Sinkende Import- und Exportzahlen: Vorboten des Brexits?

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Guten Tag, vielen ist er noch im Gedächtnis, der 23. Juni 2016. Der Tag, an dem sich 51,9 Prozent der Briten im Referendum für den Brexit ausgesprochen haben. Seitdem gibt es die wildesten Spekulationen, was der Ausstieg der Briten aus der Europäischen Union zu bedeuten hat. Ist das der Anfang vom Ende der EU? Bedeutet es den wirtschaftlichen Selbstmord Großbritanniens? Wir werden es erfahren. Aber wohl erst nach dem 30. März 2019. Das ist der Tag, an dem sich das Königreich endgültig aus der EU verabschieden soll.

Auch wenn dies noch einige Monate dauern wird und es noch viele Möglichkeiten für Spekulationen und Verteufelungen geben wird – sie zeigen sich schon jetzt: die Vorboten des Brexits. Und zwar in der aktuellen Ausgabe des „Export-/ Import-Seismographen Deutschland (ESD/ISD)“. In dem Projekt des Instituts für Angewandte Logistik an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt und des Softwareunternehmens AEB werden nämlich die deutschen Außenhandelsströme analysiert.

Laut des ESD/ISD sind diese zwar am Boomen – die ehemals eng vernetzten deutschen und britischen Unternehmen entfernen sich aber immer weiter voneinander. Laut Studie liegt das vor allem am Brexit. Durch das Verlassen der EU werden sich zwangsläufig Veränderungen des Handels zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich ergeben. Wenn Handelszölle kommen, werden Handelsgrenzen aufgebaut. Die deutschen Unternehmen suchen daher nach Möglichkeiten, die Supply Chains zu entflechten und neu zu ordnen. Kurz gesagt: Sie suchen nach Alternativen zu den britischen Unternehmen. Vorzugsweise europäische. Und um eine Entscheidung nicht erst auf den letzten Drücker treffen zu müssen, sollten diese Alternativen ja zunächst mal ausprobiert werden – und das am besten schon jetzt.

Der Brexit ist zwar noch nicht da, aber durch das Ausprobieren von Alternativen wird schon jetzt nicht mehr so viel nach England exportiert wie im ersten Halbjahr 2017. Und auch die Importe aus England gehen zurück. Denn auch die britischen Unternehmen müssen sich auf die Zeit nach dem Brexit einstellen. Vermutlich sieht Großbritannien weniger Absatzchancen in der EU nach dem Brexit, weshalb Unternehmen schon jetzt die Produktion zurückfahren. Mehr Details und genaue Zahlen können Sie in unserer News der Woche nachlesen.

Eine informative Lektüre wünscht
 
Melanie Endres
Redakteurin LOGISTIK HEUTE

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