Serie Logistikberufe: Ein Lächeln ins Gesicht zaubern

Paul-Simon Rivera ist Product Manager beim Softwarespezialisten AEB. Was ihm Logistik bedeutet, warum Teamwork in seinem Job unerlässlich ist und welchen Stellenwert Geld für ihn hat.

In der Unternehmenszentrale des Softwareanbieters entwickelt Paul-Simon Rivera die Produkpalette des Hauses weiter. Bild: AEB
In der Unternehmenszentrale des Softwareanbieters entwickelt Paul-Simon Rivera die Produkpalette des Hauses weiter. Bild: AEB
Sandra Lehmann
Logistikberufe

Was den Reiz der Logistik für ihn ausmacht, kann Paul-Simon Rivera, Product Manager beim Stuttgarter Zoll- und Logistiksoftwarespezialisten AEB SE, in einem Satz sagen: „Es ist die Abwechslung, die der Wirtschaftszweig bietet und die mich von Anfang an gereizt hat.“ Bereits während seines Studiums an der Fachhochschule Landshut und an der Anglia Polytechnic University in Cambridge kommt er mit Logistik in Berührung. „Über die Uni bin ich mit der damaligen Siemens-Einheit „Passive Bauelemente“ in Kontakt gekommen und wurde an einem Standort in den USA Praktikant im Bereich Materialwirtschaft.“ Das Praktikum bei dem Unternehmen, das wenig später als Epcos aus dem Siemens-Konzern ausgegliedert wurde, war ein Glückstreffer, wie Rivera heute sagt. „Vor Ort wurde gerade SAP eingeführt und ich durfte am Projekt mitarbeiten. Da habe ich ziemlich schnell gemerkt, dass das Entwerfen und Optimieren von Prozessen genau mein Ding ist.“

Also beschließt er, Epcos auch nach dem Studium treu zu bleiben und lernt dort das komplette Spektrum an Logistikaufgaben und -abläufen in einem Industrieunternehmen kennen. Dabei steht für Rivera zu Beginn seiner Karriere nicht nur die Prozesstheorie im Fokus, sondern auch die logistische Praxis. So arbeitet er bei Epcos im Lager in allen Bereichen mit, um einen Einblick in reale Abläufe zu erhalten. Von dieser Erfahrung profitiert er noch heute: „In Projekten Verbesserungspotenzial zu finden, gelingt umso besser, wenn man weiß, wie einzelne Abwicklungsschritte in der Realität funktionieren und welche Prozesse man darauf aufsetzen kann.“

Bei Epcos kommt Rivera auch das erste Mal mit dem Stuttgarter IT-Unternehmen AEB in Kontakt, dessen Logistiksoftware bei der damaligen Siemens-Tochter im Einsatz ist. Und als er sich Anfang der 2000er-Jahre entschließt, ohne festes Jobangebot zurück nach Deutschland zu gehen, wird sein Mut schnell belohnt: Kurze Zeit nach seiner Rückkehr meldet sich ein ehemaliger AEB-Ansprechpartner und bittet ihn, seinen Lebenslauf zu schicken. Wenige Tage später findet sich der gebürtige Heidenheimer dann im Büro des Firmengründers Peter Michael Belz wieder, der ihm per Handschlag einen neuen Job anbietet. Rivera zögert keine Sekunde und nimmt an – eine Entscheidung, die er auch nach 17 Jahren im Unternehmen nicht bereut, wie er betont: „AEB macht einfach Spaß. Ich habe hier viele Freiheiten, hatte bisher keinen einzigen Tag Langeweile.“

Horizont erweitern

Bei AEB startet er anfangs als Projektmanager – und er freut sich, weiter am Thema Prozessoptimierung zu arbeiten. „Ich finde es bis heute ziemlich spannend zu analysieren, wie logistische Abläufe funktionieren und vor allem, mit welchen Softwarelösungen man noch an der ein oder anderen Stellschraube drehen kann. So konnte ich in jedem Projekt auch immer wieder meinen eigenen Horizont erweitern“, erklärt der studierte Wirtschaftsinformatiker.

Seine umfangreichen Erfahrungen helfen ihm auch, für seine Kunden am Ende mit einem runden Ergebnis aufzuwarten. „Wer sich voll und ganz auf die Herausforderungen des Kunden einlässt, zaubert ihm mit einer gut durchdachten Lösung ein Lächeln ins Gesicht. Und das ist mehr wert als vieles andere.“ Aus seiner Perspektive gewinnen mit wachsender Berufserfahrung auch andere Themen wie persönlicher Entscheidungsradius oder die Kultur und Werte eines Unternehmens an Bedeutung. Unter diesen Aspekten sei AEB etwas Besonderes. Und seinen Job möglichst gut zu machen und dabei gestalterische Freiheit zu haben, steht für den Logistikexperten inzwischen auch weit über dem Punkt Gehalt. „Viele Informatiker verdienen etwa in der Finanzindustrie oder bei den großen Internetkonzernen geradezu astronomische Summen. Aber ein Beruf hat auch immer etwas mit Berufung zu tun – und die habe ich für mich definitiv in der Logistik gefunden.“

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Guter Riecher für Trends

Nach zehn Jahren bei den Stuttgartern wechselt er vom Projektgeschäft ins Produktmanagement. Dort kümmert er sich um die Weiterentwicklung der Logistiklösungen. Für die neuen Aufgaben, so der Fachmann, seien insbesondere Marktkenntnis und ein guter Riecher für Kundenbedürfnisse und Trends wichtig: „Offenheit und ein gutes Maß an Abstraktionsfähigkeit sind eine gute Basis, um in diesem Bereich erfolgreich etwas zu bewegen“, so Rivera.

Auch seine frühere Tätigkeit als Projektleiter kommt dem Experten hier erneut zugute. So sei sowohl ein gewisses Prozessverständnis als auch eine Hands-on-Mentalität von Vorteil, um Softwarelösungen zu kreieren, die auf die Herausforderungen der Kunden einzahlen. Ganz oben auf der Liste mit Rahmenbedingungen für erfolgreiche Produktentwicklung und -einführung stehe aber etwas ganz anderes: „Teamgeist ist das wichtigste Element in unserem Job. Es gibt kein Mastermind, das allein in der Lage ist, eine neue Lösung zu entwickeln, die allen Ansprüchen gerecht wird. Das ist ein kreativer Prozess, für den mehr als eine Meinung wichtig ist“, erläutert Rivera. Gemeinsam mit seinen Kollegen an neuen Ideen zu tüfteln und Kunden damit ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, steht deshalb auch für die Zukunft auf seiner Agenda. „Mein Job in der Logistik macht mich glücklich. Es gibt keinen Grund, daran etwas zu ändern.“ Sandra Lehmann

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Seite 22 bis 23 | Rubrik PROFILE