ProMat 2017: Was Intralogistiker in den USA umtreibt

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Guten Tag, mit kleinen Augen, aber einem größeren Wissen bin ich gestern von meinem Kurztrip zu den Messen ProMat und Automate in Chicago zurückgekehrt. Szenekenner wissen: Wer sich über Intralogistik im Land der angeblich unbegrenzten Möglichkeiten informieren will, sollte alle zwei Jahre mit Mütze und dicker Jacke in die Windy City zu den beiden Messen aufbrechen. Zugegeben: Dort findet man dann bei den europäischen Ausstellern – und das sind eine ganze Masse – in der Regel die gleichen neuen Produkte wieder, die ein paar Wochen zuvor schon auf der LogiMAT in Stuttgart präsentiert wurden.
 
Intralogistisches Neuland betritt man aber bei einigen amerikanischen oder asiatischen Ausstellern, die Europa nicht mehr oder noch nicht im Visier haben. Meine Erkenntnis: Verstecken müssen sich die Europäer hinter den Amerikanern nicht, aber in manchen Bereichen wie etwa Software lohnt sich ein genauer Blick auf den Stand – oder ein kurzes Gespräch. Ich habe auf der Messe auch erstmals verstanden, warum beispielsweise in den USA Tausende Flurförderzeuge mit Brennstoffzellen fahren und in Deutschland diese Technologie sich nicht durchsetzt – obwohl es interessante Pilotanwendungen gibt.
 
Was ich noch gelernt habe: Für viele amerikanische Unternehmen geht es nicht mehr um Diskussionen, ob die Supply Chain der Zukunft digitalisiert ist oder nicht – es geht nur um das Tempo der Digitalisierung. Und trotz so mancher seltsamen politischen Ankündigung von Präsident Trump ist die Stimmung erstaunlich gut: Die Pipelines sind bei vielen Firmen voll mit Aufträgen. Und darf man Studien glauben, dann wird beispielsweise die Nachfrage nach Fahrerlosen Transportsystemen und Industrie-Robotern weiterhin stark steigen (siehe News der Woche). Also alles im Lot überm großen Teich? Nicht ganz: Die Themen Mitarbeitergewinnung, Aus- und Weiterbildung liegen den Amerikanern schwer im Magen – aber davon können ja deutsche Firmen auch ein Lied singen – obwohl das Bildungssystem hierzulande angeblich besser ist.
 
Einen ausführlichen Bericht über die Messe finden Sie im kommenden Heft, eine Bildergalerie hier. Eine schöne Restwoche mit vielen ausgeschlafenen Ideen wünscht Ihnen
 
Thilo Jörgl
Chefredakteur LOGISTIK HEUTE
 
PS: Digitalisierung, Industrie 4.0, Fashionlogistik. Das waren drei von insgesamt sieben Themen, die in der Gesprächsreihe „LET´S TALK“ während der LogiMAT 2017 auf dem Stand von SSI Schäfer auf der Agenda standen. LOGISTIK HEUTE hat als exklusiver Medienpartner die Kurzvideos davon unter www.logistik-heute.de/lets-talk veröffentlicht.

Thilo Jörgl
ehem. Chefredakteur (bis 2018)

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