Gastkommentar: Klimaschutz - Ökologische Herausforderungen können nicht warten

David Canavan, Chief Operating Officer (COO) von FedEx Express Europe. Bild: FedEx Express Europe
David Canavan, Chief Operating Officer (COO) von FedEx Express Europe. Bild: FedEx Express Europe
Redaktion (allg.)

Während sich die europäischen Volkswirtschaften von der Covid-19-Pandemie erholen, analysieren Regierungen, Unternehmen und Gemeinden den Einfluss der Pandemie und ihre Bedeutung für die Zukunft. Oben auf der Agenda stehen Forderungen nach einem nachhaltigen Aufschwung. Der jüngste EU-Konjunkturfonds in Höhe von 672 Milliarden Euro plant etwa 37 Prozent der Ausgaben ausschließlich für Projekte ein, die Klimaziele unterstützen. Die Transportindustrie ist ein wichtiger Faktor bei Treibhausgasemissionen. Laut der Strategie für nachhaltige und intelligente Mobilität der EU-Kommission erscheint daher eine Emissionsreduktion von bis zu 90 Prozent bis 2050 für den Verkehrssektor notwendig.

Wenn FedEx seinen Teil zum Aufbau einer nachhaltigen Zukunft beitragen will, ist es entscheidend, was das Unternehmen als Nächstes tut. Aus diesem Grund hat FedEx vor Kurzem das ehrgeizige Ziel angekündigt, bis 2040 weltweit klimaneutral zu arbeiten. Als Teil dieses Plans hat der KEP-Dienstleister eine Erstinvestition von mehr als zwei Milliarden Dollar für drei Schlüsselbereiche vorgesehen: elektrische Fahrzeuge, nachhaltige Energie und Kohlenstoffbindung. Bis 2025 zum Beispiel wird FedEx Express etwa bei 50 Prozent der globalen PUD-Fahrzeugkäufe auf Elektroautos setzen. Bis 2030 soll der Anteil auf 100 Prozent aller Käufe ansteigen.

Trotz dieser ambitionierten Ziele ist die Entwicklung von Null-Emissions-Lösungen für Langstrecken-Frachtflugzeuge in weiter Ferne. Und während die Logistikwirtschaft insgesamt Entwicklungen in diesem Bereich weiter vorantreiben muss, können die ökologischen Herausforderungen nicht warten. An dieser Stelle tritt die Kohlenstoffabscheidung – und die Möglichkeiten der natürlichen Kohlenstoffbindung – als dringend benötigte Lösung in den Vordergrund.

Um die Forschung auf diesem Gebiet zu beschleunigen, hat FedEx 100 Millionen Dollar in die Yale University investiert, um das Yale Center for Natural Carbon Capture einzurichten. Mit der Unterstützung von FedEx werden die Forscher dort Methoden untersuchen, die auf natürlichen Kohlenstoffspeichersystemen aufbauen, einschließlich biologischer Ökosysteme und inklusive des geologischen Kohlenstoffkreislaufs, um – wo möglich – zu verbessern, wie schnell Kohlenstoff absorbiert werden kann, wie viel davon gebunden wird und wie lange er gespeichert werden kann.

Die Wissenschaftler aus Yale wollen so ein Portfolio von Strategien schaffen, die Auswirkungen auf globaler Ebene haben. Hiervon profitiert nicht nur die Logistikwirtschaft, sondern auch andere. Klar ist: Wir erleben eine transformative Zeit im Wirtschaftszweig. Die Dekarbonisierung ist eine zentrale Herausforderung – und eine, die wir unbedingt bewältigen müssen.

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Artikel Gastkommentar: Klimaschutz - Ökologische Herausforderungen können nicht warten
Seite 8 | Rubrik GASTKOMMENTAR