dr. Udo Mayer, SVP Global Supply Chain & Logistics –Smart Infrastructure, Siemens AG, stellte er das Konzept am Finaltag der Supply Chain Awards 2023 im November in Frankfurt vor.

„Auf der einen Seite stehen die strategischen Kernelemente, auf der anderen Seite die Trigger, also was langfristig passiert in der Welt“, fasst Tschentscher das Modell zusammen. „Sie verbinden dies dann einfach mit Linien und werden schnell feststellen, ob es bestimmte wichtige Bereiche gibt, die gar nicht adressiert werden.“ Anders gesagt: Beim Strategic Diamond dürfen sich keine Sackgassen ergeben. „Jeder identifizierte Trend muss sich mit einem Fokusbereich verknüpfen lassen und mit einer strategischen Aktivität, die dann wiederum zu einem strategischen Bereich und strategischen Schlüsselelementen führt.“

Mit dem einfachen Modell lässt sich prüfen, ob das, was man strategisch vorantreibt, sich mit dem deckt, was der Markt projiziert. „Aus der Visualisierung ergibt sich die Form eines Diamanten. Zudem symbolisiert der Diamant eine langfristige Entwicklung und etwas Edles und Wichtiges – so wie die Organisation“, erläutert Tschentscher. Er trägt Verantwortung für die Supply Chain der Zukunft im Siemens Industrial Business Smart Infrastructure. Als Leiter „Supply Chain Excellence“ und darüber hinaus Leiter des „Program Management Office Supply Chain Strategy“ ist er eine der treibenden Kräfte in der strategischen Ausrichtung im Bereich Supply Chain & Logistics.

Mit ihrer globalen Präsenz orchestriert Siemens’ Smart Infrastructure Supply Chain & Logistics rund 4.000 Mitarbeiter. Das Konzept zum „Strategic Diamond“ sei jedoch unabhängig von Größe oder Portfolio eines Unternehmens umsetzbar, so Tschentscher. Es seien keine großen zusätzlichen Budgets notwendig, auch keine externe Unterstützung. Bei Siemens ist der „Strategic Diamond“, wie der Experte ausführt, in eine Applikationslandschaft eingebettet – mit einem Control Tower, Concept Board und Dashboard.

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Aspekt des Teilens

Bei der Präsentation als Finalist um den Supply Chain Management Award 2023 betonten Udo Mayer und Alexander Tschentscher den Aspekt des Teilens. Es sei wertvoll, wenn die Supply Chain Community den Grundgedanken, der hinter dem Modell steht – „nämlich in die Zukunft zu blicken und taktisch etwas zu lösen –, aufnimmt“, berichtet Tschentscher. So gebe es von Siemens auch ein Whitepaper zum „Strategic Diamond“ – über die grundsätzliche Methodologie. Jedoch müsse jeder seine eigenen Trends und Indikatoren finden und das Modell dann entsprechend auslegen.

Passend zum Gedanken des Austauschs habe man als Finalist beim Wettbewerb um den Supply Chain Management Award das dedizierte Feedback zur Präsentation, zu der Aufbereitung der Unterlagen sowie zu den Inhalten als sehr positiv und wertvoll wahrgenommen, blickt der Supply-Chain-Experte von Siemenszurück.

Matthias Pieringer

Supply Chain Awards: Jetzt bewerben!

Wer sich mit seinem Team intensiv für das Lieferkettenmanagement einsetzt, möchte die Erfolge gerne auch innerhalb und außerhalb des Unternehmens noch sichtbarer machen. Eine Chance dafür bieten die Supply Chain Awards 2024 – also der Supply Chain Management Award und der Smart Solution Award.

Mit dem Supply Chain Management Award prämieren LOGISTIK HEUTE, PwC und Strategy& in diesem Jahr bereits zum 19. Mal Unternehmen mit herausragenden Wertschöpfungsketten, die ihre Supply Chain auf konsequente oder außergewöhnliche Weise optimiert haben. Zu den Preisträgern zählten unter anderem Philip Morris International (2023) und Knorr-Bremse (2022).

Der Smart Solution Award wiederum wird seit 2018 für besonders innovative Konzepte vergeben, die sich noch in einem frühen Stadium der Umsetzung befinden. Es werden Lösungen ausgezeichnet, die das Potenzial haben, traditionelle Wertschöpfungsketten in Zukunft grundlegend zu verändern. Bisherige Gewinner sind zum Beispiel Finboot (2023) und Trucksters (2022). Bewerben kann man sich bis 12. Juli 2024. Weitere Informationen unter: logistik-heute.de/supply-chain-awards

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Seite 24 bis 25 | Rubrik PROFILE