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Gastkommentar: Logistikstandorte - Abseits der Hotspots im Fokus

Peter Bergmann, Projektleiter, Alcaro Invest GmbH (Bild: Alcaro Invest)
Peter Bergmann, Projektleiter, Alcaro Invest GmbH (Bild: Alcaro Invest)
Redaktion (allg.)

Derzeit verschieben sich die Spielregeln für die Globalisierung und sorgen für einen Schub von Veränderungsprozessen, die sowieso schon auf dem Weg waren. Neben dem fortschreitenden E-Commerce und der Digitalisierung, die für veränderte Geschäftsmodelle sowie einen erhöhten Flächenbedarf sorgen, braucht es neue Lösungen für lückenlose Wertschöpfungs- und Logistikketten.

Um die Produktion – aufgrund von zu starken internationalen Verflechtungen und Abhängigkeiten – vor Lieferengpässen zu schützen, wird sich der Trend zur Deglobalisierung weiter verstärken. Die Sicherung lebenswichtiger Güter und Dienstleistungen wird vermehrt in den Fokus rücken. Eine breitere Risikostreuung wird auch die globalen Wertschöpfungsketten und die „Just in time“-Produktion betreffen. In der Folge wird sich der inländische Flächenbedarf erhöhen, beispielsweise für Pufferlager sowie im After-Sales-Bereich. Zudem werden Unternehmen mit dem Ziel einer höheren Krisenresistenz ihre Kosten für Lagerhaltung und Produktion neu bewerten. Frühere Fahrzeiten von nur 30 Minuten zum Hotspot werden einem größeren Radius weichen. Zulieferer und ihre Logistiker werden künftig eine Fahrzeit von einer bis eineinhalb Stunden in Kauf nehmen müssen.

Damit rücken (Grenz-)Standorte mit einer hohen Flächen- und Personalverfügbarkeit sowie mit guter Anbindung an eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur auf der Logistiklandkarte in den Fokus. Im Trend sind bereits Randstandorte am Meer wie beispielsweise das trimodale GVZ Emden sowie Wilhelmshaven (VW) oder die Grenzstandorte wie Stettin (Amazon), Lahr (Zalando) sowie Frankfurt (Oder).

Gleichzeitig erkennen viele Menschen nach Jahrzehnten des nicht mehr hinterfragten, stetig steigenden Wohlstands in Deutschland am eigenen Leib, wie wichtig die Transport- und Logistikbranche ist. Sie und ihre Mitarbeiter halten die Versorgung der Bevölkerung entscheidend mit am Laufen, sorgen dafür, dass die Waren zu den Supermärkten kommen und die Kunden ihre online bestellten Produkte erhalten. Das sollte zukünftig auch die Genehmigungsprozesse bei Standortansiedlungen beschleunigen und wieder für mehr politische Unterstützung sorgen. Dabei kommt der Ertüchtigung und dem Ausbau der Schiene ein hoher Stellenwert zu. Nicht nur, um sie im Cargo-Geschäft bestmöglich mit der Straße zu kombinieren, sondern auch als Back-up-Lösung.

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Artikel Gastkommentar: Logistikstandorte - Abseits der Hotspots im Fokus
Seite 8 | Rubrik GASTKOMMENTAR