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Retourenvernichtung: Warum die Verantwortung auch beim Konsumenten liegt

Editorial Redaktionsnewsletter

Guten Tag, als Katrin Göring-Eckardt im August 2019 in einem Zeitungsinterview darauf hinwies, dass in Deutschland jährlich mehrere Millionen retournierte Produkte vernichtet werden, ging ein Aufschrei durchs Sommerloch. Konsumenten zeigten sich entrüstet, Onlinehändler fühlten sich angegriffen und zu Unrecht in die Ecke gestellt. Vonseiten des Bundesumweltministeriums wurde gar eine Verbotsforderung laut, die – in abgeschwächter Form – demnächst in ein Gesetz gegossen werden soll.

Der Nutzen einer solchen Restriktion ist nach wie vor umstritten. Auch weil man vermutet, dass es an den eigentlichen Ursachen wenig ändert. Die sind einer aktuellen Studie des Händlerbunds zufolge nämlich auch in unzureichender Transportlogistik, geltender Steuergesetzgebung und beim Kunden selbst zu suchen. So beklagen die für die Studie 531 befragten Onlinehändler, dass 95 Prozent der Rücksendungen, die vernichtet werden müssen, beschädigt sind und nicht weiterverwendet werden können. Vor allem Bekleidung, Werkzeuge oder Saisonwaren würden sehr häufig benutzt an Händler zurückgesendet und reklamiert. Im Jahresdurchschnitt müssten aus diesem und weiteren Gründen rund 11,4 Prozent der Retouren vernichtet werden. 22 Prozent der Waren könnten immerhin mit einem Preisabschlag von rund 30 Prozent wieder in den Verkauf. Das setzt Onlineanbieter vor allem unter wirtschaftlichen Druck, wie die Studie bilanziert.

Wer also den Gedanken, dass Retouren vernichtet werden müssen, wenig erfreulich findet, der sollte zukünftig auch darüber nachdenken, wie er selbst mit Bestellungen umgeht. Ordert man die neue Bohrmaschine etwa, weil man sie gerade dringend braucht und ansonsten keine Verwendung dafür hat, ist es eventuell besser ein Gerät auszuleihen. Und weiß man, dass das neue Kleid zwar ein absolutes Trendteil ist, aber doch eher ein Schrankdasein führen wird, kann man auf die Bestellung wahrscheinlich verzichten. Das wäre dann nicht nur ressourcenschonender, sondern auch ein Vorteil für die Umwelt.

Wie die befragten Händler neben dem Bereich Retouren zum Thema Nachhaltigkeit stehen und welche Logistikdienstleister bei ihnen auf der Beliebtheitsskala ganz oben stehen, lesen Sie in unserer News der Woche.

Eine erkenntnisreiche Lektüre wünscht

Sandra Lehmann
Redakteurin LOGISTIK HEUTE

PS: Wir von LOGISTIK HEUTE verlosen zweimal ein Tagesticket für die Logistics Digital Conference (LDC!), die am 28. November 2019 im Rahmen der Hypermotion in Frankfurt am Main stattfindet. Teilnehmen können alle volljährigen Leser, die uns bis Montag, den 11. November, 12:00 Uhr, eine E-Mail mit dem Betreff „LDC!“ an redaktion@logistik-heute.de senden. Die Gewinner werden binnen drei Tagen nach Ablauf dieser Frist per E-Mail verständigt. Bitte nicht vergessen, Name, Anschrift und E-Mail anzugeben. Die Daten werden nur für die Abwicklung der Verlosung genutzt und anschließend gelöscht (https://www.huss.de/de/datenschutzbestimmungen.html). Der Gewinn umfasst das Eintrittsticket im Wert von 469 Euro, die Reisekosten müssen vom Gewinner selbst getragen werden. Der Wert des Tickets kann nicht ausbezahlt werden.

 

Sandra Lehmann
Redakteurin

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