Gastkommentar: SCRM - Hört nicht auf zu digitalisieren!

Marek Matuszewski ist Chief Sales Officer bei Remira Bild: Remira
Marek Matuszewski ist Chief Sales Officer bei Remira Bild: Remira
Redaktion (allg.)

Logistik-Crash, Kampf um die Ware, Lieferkettenengpässe – was haben wir in den vergangenen zwei Jahren nicht alles über die Coronapandemie und ihre Auswirkungen auf die Supply Chain gelesen? Fakt ist, die Pandemie hat die Lieferketten von Unternehmen weltweit einem Stresstest unterzogen. Es hat sich schnell und deutlich gezeigt, welche Marktteilnehmer über ein gut gefülltes Reservoir an Resilienz in ihrer Supply Chain verfügen.

Veränderte Rahmenbedingungen, zum Beispiel durch Produktionsstopps, Containermangel und Einschränkungen beim Transport, haben SupplyChainManagern einige schlaflose Nächte beschert. Auch das zum Teil stark veränderte Kaufverhalten mit einer extremen Nachfrage nach einzelnen Produkten oder im Gegensatz dazu einem starken Rückgang der Nachfrage bei anderen Artikeln hatte maßgeblichen Einfluss auf den Unternehmenserfolg. Gut aufgestellte Supply Chains waren in dieser Situation erfolgreich, wacklige Lieferketten sind eingebrochen.

Doch wie können künftige Störungen antizipiert werden? Und wie schaffen es Unternehmen, dass ihre Lieferketten auch im Krisenfall zuverlässig funktionieren? Diese Fragen stellen sich heute alle. Die Antwort ist vergleichsweise einfach: Hört nicht auf zu digitalisieren!

Viel zu wenige Unternehmen nutzen konsequent die Möglichkeiten, die die IT in der Logistik bereits heute bietet. Künstliche Intelligenz hilft dabei, ein Frühwarnsystem zu integrieren und so ein gut funktionierendes Supply Chain Risk Management aufzubauen. Auch die gesamte Planung sollte KI- und damit auch softwareunterstützt erfolgen: Sales & Operations Planning, Replenishment und die Digitalisierung des Einkaufs sind heute vielmehr als Buzzwörter: Es handelt sich dabei um zwingend einzusetzende Werkzeuge. Sie helfen, vorbereitet zu sein, wenn Gefahr in Verzug ist.

Die Digitalisierung dieser Prozesse erfordert Mut, denn Digitalisierung bedeutet immer auch Transparenz. Es geht darum, die eigene Planung zu einem nicht unerheblichen Teil offenzulegen. Nur so lassen sich Partner in der Supply Chain sinnvoll einbeziehen. Die Zusammenarbeit zwischen allen Protagonisten der Lieferkette ist der Grundpfeiler für den Erfolg. Alle genannten Maßnahmen für eine resiliente Supply Chain können jedoch nur ergriffen werden, wenn die notwendigen Daten auch tatsächlich erhoben und in die Planung integriert werden. Nur so wird eine erfolgreiche Supply Chain zu Ende gedacht. Deshalb noch einmal der dringende Appell: Hört nicht auf zu digitalisieren!

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Artikel Gastkommentar: SCRM - Hört nicht auf zu digitalisieren!
Seite 11 | Rubrik GASTKOMMENTAR