Gemeinsam gestalten

Die diesjährige LogiMAT stellt die großen Megatrends Nachhaltigkeit, künstliche Intelligenz und Ergonomie in den Vordergrund. Über alle Leitthemen hinweg warten Messeneuheiten und Austauschmöglichkeiten auf die Besucher.

Auf der Intralogistikmesse LogiMAT werden Lösungen von mehr als 1.500 Ausstellern zu sehen sein. Bild: Euroexpo Messe- und Kongress GmbH
Auf der Intralogistikmesse LogiMAT werden Lösungen von mehr als 1.500 Ausstellern zu sehen sein. Bild: Euroexpo Messe- und Kongress GmbH
Sandra Lehmann
Messe

Zusammen den Wandel meistern – dazu fordern die Macher der Intralogistikmesse LogiMAT, die vom 19. bis 21. März auf dem Messegelände in Stuttgart stattfindet, in diesem Jahr die Besucher auf. Unter dem Motto „Shaping Change together – Sustainability – AI – Ergonomics“ wolle der Veranstalter, die Münchner Euroexpo Messe- und Kongress-GmbH, den Veränderungen nachspüren, die durch Megatrends wie Nachhaltigkeit, künstliche Intelligenz und den Gesundheitsschutz von Mitarbeitern für den Wirtschaftszweig Logistik entstehen.

„Das Gros der weltweit führenden Entwickler, Hersteller und Lösungsanbieter fokussiert mit seinen Exponaten auf der LogiMAT mindestens eines der drei Leitthemen“, erläutert Messeleiter Michael Ruchty. „Das Spektrum reicht dabei von der Automatisierung und digitalen Transformation der Geschäftsprozesse, um dem Fach- und Arbeitskräftemangel zu begegnen, über Energiesparoptionen und effizienten Ressourceneinsatz bis hin zu KI-basierten Instrumenten zur schnellen und intelligenten Analyse der erfassten Daten. Außerdem wird die Sicherung von IT-Netzen und Resilienz der Supply Chain thematisiert.“

Zu sehen sein werden auf den insgesamt 125.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche Lösungen von mehr als 1.500 Ausstellern aus 40 Ländern. Davon sind 150 Unternehmen zum ersten Mal auf der LogiMAT vertreten. Bei einer Quote von rund 35 Prozent kommt laut Veranstalter in diesem Jahr zudem jeder dritte Aussteller aus dem Ausland.

2023 schloss die LogiMAT mit einem deutlichen Besucherzuwachs ihre Tore. Während der drei Messetage kamen insgesamt 62.343 Fachbesucher (plus 25 Prozent) auf das Stuttgarter Messegelände, sie trafen dort auf 1.563 Aussteller.

Nachhaltige Lösungen gefragt

Das Schwerpunktthema Nachhaltigkeit der LogiMAT 2024 greift eine Vielzahl der Aussteller nach Euroexpo-Angaben durch Neuentwicklungen auf, die Ressourcen schonen und die Umwelt weniger belasten. Im Vordergrund stünden die Lithium-Ionen-Technologie, wiederverwendbare Verpackungs- und AutoID-Lösungen, aber auch neue Komponenten mit Energierückspeisung für automatisierte Lagersysteme.

Das Thema künstliche Intelligenz und ihre Einbindung in die aktuellen Produkt- und Lösungsentwicklungen bestimmen ebenfalls das Messegeschehen auf der LogiMAT 2024. Die Schlüsseltechnologie ist fester Bestandteil der Intralogistik und in diesem Jahr prägend sowohl für das breite Anwendungsspektrum der präsentierten Neu- und Weiterentwicklungen als auch für das Rahmenprogramm der Fachmesse, heißt es vonseiten der Veranstalter.

In den Mittelpunkt rückt in Stuttgart auch das Thema Gesundheitsschutz für Mitarbeiter in intralogistischen Umgebungen. Ergonomisch optimierte Prozesse, gesundes Arbeiten und Prävention sollen dabei im Fokus stehen. Das Portfolio der präsentierten Lösungen reicht nach Veranstalterangaben von neuen, modularen Arbeitsplatzkonzepten und -systemen über Messepremieren bei den Hebegeräten sowie softwaregesteuerte, sprachbasierte Kommissionierprozesse mit Datenbrille bis hin zu neuen Ausstattungen und Assistenzsystemen für den Arbeitsplatz Stapler.

Ergonomisch soll es indes auch für die Besucher selbst zugehen. Zur schnellen, wegeoptimierten Orientierung des Fachpublikums haben die Macher bei der Belegung der zehn Messehallen eine Zuordnung nach Branchensegmenten berücksichtigt. Danach präsentieren die Systemintegratoren, Maschinen- und Anlagenbauer als traditionell stärkstes Ausstellersegment ihr aktuelles Produkt- und Lösungsspektrum für effiziente Warenflüsse in den Hallen 1 – nebst Galerie –, 3, 5 (inklusive Empore) und 7. Im Vordergrund stünden Neuentwicklungen im Bereich der Förder- und Shuttletechnik sowie Lagerautomatisierung, heißt es im Vorfeld der Leistungsschau.

So zeigt der Systemintegrator Element Logic (Halle1, Stand 1H21) spezielle Transferzellen für die Übergabe von Ein- und Auslagerungen aus dem „AutoStore“-System an Fördertechnik oder FTF, eine Robot-Picking-Lösung sowie Weiterentwicklungen seines Warehouse Management Systems. In Halle 3 an Stand 3A19 präsentiert das Bremer Unternehmen Cellumation die Förderlösung „CROSSDOCK“. Das Produkt ist laut Anbieter in der Lage, Objekte aus beliebig vielen Eingängen automatisiert und parallel zu unterschiedlichen Ausgängen zu sortieren.

In Halle 4 stellen die Verpackungshersteller und Unternehmen der passenden Verpackungstechnik ihre Neuentwicklungen vor. Im Mittelpunkt stehen laut Veranstalter dort nachhaltige Verpackungslösungen sowie modulare Packplatzkonzepte und -komponenten. Der Anbieter Henkel Adhesive Technologies (Halle 4, Stand 4A53) präsentiert unter anderem Klebstofflösungen für maßgeschneiderte Versandverpackungen und Transportsicherung von Paletten ohne Kunststofffolien, die 100-prozentig mit dem Papierrecyclingprozess kompatibel sind. Am Stand des niedersächsischen Anbieters Knüppel (Halle 4, Stand 4D34) können sich Messebesucher über eine materialsparende Hohlraumfüllung informieren.

Elektrifizierung im Fokus

Für die Interessenten und Kunden der AutoID-Branche wird die Halle 2 zum zentralen Anlaufpunkt. Dort sind der Euroexpo zufolge nahezu alle rund 80 auf Kennzeichnung, RFID und Sensorik spezialisierten Anbieter mit ihren Neuheiten, Produkten und Lösungen rund um die Kennzeichnung und Erfassung vertreten.

In Halle 9 sowie in der gegenüberliegenden Halle 10 auf dem Südflügel des Messegeländes und dem hier angrenzenden Freigelände mit einem Live-Parcours präsentiert die Ausstellergruppe Flurfördertechnik, Anbaugeräte und Energiemanagement die jüngsten Lösungen für innerbetriebliche Transporte. Premieren seien insbesondere bei Routenzügen, Niederhubwagen, Deichsel- und Gelenkstaplern sowie bei der Weiterentwicklung der Assistenzsysteme und bei der Sensorik Richtung fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF) zu erwarten, so der Messeveranstalter.

Zur weiteren Elektrifizierung der Flurförderzeuge fließen hinsichtlich Batterie- und Energiemanagement bei der Antriebstechnik neben dem Lithium-Ionen-Akku zudem zunehmend die Wasserstoff- und Brennstoffzelle als Energiespeicher in die Konzeption zukünftiger Geräte ein. Das Hamburger Unternehmen Still (Halle 10, Stand 10B40 und 10B41) zeigt beispielsweise Lagertechnikfahrzeige mit Brennstoffzellensystem. Toyota Material Handling präsentiert in Halle 10 an Stand 10G41 im „Energy & Product Park“ Flurförderzeuge, die mit den energieeffizienten und ressourcenschonenden Antriebslösungen ausgestattet sind. Das Unternehmen berät seine Kunden nach Eigenangaben einsatzbezogen und technologieoffen, um langfristig die CO2-Emissionen der Staplerflotten zu reduzieren.

Die aktuellen Lösungsansätze für zukunftsfähiges Warehouse-, Transport- und Supply Chain Management mit durchgängig vernetztem Datenaustausch stellen in Halle 8 die Themenschwerpunkte bei den Softwareentwicklern. Apps, IT-Plattformen und Cloud-Lösungen mit neuen Funktionen und KI-Algorithmen für effiziente Prozesssteuerung, Simulationen sowie intelligente Filterung und Analyse von Daten sollen den Anwendern neue Optimierungsoptionen für bessere Anlagenperformance und kürzere Realisierungszeiten erschließen. Zur Bewältigung der aktuellen Marktanforderungen an Prozessoptimierung und Anlagenplanung werden unter anderem Softwarelösungen zur Simulation, virtuellen Inbetriebnahme und Erstellung digitaler Zwillinge von Produktions- und Logistikprozessen vorgestellt. Zudem sind neue KI-Tools als Lagerverwaltungssystem-Feature zur Vorhersage von Auftragslast und Engpässen im Materialfluss zu sehen.

In der angrenzenden Halle 6 bieten die Aussteller der Bereiche Fahrerlose Transportsysteme (FTS) und Robotics Hightech zum Anfassen. Sie zeigen von fahrerlosen Transportfahrzeugen (FTF) über Shuttles und autonomen mobilen (Transport-)Robotern (AMR) bis hin zu neuen stationären Industrie- und mobilen Pickrobotern ihre aktuellen Geräteentwicklungen.

Ein komplettes Robotik-Ökosystem ist in Halle 6, Stand 6D45 beim Münchner Anbieter Idealworks zu sehen. Laut Unternehmen soll es Anwendern Einblicke in vielfältige Nutzungsmöglichkeiten gewähren. Um autonome mobile Outdoorroboter dreht sich alles bei Innok Robotics (Halle 6, Stand 6A37). Der Fokus liege dort auf Anwendungsfällen für den autonomen Roboter „INDUROS“ für die Industrie.

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Am Eingang Ost versammeln sich wie auch in den vergangenen Jahren die Jungunternehmen der Logistikszene. Am vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) geförderten Gemeinschaftsstand für Start-ups sind in diesem Jahr viele Neuaussteller vertreten. Zum ersten Mal auf der LogiMAT dabei sind unter anderem Scholz Vision Systems, Cargonexx, Smavoo und Logistic Lights.

Messepremieren angekündigt

Über alle Produktgruppen hinweg werden im Rahmen der LogiMAT laut den Messemachern rund 100 Produktpremieren und Weiterentwicklungen zu sehen sein. „Die geballte Menge an Innovationen unterstreicht einmal mehr die Kreativität und den Ideenreichtum der Branche“, so Ruchty. „Zugleich belegt das breite Spektrum neuer Produkte und Lösungen die Bedeutung der LogiMAT als zentrale Präsentations- und Kommunikationsplattform der globalen Intralogistikbranche.“

Zu den LogiMAT-Premieren zählt unter anderem eine neue cloudbasierte Version der hauseigenen Simulationssoftware des Intralogistikspezialisten Klinkhammer (Halle 1, Stand 1D50). Diese soll es Nutzern ermöglichen, die Leistung von Anlagen zu prognostizieren und sie schneller in Betrieb zu nehmen. Des Weiteren stellt Pixel Robotics (Halle 8, Stand 8F05) als Messeneuheit eine intelligente, KI- und kamerabasierte Gabelerkennung vor. Diese wurde dem Anbieter zufolge mit Tausenden von Bildern aus verschiedensten Umgebungen angelernt, um alle Arten von Staplergabeln sicher zu erkennen.

Darüber hinaus werden im messebegleitenden Rahmenprogramm der LogiMAT 2024 die aktuellen Entwicklungen im Bereich der mobilen Robotik erstmals in Form eines Anwenderforums erörtert. In Kooperation mit dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) veranstaltet das Forum-FTS in Halle 6 (Galerie, Stand 6H01) das Anwenderforum „Mobile Robotik“. Zusammen mit dem Tracking & Tracing Theatre (T&TT) in Halle 2 (Stand 2B07) und dem Live-Event Ladungssicherung (Halle 9, Stand 9B71) stehen damit drei Live-Events mit seriellen Veranstaltungen auf der Programm-Agenda.

Premiere feiert zudem am 21. März, dem dritten Messetag, im ICS (C1.2) neben der Halle 2 der LogiMAT Campus. Das Karriere- und Networking-Event für Berufsschüler, Studierende und Quereinsteiger, die in der Logistik durchstarten wollen, bietet direkten Kontakt zu potenziellen Arbeitgebern aus der Logistik (siehe S. 71). Darüber hinaus ist erneut das Atrium Eingang Ost zentraler Veranstaltungsort der LogiMAT. Neben der Eröffnung und Preisverleihung „BESTES PRODUKT“ vertiefen dort an den drei Messetagen insgesamt 16 Expert Forums die drei Schwerpunktthemen der LogiMAT 2024.

Treffen und austauschen

Auch LOGISTIK HEUTE beteiligt sich mit zwei Fachveranstaltungen am Forenprogramm (siehe Kasten). Ergänzend dazu geben zahlreiche Aussteller in den Hallen Hallen 7 (Forum Nord) und 8 (Forum Süd) mit „Exhibitor Insights“ Einblicke in ihr Unternehmen sowie Produkte und Lösungsangebote.

„Das Gesamtpaket mit mehr als 1.500 Ausstellern und dem umfassenden Rahmenprogramm unterstreicht erneut den Ruf der LogiMAT als Messe mit Mehrwert wie auch als führende Präsentations-, Informations- und Kommunikationsplattform der Intralogistikbranche“, resümiert Messeleiter Ruchty. „Damit gibt die LogiMAT den Intralogistikern weltweit positive Impulse – und ist eine absolute Pflichtveranstaltung für alle, die auf dem aktuellen Stand der Technik bleiben wollen.“

Sandra Lehmann

LOGISTIK HEUTE-Fachforen auf der LogiMAT: Mitdenkende Pakete und Intralogistiktrends

Die LOGISTIK HEUTE-Redaktion beteiligt sich mit zwei Fachforen am Rahmenprogramm der LogiMAT 2024. Am 19. März, dem ersten Messetag, diskutiert LOGISTIK HEUTE-Redakteurin Sandra Lehmann in der Sequenz „Digitale Verpackung: Wenn das Paket mitdenkt“ (13:00 bis 13:50 Uhr) gemeinsam mit Experten aus Wissenschaft und Praxis, was intelligente Verpackungen können und wo die Verpackungsindustrie beim Thema Digitalisierung steht.

Am zweiten Messetag, dem 20. März, versammelt LOGISTIK HEUTE-Chefredakteur Matthias Pieringer beim „LogiMAT-Gipfeltreffen: Trends in der Intralogistik“ (16:00 bis 16:50 Uhr) führende Köpfe der Logistikwirtschaft. Gemeinsam diskutiert Pieringer über die Trends und Möglichkeiten, die die Intralogistik derzeit prägen. Darüber hinaus wird in dem Forum erörtert, welche Herausforderungen und Chancen sich daraus für die Branche ergeben. Beide Fachforen finden im Atrium am Eingang Ost statt.

Fakten zur LogiMAT 2024

Datum: 19. bis 21. März 2024, 9:00 bis 17:00 Uhr

Aussteller: mehr als 1.500

Ausstellungsfläche: 
125.000 Quadratmeter brutto

Belegte Hallen: 1 bis 10

Tickets: Tageskarte (28 Euro), 
Dauerkarte (50 Euro)

Informationen:www.logimat-messe.de

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