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One Belt, One Road: Licht und Schatten eines Megaprojekts

Prof. Dr. Michael Schüller, Inhaber des Lehrstuhls für Management und SCM an der Hochschule Osnabrück. Foto: HS Osnabrück
Prof. Dr. Michael Schüller, Inhaber des Lehrstuhls für Management und SCM an der Hochschule Osnabrück. Foto: HS Osnabrück
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Redaktion (allg.)
Gastkommentar

Die Initiative der chinesischen Regierung zur Vernetzung des asiatischen Wirtschaftsraums mit Europa und mit afrikanischen Staaten in Form einer Wiederbelebung der historischen Seidenstraße birgt enorme ökonomische Wachstumschancen. Einen wichtigen Eck­pfeiler wird die Logistikbranche darstellen, die länderübergreifende Transportsysteme zur Verfügung stellen und demzufolge von der neuen Seidenstraße profitieren wird.

Die Beweggründe zur Seidenstraßeninitiative sind offensichtlich. Die chinesische Industrie hat in den vergangenen Jahren enorme Über­kapazitäten aufgebaut. Unter anderem war dies dem Wettbewerb zwischen den chinesischen Provinzen geschuldet. Die neue Seidenstraße dient also zunächst der Auslastung der chinesischen Wirtschaft und sichert chinesische Arbeitsplätze. Ebenso dient sie der Sicherung wichtiger Rohstoffe, wie Öl, Gas, Uran, Kupfer und Gold. Auch ist davon auszugehen, dass die chinesische Währung internationalisiert werden soll. Die Weltwirtschaft wird nach wie vor vom US-Dollar und dem Euro und nicht vom Yuan dominiert.

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Erleichterung der Zusammenarbeit zwischen Verladern, Logistikdienstleistern und Frachtführern

Vor diesem Hintergrund sind die zunehmenden Aktivitäten der chinesischen Wirtschaft in Europa nicht verwunderlich. Hervorzuheben ist vor allem das Engagement im Hafen von Piräus, der aus chinesischer Sicht als „Tor zu Europa“ gesehen wird und demzufolge zum größten Hafen Europas aus­gebaut werden soll.

Neben den offensichtlichen Chancen sollten allerdings mögliche Hürden nicht übersehen werden. Das gigantische, auf Jahrzehnte ausgelegte Projekt bedarf eines enormen interkulturellen Managements. China betont immer wieder die dezentrale Vorgehensweise, sodass „One Belt, One Road“ nicht zentral durch Peking gesteuert werden, sondern sich aus zahlreichen Einzelprojekten zusammensetzen soll. Doch auch diese müssen in Form eines übergreifenden Masterplans aufeinander abgestimmt werden. Gleichzeitig sind lokale Interessen zu wahren. Es gab bereits Widerstände der Bevölkerungen in Kasachstan, Kirgisistan sowie Myanmar. Fraglich bleibt die zukünftige Rolle Pekings in diesem gigantischen Vorhaben.

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Artikel One Belt, One Road: Licht und Schatten eines Megaprojekts
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