Redaktion (allg.)


In Logistik Heute 7-8/2002 beleuchteten Dirk Pfitzer, Dr. Rainer Lampe und Markus Fricke den momentanen Einsatz von E-Business-Strategien in der Automobilbranche (S. 56: Kosten Autos bald weniger?). Ergänzend zeigen wir hier, wie die momentane Lage branchenübergreifend ist.

Wie ist der Stand der Dinge? Eine Umfrage unter 200 deutschen Unternehmen zeigt, dass bereits mehr als die Hälfte erste Schritte in der elektronischen Beschaffung unternimmt.

Elektronische Beschaffung ist aus deutschen Firmen nicht mehr wegzudenken - und der Bedarf wächst kontinuierlich. Dies ergab eine im Auftrag der Oracle Deutschland GmbH durchgeführte aktuelle Untersuchung des Marktforschungsinstituts Forsa. Insgesamt 200 deutsche Unternehmen aus den Branchen produzierendes Gewerbe, Handel und Telekom/Medien wurden hierzu im Januar 2002 befragt. Das Ergebnis: Fast 60 % nutzen bereits eine ERP- (Enterprise Resource Planning) oder katalogbasierte elektronische Beschaffungslösung.

Elektronisch bestellt wird am häufigsten Büromaterial. Aber auch Ersatzteile, DIN- und Normteile, Hilfs- und Betriebsstoffe und ähnliche Produkte werden zunehmend online beschafft.

Die Mehrheit der befragten Unternehmen geht bei der Nutzung der Beschaffungslösungen eher konservativ vor: Nur 31 % setzen die E-Procurement-Komponente Katalogmanagement ein, die einen automatischen Bestellvorgang ermöglicht. Weitere 18 % planen den Einsatz innerhalb der nächsten sechs Monate, 17 % innerhalb der nächsten zwei Jahre. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Komponente Workflow, die Auswahl- und Bestellabläufe bis hin zur Datenbank automatisiert und damit beschleunigt beziehungsweise effizienter gestaltet.

Lieferantenvergleich online

Nationales Sourcing ist bereits bei 35 % der befragten Unternehmen Realität, weitere 34 % wollen dies innerhalb der nächsten zwei Jahre realisieren. Im Gegensatz zum globalen Sourcing, das weltweite Beschaffungsvorgänge umfasst, konzentriert sich das nationale Sourcing auf die Lieferantensuche in Deutschland. Hier ist vor allem wichtig, welcher Lieferant was zu welchen Konditionen liefern kann. Globales Sourcing kommt derzeit lediglich bei 28 % der Unternehmen zur Anwendung. Eine Integration in Marktplätze - also der Zugriff auf verfügbare Lieferantendaten, die zentral gespeichert und abrufbar sind - sowie Lieferanten-Portale werden bei jeweils 24 % der befragten Unternehmen realisiert.

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Beim Beschaffungs-Benchmarking vergleichen bereits heute 29 % der Befragten die Leistungsfähigkeit ihrer Lieferanten, weitere 42 % wollen diese Methode innerhalb der nächsten zwei Jahre in ihrem Unternehmen einführen. Bei diesem speziellen Benchmarking-Verfahren können Firmen ihre eigenen Kennzahlen mit denen anderer Unternehmen vergleichen und exakt messen, ob sie zu besseren oder schlechteren Konditionen einkaufen als der Mitbewerb.

Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass das Thema E-Procurement in den nächsten Jahren die Einkaufsabteilungen der Unternehmen weiterhin beschäftigt, da es zu einem immer größeren Wettbewerbsfaktor wird. p./cr.


Details der Studie:

Die 200 befragten deutschen Unternehmen gliedern sich wie folgt auf: 84 kommen aus dem produzierenden Gewerbe, 67 aus dem Groß- und Einzelhandel sowie 49 aus dem Bereich Telekommunikation/Medien. 28 % der Unternehmen erzielen einen Jahresumsatz von unter 100 Mio. EUR, 26 % zwischen 100 und 200 Mio. EUR, 21 % einen Umsatz zwischen 200 und 500 Mio. EUR und 21 % einen Umsatz von mehr als 500 Mio. EUR. Zu 4% fehlen die Umsatzangaben.
Die Hälfte der Unternehmen beschäftigen zwischen 500 und 1.000 Mitarbeiter, 31 % zwischen 1.000 und 2.000 Mitarbeiter und 20 % mehr als 2.000 Mitarbeiter. 29 % sind eigenständige Einzelunternehmen, 71 % gehören zu einem Konzern beziehungsweise einer Firmengruppe.
Die Beschaffung ist in 70% der Unternehmen zentral organisiert.
Grafiken: Forsa

Den Artikel "Kosten Autos bald weniger" (Logistik Heute 7-8/2002, S. 56-57)
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