E-Commerce: So erobern Onlinehändler die Herzen skandinavischer Verbraucher

Von Dänemark bis Finnland ergeben sich für deutsche E-Commerce-Anbieter attraktive Märkte. Was Händler bei der Expansion beachten sollten, zeigt Teil eins unserer neuen Serie „Grenzüberschreitender E-Commerce“. 

Konsumenten in den nordischen Ländern scheinen vielen gleich zu ticken, doch wer dort erfolgreich E-Commerce betreiben möchte, sollte auf die Details achten. (Foto: Rochu_2008/stock.adobe.com)
Konsumenten in den nordischen Ländern scheinen vielen gleich zu ticken, doch wer dort erfolgreich E-Commerce betreiben möchte, sollte auf die Details achten. (Foto: Rochu_2008/stock.adobe.com)
Sandra Lehmann
Autor(en) dieses Beitrags

Jeroen Leenders, Co-Founder / Partnership Director Salesupply

Expertenbeitrag

Angesichts eines nahezu stagnierenden Wachstums im heimischen E-Commerce-Markt stehen deutsche Onlinehändler vor einer entscheidenden Weichenstellung: Entweder sie akzeptieren auch Nullrunden beim Wachstum — oder sie versuchen, ihr Auslandsgeschäft zu skalieren. Bei der Suche nach geeigneten Ländern wird Skandinavien oft übersehen.

Wachsender Markt

Zu Unrecht: Zwar kamen die nordischen Länder Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden 2023 mit rund 37 Milliarden Euro zusammen lediglich auf rund die Hälfte der E-Commerce-Umsätze mit Waren, die in Deutschland erwirtschaftet wurden (79,7 Milliarden Euro). Jedoch macht die Kombination aus überdurchschnittlich hoher Internet-Nutzung und Technologiekompetenz, hoher Kaufkraft und deutlich weniger Wettbewerb als in anderen europäischen Onlinemärkten Skandinavien für ausländische E-Commerce-Anbieter attraktiv.

Vor allem Onlinehändler, die in beliebten Kategorien wie Mode, Haushaltsgeräte und Kosmetik hochwertige und nachhaltige Produkte sowie Dienstleistungen anbieten, können mit starker Nachfrage rechnen. Denn die nordischen Konsumenten suchen bewusst nach Premiumprodukten und sind bereit, dafür einen höheren Preis zu bezahlen. Zudem ist den skandinavischen Kunden der deutsche Markt nicht fremd. Laut Marktstudien kaufen sie bereits heute am liebsten grenzüberschreitend in China, Deutschland und Großbritannien ein.

Gleiche Wurzeln, unterschiedliche Shopping-Gewohnheiten

Wer jedoch die genannten nordischen Länder aufgrund ihrer gemeinsamen Wurzeln über einen Kamm scheren will, wird scheitern. Denn die Unterschiede im Kaufverhalten und in den Erwartungen an das Einkaufserlebnis sind zum Teil erheblich. Norwegen als Nicht-EU-Mitglied stellt natürlich einen besonderen Ausnahmefall dar. Aber auch in den anderen EU-Ländern gibt es zahlreiche Besonderheiten.

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Während beispielsweise die Dänen digital affin sind und fast jeder Zweite schon einmal über Social-Media-Kanäle eingekauft hat, müssen in Finnland vor allem ältere Zielgruppen im Onlinehandel noch stärker an die Hand genommen werden. Darüber hinaus ist diese Konsumentengruppe sehr misstrauisch, wenn es um die Weitergabe ihrer Daten geht und achten verstärkt darauf, dass Produkte europäischen Normen entsprechen. Die Schweden hingegen sind sehr auf Nachhaltigkeit fokussiert und erfreuen E-Commerce-Anbieter darüber hinaus mit einer vergleichsweise geringen Retourenquote: Mehr als jeder dritte Schwede hat Marktstudien zufolge noch nie eine Onlinebestellung zurückgeschickt. Und die Norweger sind, ähnlich wie die Dänen, sehr aufgeschlossen, wenn es darum geht, mit neuen Technologien das Nutzererlebnis immer weiter zu verbessern.

Verschiedene Logistikwünsche

Auch bei der Logistik gibt es Unterschiede. So lassen sich Schweden und Dänen ihre Pakete am liebsten nach Hause liefern. Die Finnen holen ihre Bestellung bevorzugt am Automaten ab. Und die Norweger favorisieren Service-Points in Supermärkten oder an Tankstellen .

Eine Gemeinsamkeit in allen vier Ländern ist hingegen die hohe Affinität zu Mobile Commerce: Wer an nordische Verbraucher verkaufen will, sollte daher sicherstellen, dass Webshop und App benutzerfreundlich und für mobile Geräte optimiert sind. Beim Kundenservice sind die Konsumenten im hohen Norden dagegen geduldiger als Kunden in Deutschland. Während Call Center in Deutschland normalerweise 80 Prozent der Anrufe innerhalb von 30 Sekunden annehmen sollten, genügen in Skandinavien 120 Sekunden. Für E-Mail-Anfragen ist eine Antwort innerhalb von 24 Stunden ausreichend.

Nachhaltigkeit im Blick behalten

Um mit lokalen Anbietern konkurrieren zu können, müssen deutsche Online-Händler, die nach Skandinavien expandieren wollen, flexible, effiziente und auf die lokalen Märkte zugeschnittene Lösungen anbieten können. Darüber hinaus müssen sie ihre Geschäftsmodelle an die auf Nachhaltigkeit fokussierte Lebensweise in den nordischen Ländern anpassen. Das gibt von der Produktbeschaffung bis zur Verpackung und Lieferung. Durch die Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern wie Salesupply können ausländische Online-Händler skandinavischen Kunden dieselben Services bieten, die sie von ihren lokalen Händlern gewohnt sind.

Expertenbeitragsserie „Grenzüberschreitender E-Commerce“
Teil 1: So erobern Onlinehändler die Herzen skandinavischer Verbraucher

Weitere Teile folgen.

 

Über Salesupply

Salesupply ist ein europaweiter Dienstleister, der mittelständischen Online-Händlern skalierbaren und flexiblen Customer Service und Fulfillment bietet. Das Unternehmen mit Deutschlandsitz in Duisburg unterstützt den Kundenservice von Online-Händlern und Brands weltweit in 36 Sprachen und passt sich dabei flexibel dem jeweiligen Bedarf an. Auch die Fulfillment-Angebote an über 15 internationalen Standorten, darunter Deutschland, die Niederlande, Frankreich, Italien, Spanien, UK, Schweden, Polen, Kosovo, USA und China, sind laut Unternehmensangaben je nach Bedarf skalierbar.

Quellenverzeichnis

Retail X: The Nordics ECommerce Region Report 2023. Zuletzt aufgerufen am 17.05.2024
https://internetretailing.net/report-hub/the-nordics-ecommerce-region-report-2023/
Direct Link: A closer look at e-commerce in the Nordic countries, Stand: 2023. Zuletzt aufgerufen am 17.05.2024
https://www.directlink.com/closer-look-at-e-commerce-in-the-nordic-countries/
Cross-Border-Magazin: Zuletzt aufgerufen am 17.05.2024.
https://cross-border-magazine.com/de/e-commerce-zahlen-finnland-2023/
Retail X: The Nordics ECommerce Region Report 2023. Zuletzt aufgerufen am 17.05.2024
https://internetretailing.net/report-hub/the-nordics-ecommerce-region-report-2023/

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