VDI-Innovationspreis Logistik: Start-up Magazino holt die Trophäe

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Guten Tag, Überraschung für so manchen Besucher des 26. Deutschen Materialfluss-Kongresses in Garching bei München gestern Abend: Den VDI-Innovationspreis Logistik konnte erstmals kein intralogistisches Schwergewicht mit nach Hause nehmen. Die begehrte Trophäe steht demnächst in den Büroräumen eines gerade mal drei Jahre alten Start-ups – der Magazino GmbH. Als Jurymitglied gratuliere ich im Namen des LOGISTIK HEUTE-Teams herzlich den drei jungen Gründern Nikolas Engelhard, Lukas Zanger und Frederik Brantner.

Intensiv habe ich vor einigen Wochen die Liste der eingereichten Produkte vor meinem Jury-Votum studiert – und ich kann sagen: Der Wettbewerb war hart, aber Magazino hat mit seiner Entwicklung des Kommissionierroboters TORU Cube zu Recht den Preis abgesahnt. Die Münchner Firma steht nun in einer Reihe mit Traditionsunternehmen wie Vanderlande, SSI Schäfer und Co, die in der Vergangenheit den Preis abräumten.

Preiswürdig ist aus meiner Sicht nicht nur die Idee, dass nicht ein Kommissionierer ans Regal laufen muss, um dort einen Karton zu entnehmen, sondern ein autonomer Roboter zum Regal fährt, das gewünschte Produkt entnimmt und es anschließend zur Versandstation bringt. Ausgezeichnet ist auch die Umsetzung des komplexen „Griffs in die Kiste“. Und nicht zu vergessen: Der innovative Roboter ist so gebaut, dass er parallel mit Menschen zum Einsatz kommt. „Man-Machine-Interaction at its best“ würden Wissenschaftler dazu sagen.

Gäbe es einen Preis für die Vermarktung von neuen Intralogistiklösungen, so wäre aus meiner Sicht Magazino auch ein heißer Kandidat. Denn die drei Gründer haben nicht nur ein Team um sich geschart, das gute Lösungen im Hinterhof austüftelt. Sie wissen auch, wie man den Roboter auf Kongressen oder Messen präsentiert. Zweimal, zuletzt auf der Stuttgarter Fachmesse LogiMAT, hatte ich in einem Forum das Vergnügen, mit dem cleveren und gleichzeitig nicht spaßbefreiten Magazino-CEO Frederik Brantner über flexible Lagertechnik zu diskutieren. Auch an der Gestaltung der Magazino-Website oder den Infofilmen kann sich so mancher angestaubte Maschinenbauer ein Beispiel nehmen.

Mich hat es daher nicht gewundert, dass 2015 Siemens mit 49,9 Prozent bei den Nachwuchs-Intralogistikern eingestiegen ist. Auf dem alten Industrietanker schippern zwar viele schlaue Matrosen und Kapitäne, aber in Sachen Agilität, Tempo und Vermarktung können sich die alten Seefahrer von der Gummibootmannschaft von Magazino durchaus eine Scheibe abschneiden. Darf man Insidern glauben, dann entsteht übrigens so manche Idee von Magazino nicht im Büro, sondern während feucht-fröhlicher Betriebsausflüge im oberbayerischen Hügelland. Wie es scheint, kann man den Münchnern auch in puncto Teambuilding nicht viel vormachen. Darauf ein Prosit der Intralogistik!

Es grüßt Sie herzlich

Thilo Jörgl
Chefredakteur LOGISTIK HEUTE

Thilo Jörgl
ehem. Chefredakteur (bis 2018)

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