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Personal: Personalführung

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Redaktion (allg.)


Sequenz F3: Personalführung & Logistik

Welchen Einfluss Personalführung auf die Motivation und somit die Produktivität der Mitarbeiter hat, zeigte die von Prof. Dr. Dr. Hans-Christian Pfohl, Fachgebiet Unternehmensführung und Logistik, Technische Universität Darmstadt, moderierte Sequenz "Personalführung und Logistik" auf dem 21. Deutschen Logistik-Kongress.


Motivation

Jürgen Graf, Geschäftsführer, Adolf Würth GmbH & Co. KG, Künzelsau, verdeutlichte, dass die Motivation der Mitarbeiter der Schlüssel zum Erfolg ist. "In der Praxis der Würth-Gruppe zeigen Produktivität und Kosten keine Abhängigkeit vom Automatisierungsgrad. Abhängig ist die Produktivität hauptsächlich von der Motivation der Mitarbeiter: Überall dort, wo ein hoher Motivationsgrad herrscht, ist die Produktivität überdurchschnittlich." Doch wie werden Mitarbeiter motiviert?

Das Management beschäftigt sich in der Regel zu 80% mit Tagesgeschäft, 15% mit Prozessen und nur 5% mit den Menschen. Das ist eindeutig zu wenig gemessen an dem Potenzial, was durch gute Mitarbeiterführung gehoben werden kann. Graf formulierte sechs Ansatzpunkte, die eine Führungskraft beachten sollte, um die Motivation ihrer Mitarbeiter zu steigern:

  • Klare Vorgabe von Zielen: Mitarbeiter akzeptieren die Forderung von Leistung, allerdings müssen die Ziele erreichbar sein. Ziele und Erfolg hängen zusammen, Erfolge müssen
    belohnt werden.
  • Delegation von Aufgabe und Verantwortung: Dadurch wird Vertrauen ausgedrückt und die Kreativität gefördert. Lust bei der Arbeit fördert Bindung an das Unternehmen und schafft ein fröhliches Leistungsklima.
  • Dank und Anerkennung: Sollten nicht nur für Leistung, sondern auch für Firmentreue, Kundenorientierung und Kollegialität ausgesprochen werden.
  • Information und Kommunikation: Informierte Mitarbeiter sind bessere Mitarbeiter. Wichtig ist, ein Wir-Gefühl zu schaffen.
  • Entwicklung der Mitarbeiter zum Mitmenschen: Der arbeitende Mensch verbringt die schönste Zeit des Lebens im Unternehmen. Wichtig ist deshalb die Gestaltung einer fröhlichen, berechenbaren Arbeitswelt.
  • Vorbildfunktion: Führungskräften und Kollegen dürfen sich nicht zu schade sein, überall mit an zu packen, wo es notwendig ist und wo es das Firmeninteresse fordert. Dies reizt zur Nachahmung. Berechenbarkeit, Geradlinigkeit, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und Bescheidenheit sind wichtige Eigenschaften, die eine Führungskraft braucht, um Vorbild zu sein.
  • Entgeltsysteme

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    Einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Mitarbeitermotivation hat natürlich auch Geld. "Bei uns bekommen die Mitarbeiter Geld, wenn sie früher nach Hause gehen", verblüffte Manfred Brauckmann, Leiter des Lieferzentrums Giengen/Dillingen der BSH Bosch Siemens Hausgeräte GmbH, Giengen, die Zuhörer. "Nicht der Mitarbeiter mit den höchsten Überzeiten ist der beste Mitarbeiter. Der beste Mitarbeiter ist der Mitarbeiter, der eine gestellte
    Aufgabe am effizientesten löst", so Brauckmann.

    Durch die Einführung eines Minderzeitenbonus sowie eines Produktivitätsentgelts gelingt es BSH, die verfügbare Arbeitszeit der Mitarbeiter optimal an die zu bearbeitenden Aufträge anzupassen. Insbesondere durch den Bonus, den die Mitarbeiter erhalten, wenn sie ihre Aufgaben schneller als gefordert erledigen, ist ein Anreiz zur Effizienzsteigerung geschaffen. Dies ist ein deutlich anderer Ansatz als ihn herkömmliche Entgeltsysteme verfolgen, bei denen der Zeitverbrauch und nicht die Effizienz und Flexibilität belohnt wird.

    Das Produktivitätsentgelt wird durch die Faktoren Mitarbeitereinsatz, die Erfüllung der Tagesfertigkeit, Produktivität und Qualität bezogen auf die jeweilige Arbeitsgruppe, beeinflusst. Pro Prozent Produktivitätssteigerung erhalten die Mitarbeiter einen zusätzlichen Euro-Betrag. Ausgehend von den Vorjahreswerten werden pro Arbeitsgruppe Basiswerte der Produktivität und Qualität festgelegt. An diesen Basiswerten werden Produktivitätssteigerungen bzw. -verminderungen und die Einhaltung des Qualitätsstandards gemessen. Um den persönlichen Leistungsbeitrag einzelner Gruppenmitglieder am Gruppenergebnis zu berücksichtigen, wird die persönliche Leistungsbeurteilung multiplikativ berücksichtigt.

    Im Schnitt erzielt BSH durch dieses kombinierte Anreizsystem eine Produktivitätssteigerung um 7%.

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