Werbung
Werbung
Werbung

Lkw-Maut: Ruhe vor dem Kostensturm

Prof. Dr. Sebastian Kummer, Vorstand des Instituts für Transportwirtschaft und Logistik,WU Wien Bild: WU Wien
Prof. Dr. Sebastian Kummer, Vorstand des Instituts für Transportwirtschaft und Logistik,WU Wien Bild: WU Wien
Werbung
Werbung
Redaktion (allg.)

Angesichts der Herausforderungen, die die Erhöhung der Lkw-Maut mit sich bringt, ist das zaghafte Rauschen im Blätterwald erstaunlich. Ist es die Ruhe vor dem Sturm? Urlaubszeit und der erst am 1. Januar 2019 bevorstehende, große Mautsprung sprechen dafür. Außerdem decken Hochkonjunktur und Diskussionen um den Fahrermangel einiges zu. Aber Mautkostensteigerungen von teilweise mehr als 50 Prozent sind kein Pappenstiel und sie addieren sich mit Fahrermangel und anziehenden Dieselkosten.

Wenn Transport- und Logistikdienstleister nicht aufpassen und die Kostensteigerungen konsequent weitergeben, könnte es 2019 zu einem bösen Erwachen, bei einem Abwürgen der Konjunktur sogar zu einer Katastrophe kommen. Die derzeit guten Ergebnisse könnten sich dann als Schwalbe erweisen, die bekanntlich noch keinen Sommer macht. Die Schwierigkeiten der KEP-Dienste sollten auch anderen eine Warnung sein. Trotz der Hilfestellungen der Verbände ist der Nachweis der Kostensteigerung durch die Ausweitung des bemauteten Straßennetzes nicht einfach. Für die betroffenen Unternehmen schmerzhaft und regionalpolitisch kontraproduktiv, trifft diese Maßnahme doch vor allem strukturschwache Gebiete.

Werbeinblendung:
Advertorial

Speditionsdienstleister Damco erweitert Partnerschaft mit BluJay

Sicher – die deutsche Maut wurde (zu) lange Zeit nicht erhöht und durch die Veränderung des Fahrzeugmix de facto sogar gesenkt. Positiv ist auch die lange Vorlaufzeit. Auch die verladende Industrie und der Handel sollten diese nutzen, um sich auf die Kostensteigerungen vorzubereiten. Wenn diese mit seriösen Dienstleistern zusammenarbeiten wollen, müssen sie für 2019 wohl oder übel mit deutlich höheren Transportkostenbudgets rechnen. Das mögen die CEOs zwar überhaupt nicht, aber es hilft nichts, denn eine verstärkte Ausschreibungsaktivität könnte bei dem einen oder anderen Rahmenvertrag sogar kontraproduktiv sein. Wahrscheinlich ist es besser, in den sauren Apfel von Preiserhöhungen zu beißen. Denn selbst bei einem Wechsel zu günstigeren Anbietern wird man mittelfristig Kostensteigerungen nicht entfliehen können und billiger ist bekanntlich oft teurer.

Foto: WU Wien

◂ Heft-Navigation ▸

Artikel Lkw-Maut: Ruhe vor dem Kostensturm
Seite 76 | Rubrik GASTKOMMENTAR
Werbung