Digitalisierung: Vernetzt in die Zukunft

Das erste LOGISTIK HEUTE-Webinar nahm die Digitalisierung der Supply-Chain-Prozesse beim Stahlkonzern Tata Steel in den Fokus.

Wie können Vertrieb und Supply Chain Management denselben Wissenstand nutzen? Bild: Sergey Nivens, Adobe Stock
Wie können Vertrieb und Supply Chain Management denselben Wissenstand nutzen? Bild: Sergey Nivens, Adobe Stock
Therese Meitinger
Digitalisierung

Rund 33 Millionen Tonnen Stahl produziert der Montankonzern Tata Steel weltweit pro Jahr; davon entfallen rund zehn Millionen Tonnen auf den europäischen Unternehmensteil. Er wird an Tausende internationale Kunden ausgeliefert, die aus anspruchsvollen Bereichen wie der Automobilindustrie, der Baubranche, dem Konsumgüterbereich, dem Verteidigungssektor oder der Energiewirtschaft stammen. Wer die komplexen Lieferketten, die sich aus dieser Konstellation ergeben, beherrschen will, muss Supply Chain und Vertrieb durchgängig vernetzen. Diese Aufgabe schrieb sich Tata Steel Europe auf die Fahnen.

Wie sich das Unternehmen mithilfe der Cloud-Plattform „Anaplan“ in Sachen Transparenz neu aufstellte, untersuchte LOGISTIK HEUTE Ende 2019 im Rahmen seines ersten Webinars. Unter dem Motto „Digitale Transformation: Cloud-basierte Planung vernetzt Supply Chain und Vertrieb miteinander“ diskutierten Philipp Erkinger, damals Head of Anaplan Center of Excellence bei Tata Steel Europe, und Michael Teufel, Senior Marketing Manager Anaplan DACH, mit LOGISTIK HEUTE-Chefredakteur Matthias Pieringer, der als Moderator durch das digitale Seminar führte.

Fit fürs neue Geschäftsmodell

Zwei Herausforderungen standen dabei am Beginn des Prozesses: Zum einen war Tata Steel gerade dabei, sein Geschäftsmodell von der ausschließlich internen Fertigung auf den externen Zukauf von Materialien umzustellen. Das verschärfte die Notwendigkeit einer durchgängigen Lösung noch einmal. Doch vor der Implementierung durch Anaplan waren die erforderlichen Daten weltweit auf mehr als 100 Spreadsheets mit mehreren Einzelblättern verteilt.

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Der S&OP-Prozess (Sales and Operations Planning), der die Variablen, Lagerbestandsprognosen und komplizierten internen Fertigungsschritte zusammenführte, erforderte die Steuerung durch eine geschulte Gruppe. Außerdem wurden die Vertriebsdaten manuell in die Supply Chain übernommen, was die Datenverfügbarkeit verzögerte. Also beschloss man, die Excel-basierte Planung samt Bestandsprognosen und Vertriebsplanung zu ersetzen – und entschied sich wegen der besonderen Stabilität für die Cloud-basierte Plattform Anaplan.

„75 Prozent der Befragten brauchen länger als zwei Wochen, um aktuelle Marktveränderungen in die Planung mit einfließen zu lassen“, schilderte Michael Teufel eine internationale State-of-Connected-Studie. Gemeinsam mit Tata Steel Europe modellierte das Unternehmen fast die gesamte Supply Chain so, dass sie exakt die Komplexitäten der Produktion und Logistik abbildete. Dies führte zu Verbesserungen bei der langfristigen Abrechnungsplanung.

Vertrieb und Supply Chain sind in der entwickelten Lösung direkt über die Cloud-basierte Plattform verbunden. Sie funktioniert als „Single Point of Truth“, also eine gemeinsame Referenzbasis, und soll so durchgängige Transparenz schaffen. Auch die Menge der verfügbaren Daten erhöht sich demnach. Den Angaben zufolge ist sie von Planern unkompliziert zu bedienen und erfordert keine umfassenden Vorkenntnisse. Als Ergebnis dieser Zusammenarbeit – und der damit verbundenen größeren Transparenz zwischen Lieferkette und Vertrieb – gelangte Tata Steel nach eigenen Angaben zu exakteren Beschaffungspreisen und genaueren Lieferterminvorhersagen. Zugleich ist das System skalierbar, sodass die Grundlagen für weitere Projekte gelegt sind.

Therese Meitinger

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Seite 47 | Rubrik PRODUKTE