Zukunftskongress Logistik: Keine Latte Macchiato, bitte!

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Guten Tag, zwar war beim diesjährigen Zukunftskongress Logistik in Dortmund in den Veranstaltungspausen auch Latte Macchiato als Heißgetränk zu bestellen. Aber wirklich viele der knapp 500 Teilnehmer griffen nicht zum Milchmischgetränk italienischer Herkunft. Das lag nicht nur an den hochsommerlichen Außentemperaturen, sondern auch an den Thesen, die Fraunhofer-IML-Chef Prof. Dr. Michael ten Hompel bereits am Vorabend vor dem Kongress verbreitete: Unternehmer, die sich auf der Suche nach der richtigen Digitalisierungsstrategie auf Latte Macchiato trinkende, bärtige Hipster aus der Berliner Start-up-Szene einlassen, sind dem stets glattrasierten Wissenschaftler aus dem Pott ein Graus – vor allem, wenn sie keine Ahnung von der Logistik haben.

Ratsuchenden Unternehmern rät ten Hompel daher, natürlich nicht ganz uneigennützig, nach Dortmund zu kommen. Dort serviert man gerne Filterkaffee – und: 100 Prozent Logistik. So lautet zumindest der offizielle Slogan. Nun sollte man vielleicht nicht jedem rasurverweigernden Softwareentwickler aus dem Prenzlauer Berg unbedingt gleich den Stempel „Dampfplauderer“ aufdrücken. Doch in der Tat zeichnet die Fraunhofer-Forscher einiges aus: beispielsweise langjährige Expertise, Erfahrung mit Soft- und Hardware und – zusammen mit dem EffizienzCluster LogistikRuhr – große Logistikerfolge.
 
Beim diesjährigen Kongress wollten die Dortmunder der Logistik-Szene mit auf den Weg geben, dass vor allem Mittelständler keine Scheu vor Digitalisierungsprojekten haben sollten. Wer sich auf die Reise begebe, müsse nicht jahrelang für teures Geld am großen Wurf feilen. Kleine Schritte, die sehr schnell einen messbaren Nutzen bringen, sind leichter zu gehen als gedacht – so lautete das Credo aus dem Revier (siehe News der Woche). Ähnlich sieht das jetzt auch die Politik und fördert entsprechende Initiativen.
 
Man kann nur hoffen, dass der in Sachen Industrie-4.0-Reise noch etwas zögerliche Mittelstand auf solche und andere Angebote eingeht und auf den Zug der vierten industriellen Revolution aufspringt. Wie sagte Karl-Heinz Land, Geschäftsführer von Neuland, zum Abschluss seines Kongressvortrags drastisch, aber treffend: Die digitale Transformation wird blutig, aber noch blutiger wird es, wann man nicht mitmacht.
 
Egal ob Sie zum Frühstück gerade Latte Macchiato, Filterkaffee oder Blümchentee zu sich genommen haben: Ich wünsche Ihnen einen ideenreichen Start in den neuen Tag.

Herzlichst Ihr
 
Thilo Jörgl
Chefredakteur LOGISTIK HEUTE

Thilo Jörgl
ehem. Chefredakteur (bis 2018)

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