Nachgefragt: „IT-Abläufe stärker durch Anwenderbrille sehen“

Johannes Meißner, technischer Geschäftsführer Witron Logistik + Informatik GmbH Bild: Witron
Johannes Meißner, technischer Geschäftsführer Witron Logistik + Informatik GmbH Bild: Witron
Matthias Pieringer

Johannes Meißner ist technischer Geschäftsführer beim Intralogistiksystem-Anbieter Witron mit Hauptsitz in Parkstein (Oberpfalz). Im Gespräch erläutert er, wie Witron die Zukunft der Logistik-IT sieht.

LOGISTIK HEUTE: Welche Entwicklungen in Sachen Logistik-IT macht Ihr Unternehmen für 2021 aus?

Johannes Meißner: Auch der Corona-Pandemie geschuldet, ist es vor allem der Trend zu Verfügbarkeit und Leistungsfähigkeit durch Technologie – er wird noch wichtiger. Hier geht es um die konsequente Digitalisierung bei gleichzeitiger Fokussierung auf die Kernprozesse – schlussendlich kommt es bei unseren Lösungen in erster Linie auf die 24/7-Verfügbarkeit für unsere Kunden an. Dazu gilt es Prozesse und Arbeitsschritte vollständig in den Logistiksystemen zu automatisieren, wie zum Beispiel im „OPM“-System von Witron.

Der zweite Trend, der forciert wird, ist die notwendige Flexibilität in der Supply Chain unserer Kunden, die wir mit Omnichannel-Systemen adressieren. Für die dazugehörigen IT-Lösungen bedeutet dies auch Konnektivität zu schaffen und zu stärken, um Integration zu ermöglichen und so die gesamte Supply Chain zu unterstützen.

Welche weiteren Trends sind ausschlaggebend?

Es wird aus unserer Sicht einen dritten Trend geben: 
In flexiblen und multifunktionalen Systemen steigt auch die Komplexität an der Schnittstelle Mensch-Technologie. Dieser Komplexität heißt es durch eine neue User Experience nachhaltig zu begegnen. Im Rahmen eines „User Centered Design Process“ müssen IT-Abläufe künftig noch stärker durch die Brille des Anwenders betrachtet werden. Aufgrund der notwendigen Integration von IT-Systemen liegt ein vierter Trend auch in Hybrid-Anwendungen und Multi-Cloud-Anwendungen – diese gilt es dem Nutzer transparent und bedienerfreundlich in einer Oberfläche beziehungsweise einer Daten-Anwendungswolke zur Verfügung zu stellen.

Was sind die wichtigsten Treiber?

Pandemiebezogen sind das vor allem die Verfügbarkeit, Leistung und Flexibilität von Logistiklösungen – ich glaube, es gibt ein Rückbesinnen darauf, worauf es in der Logistik tatsächlich ankommt. Gleichzeitig nimmt natürlich die Vielfalt und Individualität in den Supply Chains und damit auch in den Logistiklösungen zu. Die sich daraus ergebende Komplexität gilt es mit den richtigen Lösungen wie modernen Omnichannel-Systemen und neuer User Experience bei der Interaktion von Mensch und Technologie zielgerichtet und positiv zu managen.

Wie sollten sich die Nutzer aufstellen?

Für die Anwender führt kein Weg daran vorbei eine Strategie zu verfolgen, um sich konsequent und durchgängig auf die Digitalisierung und Automatisierung einzustellen. Die Nutzerunternehmen sollten sich auf die Kernprozesse fokussieren und dabei vor allem den Anwender und ihre Kunden in den Mittelpunkt stellen. Zudem ist es wichtig, auch über die IT-Landschaft auf echte „Collaboration“ zu setzen und sich in diesem Sinne weiter für Cloud-Anwendungen zu öffnen.

Die Fragen stellte Matthias Pieringer.

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Seite 8 | Rubrik NACHGEFRAGT