Post: Verdi weitet Streiks aus

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Guten Tag, 2015 haben mich schon zwei Streiks erwischt. Arbeitsunwillige Lufthansa-Piloten „verkürzten“ meine Dienstreise nach Chicago auf stressige 24 Stunden. Die Streikenden der GDL verlängerten meine Dienstreise nach Aschaffenburg um etliche Stunden. Und die streikenden Verdi-Mitglieder bei der Post? Glück gehabt. Sie vermiesen mir diese Arbeitswoche nicht! Habe nichts im Internet bestellt. Und die eine oder andere Rechnung kann einen Tag liegen bleiben.

Dass der Streik bei der Post nicht so hohe Wellen schlägt wie die jüngsten Arbeitsniederlegungen bei der Lufthansa oder der Bahn, hat mehrere Gründe: Zum einen setzt der gelbe Riese auf Aushilfen und verbeamtete Mitarbeiter und − vermeidet so größeren Unmut. Zum anderen gibt es Alternativen: Express-Versand, Fax, E-Mail.

Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis wird vermutlich nicht so berühmt werden wie GDL-Chef Claus Weselsky. Nach ihm benannte das Fernbusunternehmen DeinBus.de, dank ausverkaufter Sitzplätze, eines seiner Fahrzeuge. Und Autovermieter Sixt klebte Tausende Plakate mit einem Weselsky-Porträt und dem Prädikat „Mitarbeiter des Monats“.

Man kann die Streikenden im Einzelfall verstehen. Im Schnitt 20 Prozent weniger Lohn als Kollegen zu verdienen, die nach dem Haustarif bezahlt werden, kann man nicht als „Peanuts“ unter den Tisch fallen lassen. Auf der anderen Seite macht die Post mit der Gründung von Billigtöchtern nichts anderes als die Lufthansa oder viele Medienunternehmen. Und Postchef Appel lässt sich von Verdi nicht in freie unternehmerische Entscheidungen reinreden. Verständlich – aus seiner Sicht.

Ich wünsche trotz Streik eine erfolgreiche Woche

Thilo Jörgl
Chefredakteur LOGISTIK HEUTE

P.S.: Kennen Sie das Konzept Hub2Move? Wie das Lager der Zukunft aussehen könnte, hat uns der Dortmunder Wissenschaftler Guido Follert auf der transport logistic in einem interessanten Vortrag erklärt. Den Videomitschnitt können Sie hier ansehen.

Thilo Jörgl
ehem. Chefredakteur (bis 2018)

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