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Gastkommentar: Verlader-Ausschreibungen – Gegen den Schneeballeffekt

Kuno Neumeier, Geschäftsführer Logivest GmbH; Sprecher des Themenkreises Logistikimmobilien der Bundesvereinigung Logistik (BVL) Bild: Logivest
Kuno Neumeier, Geschäftsführer Logivest GmbH; Sprecher des Themenkreises Logistikimmobilien der Bundesvereinigung Logistik (BVL) Bild: Logivest
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Redaktion (allg.)

Wenn sich ein Verlader bei einer neuen Bedarfssituation dafür entscheidet, einen Logistikdienstleister zu beauftragen, kann es sehr schnell sehr chaotisch für alle Beteiligte zugehen: Häufig wendet er sich mit seinem Kriterienkatalog an bis zu 30 Anbieter. Oftmals in der falschen Annahme, dass diese noch über mehrere zehntausend Quadratmeter freie Fläche für den Auftrag verfügen. Tatsächlich sind aber nahezu alle Dienstleister in ihren Bestandsimmobilien voll ausgelastet.

Mit diesem Vorgehen sorgen Verlader schnell für einen Schneeballeffekt. Die meisten der angeschriebenen Dienstleister wenden sich wiederum an mehrere Makler oder Entwickler und schicken diese auf Grundstückssuche. Die Folge: Bei den Bürgermeistern und Wirtschaftsförderern in der Zielregion laufen die Telefone heiß, sie erhalten – je nach Entwickler – dieselbe Anfrage in mehreren Dutzend Varianten. Bestenfalls erhält der Verlader das Angebot desjenigen Akteurs, der am schnellsten zum Hörer gegriffen hat. Schlimmstenfalls werden die Angebote schlichtweg nicht mehr von kommunalen Vertretern und Immobilienentwicklern ernst genommen.

Wenn feststeht, dass keine Bestandsflächen verfügbar sind, sollten Verlader auf die Mehrfachansprache verzichten und stattdessen einen Experten für die Ansiedlungs- und Logistikimmobilienberatung beauftragen. Dieser identifiziert dann alle infrage kommenden Grundstücke, bewertet sie anhand von vorher festgelegten Kriterien und ist Ansprechpartner für die Grundstückseigentümer. Dadurch erhält der Verlader eine Übersicht mit den Vor- und Nachteilen jedes Grundstücks und kann auf dieser Basis entscheiden, ob er in eigene Logistikflächen investiert oder seine Logistik im Outsourcing vergibt.

Anschließend koordiniert der Partner die Entwicklerausschreibung und wendet sich gezielt an die betreffende Kommune oder den Wirtschaftsförderer. Schließlich verhandelt entweder der Verlader selbst oder aber der Logistikdienstleister den Mietvertrag mit dem Entwickler. Kleiner Effekt mit großer Wirkung: Die Kontaktwelle bei den Kommunen bleibt aus, der lokale Imageverlust des Verladers bei den Behörden wird verhindert, und auch der Verlader selbst muss nicht zahllose Prozesse koordinieren, die letztlich ins Leere laufen.

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Artikel Gastkommentar: Verlader-Ausschreibungen – Gegen den Schneeballeffekt
Seite 8 | Rubrik GASTKOMMENTAR
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